Appell an NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner umweltschädlichem Fracking eine klare Absage zu erteilen

Wien (OTS) Wie medial kolportiert, findet heute eine außerordentliche ÖBAG-Aufsichtsratssitzung statt, bei der die strategische Ausrichtung der OMV diskutiert werden soll. Demnach soll über die Beteiligungsgesellschaft ÖBAG versucht werden, die OMV wieder stärker auf einen fossilen Gaskurs zu bringen, auch der Einsatz von Fracking in Niederösterreich soll auf der Agenda stehen. GLOBAL 2000 fordert hingegen einen konsequenten Energiewendekurs: “Die OMV darf jetzt nicht noch stärker in die fossile Sackgasse abbiegen, als dies ohnehin bereits geschehen ist, sondern soll einen klaren Schwenk in Richtung erneuerbarer Energie machen. Geothermie und die Produktion von grünem Wasserstoff aus naturverträglichen erneuerbaren Energiequellen, wie Wind- und Solarenergie müssen in den Vordergrund gestellt werden. Auch wenn der Ukraine-Krieg kurzfristig vieles in den Hintergrund rückt – wir sind weltweit auf einem Kurs in die Klimakatastrophe. Es braucht jetzt alle Anstrengungen, um die Kurve noch zu kratzen”, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Erst im Frühjahr diesen Jahres wurde die neue OMV-Strategie vorgestellt. Sie wurde von Umweltschutzorganisationen stark kritisiert, weil sie nicht mit der 1,5 °C-Grenze des Pariser Klimaschutzabkommens kompatibel ist und der Ausstieg aus fossiler Energieproduktion zu lange hinausgezögert wird.

Milliardengewinne in Energiewende investieren

Die heute diskutierte, weitere Aufweichung der ohnehin nicht ausreichenden Strategie wäre somit völlig verfehlt. Wenn eine Anpassung vorgenommen werden soll, dann sollte die Strategie viel stärker auf die Erfordernisse der Energiewende abgestimmt werden. Bis jetzt fehlt in der OMV etwa ein starker Schwerpunkt in Richtung Produktion von grünem Wasserstoff aus naturverträglichen erneuerbaren Quellen wie Windenergie und Solarenergie, obwohl gerade das eine Schlüsseltechnologie sein wird, um die Industrie von fossilem Gas unabhängig zu machen. Geothermie ist zwar nun Teil der Strategie, sollte aber viel stärker in den Blickpunkt rücken. Sie kann uns ebenfalls helfen, klimaschädliches Gas etwa in der Fernwärmeproduktion zu ersetzen. Die Mittel dafür sind vorhanden: Die OMV hat aufgrund der hohen Energiepreise sowohl den Umsatz als auch den Gewinn im ersten Halbjahr 2022 mehr als verdoppelt. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 von 2,2 auf 5,6 Milliarden Euro. „Diese Milliardengewinne sollen nun in die Energiewende gesteckt werden und nicht in verfehlte fossile Energieprojekte. Die Politik sollte klar machen, dass derartige Übergewinne auch abgeschöpft werden können und damit auf andere Weise für eine sinnvolle Mittelverwendung im Sinne einer Energiewende weg von fossiler Energie gesorgt werden kann”, so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000 weiter.

GLOBAL 2000 appelliert an NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner umweltschädlichem Fracking eine klare Absage zu erteilen

Von verschiedenen Seiten wird die OMV nun sogar aufgefordert, Fracking im niederösterreichischen Weinviertel vorzubereiten. Fracking ist ein Verfahren, bei dem Schiefergas aus tiefen, undurchlässigen Gesteinsschichten gelöst wird. GLOBAL 2000 fordert eine klare Absage an die umweltschädliche Fracking-Technologie. Selbst wenn es gelingen sollte, weniger Chemikalien als bisher einzubringen, bleibt Fracking unsicher und umweltschädlich. Denn: Gefährliche Chemikalien, bis hin zu radioaktiven Stoffen, können sich bei Fracking aus dem Gestein lösen. Die aus der Bohrung zurückfließende Flüssigkeit ist somit potenziell hoch giftig. In vielen Studien wurde die Gefahr der langfristigen Kontaminierung von Grund- und damit Trinkwasser aufgezeigt. Dazu kommt ein hoher Wasserverbrauch in zunehmend durch Dürre geplagte Regionen. „Fracking als umweltfreundlich darzustellen ist Greenwashing. Wir appellieren an Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Zuge der aktuellen Diskussion klar zu machen, dass diese gefährliche Technologie in Niederösterreich nicht zur Anwendung kommen darf. Österreich braucht einen Weg raus aus Gas und hin zu erneuerbaren Energien, mit einem viel sparsameren Umgang mit Energie. Jetzt gilt es, die Ärmel aufzukrempeln und rasch aktiv zu werden“, fordert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Rückfragen & Kontakt:

Selina Englmayer, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, +43 699 14 2000 26, selina.englmayer@global2000.at
Mag. Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecher, +43 699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.