Hernstein Management Report Nr. 1/2018 Über positive und negative Aspekte der Führung und welche Werte zählen.

Wien (OTS) Im Zuge der 1. Ausgabe des Hernstein Management Reports 2018 stellen österreichische und deutsche Führungskräfte ihren Unternehmen ein sehr positives Zeugnis aus. 84% arbeiten sehr gerne für ihr Unternehmen. 88% macht ihre Rolle als Führungskraft Freude. Die positiven, aber auch die negativen Aspekte der Führung erleben Führungskräfte im sozialen Bereich: Wenn sie Zufriedenheit und Motivation im eigenen Team spüren (41%) bzw. im Umgang mit herausfordernden Teammitgliedern (29%). Fragt man nach der Wertekultur in Unternehmen, zeigt sich, dass die Führungsebenen Werte ganz unterschiedlich wahrnehmen: Nur 50% der unteren Managementebene, aber 71% der Top-Führungskräfte geben an, dass ihr Unternehmen klar formulierte Führungswerte hat. Ähnlich unterschiedlich wird eingeschätzt, wie diese Werte kommuniziert und gelebt werden. In der Werteskala stehen bei allen Führungskräften vor allem Humanismus (79%), Selbstbestimmung (75%) und Universalismus (68%) ganz oben.

„Schön, dass der Großteil der Führungskräfte gerne führt und mit seiner Aufgabe glücklich ist. Langfristig wirkt sich das für Unternehmen positiv aus, da Führungskräfte so eher im Unternehmen bleiben. Dies trägt dazu bei, dass sowohl Know-how als auch die gelebten Werte in der Organisation Bestand haben. Die gelebten Werte kombiniert mit der zugrundeliegenden Haltung können Unternehmen stärken. Die Arbeit an beiden – also den Werten und der Haltung – schafft die Basis für ein von innen heraus motiviertes Schaffen aller Beteiligten“, so Mag. (FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut für Management und Leadership.

Danke, mir geht’s gut! Ein Stimmungsbild der Arbeitszufriedenheit von Führungskräften.

Wer Vollzeit arbeitet, verbringt zumindest ein Drittel des Tages in der Arbeit, manchmal auch deutlich mehr. Grund genug, diese Zeit in einem Job zu verbringen, den man gerne macht und in dem man sich wohlfühlt. Die befragten Führungskräfte zeichnen diesbezüglich ein recht erfreuliches Stimmungsbild. 80% der Befragten bezeichnen das eigene Unternehmen als sehr guten Arbeitgeber, 84% arbeiten sehr gerne für ihr derzeitiges Unternehmen. 81% sind stolz auf das, was sie gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen leisten. Diese positive Grundhaltung zum eigenen Arbeitsplatz zeigt sich auch in der hohen Bereitschaft, die Produkte und Dienstleistungen ihres Unternehmens weiterzuempfehlen (86%). Eine zeitliche Längsschnittbetrachtung 2015–2018 deutet darauf hin, dass die Zufriedenheit von Führungskräften stabil ist bzw. tendenziell zunimmt. Und wie sieht es mit der Bindung an das Unternehmen aus? 77% der Befragten meinen: „Ja, ich kann mir vorstellen, auch in 5 Jahren noch für mein heutiges Unternehmen zu arbeiten“. 73% empfehlen ihr Unternehmen auch als Arbeitgeber.

Positive und negative Aspekte der Führungsrolle

88% der befragten Führungskräfte geben an, dass sie sehr gerne als Führungskraft tätig sind. Rund ein Drittel der Führungskräfte erleben eine gute Balance zwischen Führungs- und Fachaufgaben. Die positiven Aspekte der Führungsrolle erfahren sie vor allem im sozialen Bereich: 41% macht ihr Job am meisten Spaß, wenn sie Zufriedenheit und Motivation im eigenen Team spüren. Berufliche Erfolgserlebnisse sind als Quelle der Freude interessanterweise deutlich weniger wichtig (12%). Als primären negativen Aspekt der Führungsrolle nennen 29% der Befragten den Umgang mit herausfordernden Teammitgliedern, knapp gefolgt von bürokratische Pflichten und Verwaltung mit 28%. Krisen, Probleme und Katastrophen liegen mit 16% deutlich darunter.

Eine Frage der Haltung. Wertekultur in Unternehmen

Werte sind ein prägender Teil der Unternehmenskultur und WERTvoll für die Gestaltung eines guten Arbeitsumfeldes. Kennen Führungskräfte die Werte ihres Unternehmens? Wie sehr stehen diese im Einklang mit ihren persönlichen Werten? Und werden sie ausreichend kommuniziert? Die Antworten auf diese Fragen zeigen ein differenziertes Bild – einerseits nach Unternehmens- bzw. Führungswerten und andererseits nach Hierarchieebenen. 67% der Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausformulierte Unternehmenswerte als Orientierung an. Fragt man nach den Führungswerten, ist das Bild etwas ernüchternder. Lediglich 57% der Unternehmen verfügen über ausformulierte Werte für die Führungsarbeit. Jede 5. Führungskraft (19%) gibt an, dass es das in ihrem Unternehmen nicht gibt. Nicht alle Führungsebenen nehmen das Vorhandensein von Führungswerten gleich wahr. Nur 50% der unteren Managementebene, aber 71% der oberen und Top-Führungskräfte geben an, dass ihr Unternehmen klar formuliert, welche Werte in der Führung gelten sollen.

Wie weit gelingt es österreichischen und deutschen Unternehmen, ihre Unternehmens- und Führungswerte klar zu kommunizieren? Auch hier zeigen sich deutliche Differenzen in der Wahrnehmung der Führungsebenen: 77% der oberen und Top-Führungskräfte meinen, dass die Kommunikation der Unternehmenswerte ausreichend ist. Nur 66% im unteren Management teilen diese Meinung. Bei der Kommunikation von Führungswerten gehen die Wahrnehmungen noch deutlicher auseinander: Für 83% des oberen und Top-Managements werden die Führungsleitlinien ausreichend kommuniziert. Dieser Aussage stimmen aber nur 2/3 der Befragten (65%) der unteren Managementebene zu. 

Inwieweit werden die formulierten Werte im Unternehmensalltag auch gelebt? Werte in Unternehmen sind nur so viel wert, wie sie die tagtägliche Arbeit prägen. Sowohl bei den Unternehmens- als auch bei den Führungswerten gibt es 62% Zustimmung, dass die Werte im Alltag ausreichend gelebt werden. Allerdings zeigen sich auch hier wieder deutliche Unterschiede nach Hierarchieebene.

Wertestruktur von Führungskräften: Humanismus zählt.

Werte sind das Fundament menschlichen Handelns. Sie beschreiben, was für eine Person von grundlegender Bedeutung ist und bilden somit einen wesentlichen Teil der Identität eines Menschen. Der Hernstein Management Report hat die Wertestruktur von Führungskräften nach dem Wertemodell nach Shalom Schwartz untersucht. Es zeigt sich, dass die befragten Führungskräfte sich vor allem mit den Werten rund um Humanismus (79%), Selbstbestimmung (75%) und Universalismus (68%) identifizieren. Die geringste Zustimmung zeigt sich bei Konformität (38%), Stimulanz (30%) und Macht (34%).

Über die Studie

Der Hernstein Management Report erhebt seit 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern in Österreich und Deutschland. Für die aktuelle Ausgabe wurden 1.516 Personen zu aktuellen Führungsthemen und Trends in der Führungskräfteentwicklung befragt.

Die wichtigsten Eckdaten der Umfrage

Befragungszeitraum: April 2018, befragte Personen: 1.516 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 510 in Österreich und 1.006 in Deutschland, Befragungsart: Online‐Befragung, durchgeführt von vieconsult GmbH.

Den vollständigen Report finden Sie unter www.hernstein.at/hmr

Rückfragen & Kontakt:

Hernstein Institut für Management und Leadership, Mag. Isabelle Maurer, MSc
t +43/1/51450‐5617, isabelle.maurer@hernstein.at



Quelle

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