Heute in Kraft getretene Blutspenderverordnung erlaubt weiter Diskriminierung

Wien (OTS) Statt Feierlaune gab es heute Enttäuschung in der LGBTIQ-Community: Nachdem heute, Donnerstag, die neue Blutspenderverordnung in Kraft getreten ist, dürfen endlich auch schwule und bisexuelle Männer Blut spenden. Politisch war angekündigt, dass auch transgender Personen Blut spenden können sollen. Doch als eine transgender Frau das beim Roten Kreuz tun wollte, wurde sie eben deshalb abgewiesen.

Dabei haben die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien und die Aids Hilfe Wien schon im Mai 2022 davor gewarnt, sagt Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien: „Es überrascht uns leider nicht, dass das Rote Kreuz transgender Personen weiter diskriminiert: Es wollte schon die Blutspende-Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern behalten. Deshalb haben wir ein ausdrückliches Diskriminierungsverbot in der Blutspenderverordnung gefordert. Das hat Gesundheitsminister Johannes Rauch unterlassen.“

HOSI-Wien-Obfrau Otte: „Wir hätten heute so gerne gefeiert. Aber vielleicht erinnert sich ja der*die eine oder andere daran, wenn zu Weihnachten das Rote Kreuz wieder wegen Geld anklopft.“

Für Otte ist das ein gewaltiger Wermutstropfen an einem eigentlich schönen Tag: „Wir hätten heute so gerne gefeiert. Endlich endet eine Stigmatisierung, endlich können schwule und bisexuelle Männer ihrem eigenen Lebenspartner in Notsituationen Blut spenden. Das ist ein wichtiger Erfolg der LGBTIQ-Community, die jahrelang Aufklärung geleistet hat und den Zuständigen auf die Zehen gestiegen ist. Und wir werden weitermachen bis transgender Personen endlich inkludiert sind. Und vielleicht erinnert sich ja der*die eine oder andere daran, wenn zu Weihnachten das Rote Kreuz wieder wegen Geld anklopft.“

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