Bevölkerung soll Hinweise an Behörden geben

Wien/Kärnten (OTS) Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert jetzt von den Kärntner Behörden eine genaue Untersuchung des Einsatzes von Glyphosat in Wäldern, nachdem weitere Hinweise auf einen bedenklichen Einsatz des Unkrautvernichters aufgetaucht sind. Greenpeace hatte am Montag Analyse-Ergebnisse veröffentlicht, wonach in einem Wald bei Linsenberg in Kärnten hohe Konzentrationen von Glyphosat unter anderem auf Himbeeren und Pilzen gefunden wurden. Greenpeace ruft in diesem Zusammenhang auch die Bevölkerung in Kärnten dazu auf, Hinweise zum Einsatz von Glyphosat in Wäldern an die zuständigen Behörden zu leiten und danach Greenpeace davon in Kenntnis zu setzen.

„Die Ergebnisse unserer Untersuchung sollten ein Weckruf sein. Die Behörden müssen nun genaue Überprüfungen in allen möglicherweise betroffenen Waldstücken anordnen“, sagt Hanna Simons, Sprecherin bei Greenpeace in Österreich. Der Besitzer des Waldes bei Linsenberg, die Tilly Holzindustrie Gesellschaft m.b.H., ist einer der größten Waldbesitzer in Kärnten. Aus dem Görtschitztal, wo Tilly ebenfalls große Flächen besitzt, gibt es ähnliche besorgte Hinweise von lokalen Beeren- und Pilzsammlern. „Die Kärntner Behörden müssen diese Hinweise ernst nehmen“, so Simons. Es liegt zwar nahe, der Tilly Holzindustrie Gesellschaft m.b.H. besonderes Augenmerk zu schenken, man sollte sich aber keinesfalls auf ein Unternehmen beschränken. Simons: „Der umstrittene Unkrautvernichter ist aller gesundheitlichen Warnungen zum Trotz weiterhin in Österreich erlaubt und wird verbreitet in Wäldern eingesetzt.“ Greenpeace ruft die Kärntner Bevölkerung dazu auf, Verdachtsfälle auf besorgniserregenden Glyphosat-Einsatz unbedingt den Kärnten Behörden zu melden. Konkret könne man sich an das Bürgerservice des Amtes der Kärntner Landesregierung wenden: buergerservice@ktn.gv.at. Darüber hinaus ersucht die Umweltschutzorganisation, unter service@greenpeace.at bzw. unter der Telefonnummer 01 545 45 80 ebenfalls informiert zu werden.

Die Aussagen des Waldbesitzers, es wäre bei Linsenberg alles in Ordnung gewesen und Greenpeace habe die Proben falsch genommen, wertet die Umweltschutzorganisation als haltlose Schutzbehauptung. „Greenpeace hält sich bei solchen Verfahren genau an die Vorgaben des Labors, sowohl was die Probennahme selbst, als auch was die Lagerung und den Transport betrifft. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Umgang mit chemischen Substanzen geschult und die Probennahme wurde genauestens dokumentiert“, erklärt Simons. Die Proben wurden etwa eine Woche nach dem Einsatz des Unkrautvernichters genommen. Dabei sollte die Maximalkonzentration von Glyphosat in den verschiedenen Pflanzen und Früchten gemessen werden, so wie sie auch Wanderer, Beeren- und Pilzsammler antreffen könnten.

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