Covid-Krisenjahr bedingt Treibhausgasreduktion – Umweltschutzorganisation kritisiert fehlende Konzepte und Gesetze für langfristigen und konsequenten Emissionsrückgang

Wien (OTS) Die heute veröffentlichten Prognosen für die Treibhausgase 2020 (Nowcast 2021) zeigen zwar einen deutlichen, beispiellosen Rückgang von rund 7,7 % der klimaschädlichen Emissionen gegenüber dem Vorjahr (2019) – jedoch sind diese in erster Linie auf die corona-bedingten Lockdowns und den temporären Rückgang an Emissionen durch weniger Verkehr zurückzuführen. Das Jahr 2020 stellt somit ein Ausnahmejahr dar und nicht den Beginn eines langfristigen Abwärtstrends der Emissionen. Dazu benötigt es eine schrittweise, langfristige und konsequente Transformation. Zwar ist es erfreulich, dass mit der Schließung des letzten heimischen Kohlekraftwerks die Emissionen ebenfalls deutlich zurückgingen, das kann jedoch nur der erste Schritt hin zu einer klimaverträglichen Zukunft sein.

“Die heutige Treibhausgasbilanz gibt keinen Grund zur Euphorie. Die durch die Corona-Lockdowns gesunkenen Treibhausgase im Jahr 2020 sind maximal eine Verschnaufpause fürs Klima. Von einer langfristigen Trendwende hin zur Klimaneutralität fehlt nach wie vor jede Spur,” bemängelt Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich. “Es ist absurd, dass wir lediglich einen Emissionsrückgang verzeichnen, wenn wir von einer Naturkatastrophe, wie von der Covid-19 Pandemie überrollt werden. Wir müssen einen geplanten, sozial-gerechten Übergang in eine post-fossile und klimaneutrale Welt einleiten,” so Duregger weiter. “Es braucht jetzt schleunigst das Klimaschutzgesetz mit klarem Fahrplan zur Emissionsreduktion bis 2040 und eine öko-soziale Steuerreform mit einem fix steigenden, ambitionierten CO2-Preis”, fordert Duregger.

Nach den mahnenden Worten des Weltklimarats zeigt nun auch die Treibhausgas-Bilanz, dass noch viel zu tun ist. Allem voran muss Österreich endlich unabhängig von fossilen Energieträgern werden, umfangreich in erneuerbare Energien investieren und die öffentliche Verkehrs-Infrastruktur flächendeckend für alle ÖsterreicherInnen ausbauen. Greenpeace fordert einen verpflichtenden Emissions-Reduktionspfad in ein klimaneutrales Jahr 2040 und strikte Sanktionsmaßnahmen, die sicherstellen, dass die Reduktionsziele von Bund und Ländern ernst genommen werden. Zusätzlich muss die kommende öko-soziale Steuerreform mit einem stufenweise steigenden CO2-Preis von mindestens 150€ pro Tonne CO2 bis 2025 umgesetzt werden. Mit einem Ökobonus müssen dabei GeringverdienerInnen entlastet werden.

Rückfragen & Kontakt:

Jasmin Duregger
Klima- und Energieexpertin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel: +43 (0) 664 840 3803
E-Mail: jasmin.duregger@greenpeace.org

Christian Steiner
Pressesprecher
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: + 43 (0)664 816 9711
E-Mail: christian.steiner@greenpeace.org



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