Der bisherige Militär-Imam Sijamhodzic zieht sich freiwillig aus seinem Amt zurück, bestreitet aber weiterhin alle Anschuldigungen seine Person betreffend.

Wien (OTS/IGGÖ) Der bisherige Militär-Imam Abdulmedzid Sijamhodzic zieht sich in Absprache mit der IGGÖ nach einer beispiellosen, jeder juridischen Grundlage entbehrenden Kampagne durch das Bundesministerium für Landesverteidigung gegen seine Person von seinem Posten zurück. Das Ministerium hatte die Zusammenarbeit mit dem Imam aufgrund von Vorwürfen, die ihn in die Nähe des Dschihadismus rücken, ausgesetzt, ohne vorab die IGGÖ zu kontaktieren.

„Durch die rücksichtslose und rein auf Öffentlichkeitswirksamkeit bedachte Vorgehensweise des Ministeriums war an eine Fortsetzung der Ausübung des Amtes durch Sijamhodzic in der bisherigen Form nicht mehr zu denken. Durch die öffentliche Vorverurteilung scheint es auch nicht mehr möglich, die Grundlagen, auf der die Entscheidung des Ministeriums basiert, kritisch aufzuarbeiten. Daher haben wir gemeinsam mit dem Imam beschlossen, diese bittere Entscheidung im Interesse der muslimischen Rekruten des Bundesheeres zu treffen“, begründet der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Ümit Vural den Schritt.

Die Anschuldigungen gegen Sijamhodzics Person bleiben auch nach genauerer Prüfung diffus. So wirft man ihm unter anderem vor, er hätte Kontakt zu einem ehemaligen General des bosnischen Heeres gehabt, dies aber zu einer Zeit, als dieser noch gar nicht wegen möglicher Kriegsverbrechen angeklagt war. Noch dazu gibt es diesbezüglich bis heute kein rechtskräftiges Urteil.

„Natürlich ist es eine unglückliche Optik, wenn ein Militär-Imam Sympathien für eine bestimmte Volksgruppe in seinem privaten Auftritt in den sozialen Medien erkennen lässt. Seine Äußerungen sind aber keinesfalls als „dschihadistisch“ zu interpretieren“, so Vural.

Sijamhodzic handelt mit seiner Entscheidung im Sinne der IGGÖ, aber auch des Bundesheeres und möchte der notwendigen Zusammenarbeit zwischen IGGÖ und dem Ministerium nicht im Weg stehen. „Es war ein schwerer Schritt und ich bedanke mich dafür, dass er Österreich als Militär-Imam viele Jahre lang gewissenhaft gedient hat“, sagt Vural abschließend.

Die IGGÖ ist bemüht, den Posten ehebaldig nachzubesetzen und wird das Ministerium über ihre Entscheidung informieren. Gleichzeitig nimmt sie diesen Vorfall zum Anlass, grundsätzlich darauf hinzuweisen, dass eine konstruktive Zusammenarbeit nur möglich ist, wenn sie auf gegenseitigem Vertrauen beruht.

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