Internationaler Aktionstag für prekär Beschäftigte am 29. Februar

Wien (OTS) „Es braucht umgehend Maßnahmen für mehr Sicherheit und stabilere Arbeitsplätze am österreichischen Arbeitsmarkt. Wir erinnern die Regierung an ihre Versprechen, Armut in Österreich reduzieren zu wollen, fordern ein rasches Agieren der Politik in Sachen prekärer Beschäftigung und schließen uns daher der Forderung des ÖGB-Präsidenten nach einem Gipfelgespräch zu dieser Thematik an“, erklärt GPA-djp Vorsitzende Barbara Teiber anlässlich des internationalen Aktionstages der prekär Beschäftigten „Santa Precaria“ am 29. Februar.

Die Gewerkschaften konnten in den letzten Jahren Verbesserungen für atypisch Beschäftigte herbeiführen, wie etwa die Einbeziehung Freier DienstnehmerInnen in die Sozialversicherung, das Arbeitkräfteüberlassungsgesetz oder die erfolgreiche Regelung für PraktikantInnen im Rahmen von Kollektivverträgen, aber nach wie vor besteht großer Handlungsbedarf.

„Die rund 300.000 „working poor“, Beschäftigte, die unter Armut leiden, obwohl sie arbeiten, zeigen die Dringlichkeit von Maßnahmen. Eine Fortsetzung der derzeitigen Entwicklung führt zu einer Spaltung am Arbeitsmarkt bei den Einkommen, der Beschäftigungsstabilität und der Arbeitszeit. Diese Dynamik hemmt das Lohnwachstum, verschlechtert das Arbeitsklima und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigung.“, so Teiber.

„Neben den niedrigen Einkommen ist es vor allem die Unsicherheit, mangelnde Perspektive und schlechte soziale Absicherung, die prekär Beschäftigten stark zusetzt. Nicht zu wissen, wie hoch das Einkommen am Monatsende oder im kommenden Monat ausfallen wird, wann mit dem nächsten Auftrag zu rechnen ist und die Angst vor Arbeitslosigkeit wirken zermürbend. Diese Unsicherheit beeinflusst die Gesundheit, das soziale Umfeld, die Ernährung und die gesamte Lebensführung von prekär Beschäftigten.“ ergänzt Veronika Bohrn Mena, Expertin in der GPA-djp für atypische und prekäre Beschäftigung.

Im Jänner hat die GPA-djp ihr neues Online-Angebot für atypisch Beschäftigte (www.AufDeinerSeite.at) und einen umfangreichen Forderungskatalog für Verbesserungen präsentiert, die rund einem Drittel der Beschäftigten, die in atypischen Beschäftigungsformen arbeiten, zu Gute kommen würden. Insbesondere erwerbstätige Frauen, von denen sogar mehr als die Hälfte atypisch beschäftigt ist, würden etwa durch kürzere Durchrechnungszeiten bei Mehrarbeit mit mehr Geld im Börsel nach Hause gehen können. Die GPA-djp fordert auch eine gesetzliche Obergrenze für den Anteil an überlassenen Arbeitskräften im Unternehmen in einem ersten Schritt auf maximal 50 Prozent und in weiterer Folge auf 10 Prozent der gesamten Belegschaft. Befristete Verträge sollten auch bei der ersten Befristung nur mit sachlicher Rechtfertigung möglich sein.

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