GAP-Entwürfe in Österreich brauchen Nachbesserungen für Bienen, BäuerInnen, Umwelt und Biodiversität

Wien (OTS) GLOBAL 2000, Biene Österreich, ÖBV – Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung und BirdLife Österreich fordern dringende Nachbesserungen zur GAP-Umsetzung von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Anlässlich des heutigen GAP-Stakeholder-Dialogs projizierten die Organisationen eine Botschaft ans Landwirtschaftsministerium: „‘Elli, lass uns die Bienen retten!‘ – mit dieser Nachricht erhoffen wir uns, dass unsere Forderungen endlich beim Landwirtschaftsministerium ankommen. Denn die konkreten Maßnahmenvorschläge von ImkerInnen, Bäuerinnen und Bauern, Umwelt- und Naturschutzorganisationen liegen am Tisch, fanden aber bislang im Landwirtschaftsministerium kaum Resonanz”, so Brigitte Reisenberger, Landwirtschaftssprecherin von GLOBAL 2000. Die Organisationen fordern die vorliegenden Entwürfe zum GAP-Strategieplan hin zu einer ökologischeren, gerechteren Landwirtschaft zu überarbeiten und bieten nochmals ihre Zusammenarbeit hierfür an.

Bienen retten! Anreize für bienenschonende Bewirtschaftung schaffen

„Die heute vom Landwirtschaftsministerium präsentierten Maßnahmen lassen keine ausreichenden Verbesserungen erkennen, um das Insektensterben und den Rückgang an wildlebenden Bestäubern umzukehren”, so Christian Boigenzahn, Geschäftsführer der Biene Österreich. Das von ImkerInnen, BäuerInnen und Umweltschutzorganisationen vorgeschlagene Maßnahmenpaket „Bestäuber-freundliche Bewirtschaftung“ würde den Schutz und die Förderung von wildlebenden Bestäubern und Honigbienen vorantreiben und wäre ein starker Hebel zur Rettung der Artenvielfalt, insbesondere von Bestäubern. Mithilfe dieses freiwilligen und zugleich attraktiven Moduls könnte der effektive Schutz von Wild- und Honigbienen, sowie Schmetterlingen und anderen Bestäubern verbessert werden.

Bio-Landwirtschaft stärken! Ausreichend dotierte Bio-Basismaßnahme schaffen

„Die geplante Umstrukturierung bei Bio lässt eine generelle Schwächung der Biolandwirtschaft in Österreich befürchten. Das wäre eine Schwächung gerade jener Form der Landwirtschaft, die am meisten zur Verringerung des Einsatzes chemisch-synthetischer Pestizide beiträgt”, so Brigitte Reisenberger, Landwirtschaftssprecherin von GLOBAL 2000. Der Anteil der Bio-Betriebe in Österreich könnte dadurch sinken – was es aber braucht ist eine Stärkung von Bio und damit auch die Chance auf einen Ausbau der Biolandwirtschaft. „Es besteht dringender Verbesserungsbedarf durch eine Aufwertung des vorgesehenen Bio-Zuschlags hin zu einer ausreichend dotierten eigenen Bio-Basismaßnahme”, so Reisenberger.

Bäuerliche Existenzen sichern: Erste 20 ha doppelt fördern!

Angesichts des Höfesterbens ist es an der Zeit, eine Trendwende einzuleiten. Die heute präsentierten Antworten zu Umverteilungszahlungen bleiben aber vage. Konkrete, wirksame Maßnahmen zur Verbesserung von Einkommen und Sicherung von Arbeitsplätzen bei Klein- und Mittelbetrieben fehlen weiterhin. „Konkret braucht es die doppelte Förderung der ersten 20 ha, finanziert durch eine gerechtere Umverteilung innerhalb der Direktzahlungen. Davon würde die große Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich profitieren”, so Ludwig Rumetshofer, Biobauer und Vorstandsmitglied der ÖBV – Österreichischen Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung. Eine kleinteilige und vielfältige Agrarstruktur sichert Arbeitsplätze auf den Höfen, unterstützt die Artenvielfalt und ist besonders gut in der Lage, mit den Risiken der Klimakrise umzugehen, sowie eine nachhaltige und resiliente Versorgung zu sichern.

Verlust der Biodiversität stoppen: Mehr Naturflächen in die Landschaft!

Die heute vorgestellten Biodiversitäts-Maßnahmen sind im Prinzip relativ gut, die Flächen-Ambitionen aber bei weitem zu gering, um die Ziele des Green Deal, allen voran die 10 Prozent für Naturflächen, zu erreichen. Christof Kuhn von BirdLife Österreich fordert: „Wir brauchen ausreichend Ackerbrachen, Blumenwiesen, Hecken, Hutweiden und Streuobstwiesen, um endlich den Verlust der Biodiversität zu stoppen!” Wesentlich für die Erreichung der 10 Prozent Naturflächen sind vor allem die Prämienhöhen pro Hektar und Jahr sowie motivierende Beratung für die LandwirtInnen. Insbesondere brauchen die Maßnahmen Attraktivität für Betriebe auch in Intensivproduktionsregionen, wo die Teilnahme bisher sehr gering war.

Hintergrund: Nach der Trilog-Einigung Ende Juni zur GAP (Gemeinsame Agrarpolitik der EU) ab 2023 wird nun auf nationaler Ebene mit Hochtouren bis Jahresende 2021 am österreichischen GAP-Strategieplan gearbeitet.

Fotos von der Aktion finden Sie unter www.flickr.com/global2000

Rückfragen & Kontakt:

Viktoria Auer, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, +43 699 14 2000 82, viktoria.auer@global2000.at

Mag.a Brigitte Reisenberger, GLOBAL 2000 Landwirtschaftschaftssprecherin, +43 699 14 2000 69, brigitte.reisenberger@global2000.at

Mag. Franziskus Forster, ÖBV Via Campesina Pressesprecher, +43 650 68 888 69, franziskus.forster@viacampesina.at

Dipl.-Ing. Christof Kuhn, Naturschutzpolitik BirdLife Österreich, +43 676 3725631, christof.kuhn@birdlife.at

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