Ernst-Dziedzic/Ribo: Es ist die Aufgabe der Politik, aktiv zur Versöhnung beizutragen

Wien (OTS) Vom 11. bis 19. Juli 1995 nahm in Srebrenica das grausamste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg seinen Lauf. Mehr als 8000 bosnische Männer und Buben im Alter zwischen 13 und 78 Jahren wurden in Srebrenica von der Armee der Republika Srpska systematisch ermordet. Sie ließen Tausende Frauen und Kinder als Witwen und Waisen zurück.

„Für viele ist das schreckliche Massaker von Srebrenica Vergangenheit. Für die Angehörigen wird es aber nie Vergangenheit sein“, sagt dazu die Abgeordnete der Grünen, Bedrana Ribo, die selbst bosnischer Abstammung ist. Noch immer seien über 1000 Menschen nicht gefunden worden, noch immer könnten Mütter, Witwen und Kinder ihre Väter, Brüder, Opas oder Onkel nicht begraben. Noch immer würden Menschen auf freiem Fuß leben, die an diesen schrecklichen Ereignissen mitverantwortlich waren und daher wüssten, wo sich die Überreste dieser Opfer befinden, doch lieber dazu schweigen würden. „Erst wenn alle Opfer gefunden werden, können die Angehörigen Ruhe finden. Trotzdem wird für sie der 11. Juli 1995 nie zur Vergangenheit gehören“, sagt Ribo.

„Wir kommen einem nachhaltigen Frieden um keinen Schritt näher, wenn solche Verbrechen unter den Teppich gekehrt oder verharmlost werden“, pflichtet die Sprecherin der Grünen für Außenpolitik und Menschenrechte, Ewa Ernst-Dziedzic, bei: „Um dem nationalistischen Hass den Nährboden zu entziehen, müssen die nachfolgenden Generationen die tradierten Feindbilder der Täter überwinden und ein ehrliches Verständnis dafür entwickeln, dass es sich bei den Opfern um nichts weniger als um Menschen handelt. Menschen, die so wie wir alle einfach leben wollten, denen aber unendliches Leid angetan wurde. Der Weg zu Versöhnung und Vergebung kann daher nur über eine reumütige Anerkennung des Geschehenen führen.“

Dass dies ein mühsamer Prozess sei, habe nicht zuletzt unsere eigene leidvolle Geschichte gezeigt. Es sei die Aufgabe der Politik, diesen steinigen Weg für zukünftige Generationen zu ebnen. Dazu gehöre auch, den Völkermord als das zu benennen was er sei, gerade in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens, so Ernst-Dziedzic, die es begrüßt, dass das kosovarische Parlament am Mittwoch eine Resolution verabschiedet hat, welche die Leugnung des von den bosnisch-serbischen Truppen begangenen Völkermords in Srebrenica verurteilt. Eine ähnliche Resolution war bereits drei Wochen zuvor vom Parlament in Montenegro verabschiedet worden.

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