Am 24. November um 22.35 Uhr in ORF 2, danach: „Zum Glück“

Wien (OTS) „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“, verkündete der Philosoph Arthur Schopenhauer. Soll also der Gesundheit alles untergeordnet werden? Ist sie wirklich erste Pflicht im Leben? Inwieweit hängen Gesundheit und Lebenssinn zusammen? Was bedeutet der Begriff „Triage“ und woher kommt er? Tobias Dörrs „kreuz und quer“-Film „Hauptsach’ gsund“ nähert sich diesen Fragen am Dienstag, dem 24. November 2020, um 22.35 Uhr in ORF 2 anhand von Porträts und persönlichen Geschichten.

In „Zum Glück“ (23.10 Uhr) fragt Tobias Dörr: Was ist das Glück? Gibt es eine allgemeine Definition oder ist diese Frage nur individuell zu beantworten? Reichtum, Erfolg, guter Sex, Gesundheit und Familie werden von vielen mit Glück gleichgesetzt. Andere sagen, vieles davon führe weg vom Glück. Wie wird man glücklich? Welche Rolle spielen Dankbarkeit und Achtsamkeit? Soll man um das Glück kämpfen, es vergessen, darauf warten oder kann man es vielleicht sogar lernen?

„Hauptsach’ gsund“ – Ein Film von Tobias Dörr

Die Erfahrungen der Schauspielerin Sabrina Reiter sind wie ein Roter Faden durch diese Dokumentation. Reiter erzählt sehr persönlich, wie sich ihr Blick auf Gesundheit durch zwei dramatische Erlebnisse veränderte und wie es dazu kam, dass sie sich heute ehrenamtlich um Menschen kümmert, die an Demenz erkrankt sind. „Ich habe mir geschworen, wenn ich wieder gesund werde, schenke ich meine Zeit Menschen, die Hilfe brauchen oder einfach nur gern Zeit verbringen wollen“, sagt Sabrina Reiter.
Dr. Chenfei Chen stammt aus einer Ärztefamilie. Sie hat schon als Siebenjährige ihrer Mutter im Krankenhaus in China assistiert. Für Dr. Chen ist der Umgang mit Gefühlen wesentlich für die eigene Gesundheit. „Die überschießende Emotion macht auf Dauer krank, zum Beispiel lang unterdrückte Wut und Ärger“, ist Dr. Chen überzeugt. Dr. Anna Antoni gibt sehr offen Einblick in den Alltag und in die Herausforderungen als Unfallchirurgin. Mit 16 Jahren will sie Tischlerin werden, denn sie arbeitet gern mit Werkzeugen wie Hammer und Säge. „Letztlich mache ich genau das, aber nicht am Holz, sondern am menschlichen Knochen“, sagt Dr. Antoni lachend.
Ein zentraler Begriff in nahezu jedem Gesundheitssystem ist „Triage“. Was sich genau hinter dem Terminus verbirgt und warum seine Einführung eine Errungenschaft war, erklärt Oberstarzt Dr. Klaus Wolff, Leiter des Sanitätszentrum Ost des Bundesheeres in Wien-Stammersdorf.

Die Porträts werden kommentiert und reflektiert vom Philosophen Robert Pfaller und dem Theologen und Mediziner Matthias Beck. Pfaller ist inspiriert von der stoischen Philosophie, die nicht die Gesundheit, sondern das Glück ins Zentrum stellt. Für Matthias Beck ist der Spruch „Hauptsach’ gsund“ nur dann vollständig, wenn die Gesundheit auch die innere, die geistige Dimension, miteinschließt. Es gehe um das Heil der Seele, und das könne man auch erreichen, wenn man krank sei. Schließlich müssten die Menschen es auch schaffen, das eigene Sterben zu akzeptieren.

„Zum Glück“ – Ein Film von Tobias Dörr

„Etwas haben zu wollen, um dann zu glauben, man sei glücklich, ist so wie Honig von der Rasierklinge zu schlecken“, sagt die Sexualpädagogin und Kabarettistin Barbara Balldini. Aufgewachsen als Findelkind in einem von Nonnen geführten Altersheim, war Balldini schon in jungen Jahren mit dem Tod konfrontiert. Daraus sei bereits als Kind der Wunsch entstanden, am Ende des Lebens nicht zu sagen:
„Ach, hätt’ ich doch!“ Das sei so prägend gewesen, dass sie ein ganz verrücktes Leben geführt habe und nach wie vor führe. So landete Balldini nach ihrer Zeit im Kloster als junge Frau zuerst auf der Straße, dann im Zirkus und schließlich im Waldviertel, wo sie auch heute noch lebt.
„Der allerwichtigste Grundsatz im Leben ist die Dankbarkeit“, sagt die Psychoanalytikerin Ute-Karin Höllrigl. Dankbar auf das zu schauen, was da sei, und nicht darauf, was fehle, das habe ihr Leben revolutioniert, sagt sie. Für Höllrigl, praktizierende Christin, ist die Dankbarkeit das Wesentlichste in der Beziehung zu Gott.

Wichtig ist die Dankbarkeit nicht nur für Christinnen und Christen, denn: Dankbarkeitsrituale und Vergebungsübungen hätten positive Auswirkungen auf Stresshormone und seien im Gehirn messbar, sagt der Neurobiologe Prof. Tobias Esch von der Universität Witten/Herdecke. Esch beschreibt drei Arten des Glücks: das jugendliche Glück, das Erleichterungsglück und das Glück der Zufriedenheit, in der man erkenne, dass genau jetzt alles passe. Vor allem das Glück der Zufriedenheit lasse sich mit Gedanken und Techniken wie z. B. Meditation herbeiführen, ungeachtet der Lebensumstände. Esch, der seine medizinische Karriere als Pflegehelfer in der Onkologie begann, betreut in Witten die erste Ambulanz Deutschlands, in der Patientinnen und Patienten auf Krankenkassenkosten auch Meditation lernen können.

„Ich hatte in meinem Leben immer Glück“, sagt Steffen. Der 38-jährige studierte Wirtschaftsingenieur macht kurz nach seinem Studium in Hamburg schnell Karriere. Mit Anfang 30 ist er bereits Geschäftsführer eines kleinen mittelständischen Unternehmens. Die Zahlen stimmen, die Belegschaft fühlt sich wohl. Aus dem Nichts wird bei Steffen ein Glioblastom diagnostiziert, die bösartigste Form eines Gehirntumors. Lebenserwartung: 365 Tage. „Plötzlich ist das Leben wie ein Luftballon, der zerplatzt – nichts ist mehr so wie es war.“ In Deutschland kann man medizinisch nichts mehr für ihn tun. Eine Behandlungsmöglichkeit, eine sogenannte Laserablation, findet er dank einer Internetrecherche in den USA. Mit Hilfe einer Sonde wird der Tumor erhitzt und dadurch abgetötet. Das könnte die Rettung sein, wären da nicht die Kosten: Der Eingriff beläuft sich auf 80.000 Dollar. Für Steffen ist diese Summe nicht zu bezahlen. Gemeinsam mit seinen Freunden dreht er ein Crowdfunding-Video, das ihm das Leben rettet. Innerhalb von dreieinhalb Tagen spenden Menschen aus aller Welt 80.000 Dollar, damit Steffen operiert werden kann. Die Operation glückt. Steffen lebt heute bewusster, achtsamer. Er hatte Glück, dennoch überlässt er sein Glück nicht dem Zufall: „Jede Sekunde passiert nur einmal und jeder kann bestimmen, wie er diese Sekunde erlebt.“ Ist Glück also vielleicht sogar eine Entscheidung?

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