ÖÄK-Vize Mayer: Kleine Gemeinden bleiben auf der Strecke – unattraktive Rahmenbedingungen für Ärzteschaft – keine Konzepte für überlaufene Spitäler

Wien (OTS) Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) bekräftigt ihren Protest gegen die geplante Gesundheitsreform. „Die Politik versucht der Bevölkerung weiszumachen, dass die angestrebten Reformen weiterhin hohe Versorgungsqualität und wohnortnahe Versorgung garantieren. Dem ist aber nicht so“, zeigte Bundeskurienobmann und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer am Mittwoch in einer Aussendung auf. Die Bundesgesundheitskommission hatte zuvor mit einer Gegenstimme für die Durchführung der Reform gestimmt.

„Wo soll bitte die wohnortnahe Versorgung garantiert sein, wenn man Erreichbarkeitsfristen willkürlich nach oben verschiebt oder ignoriert, dass die Nachbesetzung von Kassenstellen speziell in der Peripherie immer schwieriger wird?“, so Mayer. Die geplanten Versorgungszentren würden ja nur in größeren Ortschaften errichtet; kleinere Gemeinden blieben langfristig auf der Strecke. Auch die dringend erforderliche Attraktivierung der Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte sehe er nicht, so der Bundeskurienobmann weiter:
„Wir stemmen uns ja nicht gegen neue Formen der Zusammenarbeit, im Gegenteil, diese sind dringend notwendig. Ich sehe aber nicht, wie das Aushungern des niedergelassenen Bereichs und der damit verbundene weitere Zustrom in die Spitäler oder das Schließen von Abteilungen bzw. kleineren Spitälern einerseits für attraktivere Rahmenbedingungen und andererseits für eine flächendeckende Versorgung auf hohem Niveau garantieren soll.“

Nach wie vor fehlten Konzepte zur Entlastung der überlaufenen Ambulanzen. Die Reform erfolge „um der Reform Willen“, hielt Mayer fest. „Anstatt das gesamte System neu aufzusetzen, sollte man dort, wo Verbesserungen notwendig sind, an diesen arbeiten. Das wäre zielführender“, betonte Mayer abschließend. (slv)

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