Bildung ist die Basis für die Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft. Die Innovationsstiftung für Bildung fungiert als Intermediär, Unterstützer und Ermöglicher, bewegt das System gemeinsam mit den Menschen in der Bildung und verändert es zukunftsfähig. Der Anspruch ist, optimale Voraussetzungen für Innovation in der Bildung zu entwickeln. Vernetzung und Austausch bilden die Basis, die finanzielle Förderung von Bildungsprojekten setzt konkrete und zielgerichtete Impulse für die Weiterentwicklung der Bildungsangebote in Österreich. Gemäß dem Handlungsbedarf, der sich aus der Digitalisierung ergibt, liegt der Fokus aktuell auf dem Einsatz digitaler Lehr- und Lernmittel. Insgesamt 600.000,- Euro fließen durch die Innovationsstiftung für Bildung nun mit dem zweiten Fördercall in den Bildungsbetrieb und sichern die Finanzierung von österreichweit zwölf Innovationsprojekten. Die Forcierung des Einsatzes neuer Kommunikations- und Informationstechnologien macht die Wissensvermittlung zukunftsfit und stützt die Vermittlung digitaler Kompetenzen der Lehrenden und Lernenden in Österreich. Ein Vorstoß der Innovationsstiftung für Bildung bei der Gründung von Substiftungen als Innovationsmotor der Zukunft erweitert die Wirkungsbereiche der Bildungsförderung zusätzlich und schafft für private Initiativen, institutionelle Verbände ebenso wie für Wirtschaftsunternehmen Anreize zum Engagement.

Es klingt paradox: Trotz der gestiegenen Bedeutung digitaler Technologien sind deren Auswirkungen auf die professionelle Entwicklung von digitalen Lehr- und Lernmitteln derzeit noch gering. Digitale Angebote beschränken sich meist auf ausgewählte ergänzende Materialien, was u.a. daran liegt, dass Lehrpersonen aufgrund fehlender Rechte ebenso wenig Möglichkeit haben, vorhandene Lehr- und Lernmaterialien zu adaptieren, zu erweitern und zu verbessern als auch diese Änderungen auf einfache Weise zugänglich zu machen. Genau hier setzt die Innovationsstiftung für Bildung mit der Ausschreibung der Fördercalls „Digitale Lehr- und Lernmittel“ an. Denn bei der Förderung der digitalen Entwicklung von Bildungsangeboten setzt die Innovationsstiftung für Bildung aktuell einen Schwerpunkt.

Das Ziel ist es, innovative digitale Lehr- und Lernmittel in Zusammenarbeit von Lehrpersonen und Lernenden mit Forschenden, Verlagen und den Entwicklern von Unterrichtsmaterialien im Bildungsbetrieb zu verankern, die einen deutlichen Mehrwert durch den Einsatz digitaler Komponenten bewirken. „Aktuell ist der bereits zweite Fördercall „Digitale Lehr- und Lernmittel“ finalisiert und die Finanzierung von zwölf Innovationsprojekten aus 73 Einreichungen mit einer Summe von insgesamt 600.000,- Euro – das bedeutet 50.000,- Euro pro Projekt – beschlossen. Ursprünglich waren zehn Projekte für eine Fördersumme von 500.000,- Euro vorgesehen, wegen der großen Zahl und der hohen Qualität der Einreichungen entschied die Jury aber eine Nachdotierung des Calls um 100.000,- Euro, sodass letztlich zwölf Projekte gefördert werden können“, freut sich Jakob Calice, Vorstand der Innovationsstiftung für Bildung.

Innovationskraft des Fördercalls „Digitale Lehr- und Lernmittel (2)“ mit zwölf Projekten

Umgesetzt und wirksam werden die Innovationen bereits im kommenden Schuljahr 2019/20. Die Inhalte sind fächerübergreifend, reichen von naturwissenschaftlichen Themen bis zu Bereichen des interkulturellen Zusammenlebens und bieten vielseitige Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Die Materialien können von der Bildungscommunity in der Mit-Mach-Phase ab September 2019 im Unterricht verwendet werden, denn die Materialien stehen dann allen als Open Educational Resources (OER) auf der Plattform der Eduthek des BMBWF zur Verfügung. Die große Anzahl und die Qualität der Einreichungen hat die Erwartungen der Jury ebenso übertroffen, wie die enorme Zahl an Votings aus dem Bildungsbetrieb: Über 2.700 Personen aus der Bildungscommunity gaben gemäß dem Partizipationsprinzip eine Stimme für ihre favorisierten Projekte ab.

„Damit beweist die österreichische Bildungscommunity nicht nur Dynamik und innovative Kraft, sondern zeigt auch den großen Bedarf an geförderten Projekten für den heimischen Bildungsbetrieb auf. Die Innovationsstiftung für Bildung sieht sich dadurch sowohl beim Thema digitale Lehr- und Lernmittel als auch bei der partizipativen Umsetzung ihres aktuellen Fördercalls in vollem Umfang bestätigt.“, erklärt Jakob Calice.

Drei exemplarische Innovationen und alle Projekte im Überblick:

  • Paris-Lodron-Universität Salzburg: „Augmented Reality (AR) im Klassenzimmer – Klimawandel (be-)greifbar machen“ (P01) für die Sekundarstufe II und Erwachsene. Lehrpersonen, Lernende, Studierende sowie WissenschafterInnen setzen gemeinsam Schwerpunkte zum Thema Klimawandel. Im Anschluss daran werden digitale Lernmaterialien in Form von Augmented Reality-Umgebungen (inkl. Anleitung und Stundenplanung) erstellt. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler mittels Augmented Reality-Lernumgebungen unterschiedliche Perspektiven auf ein und dasselbe oder ähnliche Phänomene darzubieten, um die Komplexität des Themas und die Folgen des Klimawandels (be-)greifbar zu machen. Themenfelder: Augmented Reality, Lernen mit digitalen Medien, Klimawandel, Medienkompetenz
  • BOKU Wien: „Systemcheck – Mobilität in Ballungsraum und Peripherie: Erstellung digitaler Lehrmaterialen zur ganzheitlichen Analyse und Simulation komplexer und dynamischer Systeme zur Förderung des systemischen Denkens von Schülerinnen und Schülern“ (P19) für die Sekundarstufe II. In “Systemcheck” wird ein interaktives, digitales Lehr‐ und Lernspiel zum Thema soziale und ökologische Auswirkungen von Mobilität und Verkehr in Ballungsraum und Peripherie entwickelt. Durch die Verwendung und Mit-Entwicklung des interaktiven Lernspiels erwerben die Lernenden Kompetenzen im Bereich Systemdenken und bekommen Lehrinhalte des Unterrichtsfachs Geographie und Wirtschaftskunde vermittelt. So können Schülerinnen und Schüler z. B. eine dynamische Simulation einer urbanen Region mitentwickeln und auch mitspielen. Themenfelder: Mobilität, Verkehr, Ballungsräume, Peripherie, Infrastruktur, Systemdenken.
  • Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems: “ Gesund mit Coding & Robotik: Das Gesundheitsbewusstsein von 6- bis 14-Jährigen mit Hilfe von Coding und Robotik stärken“ (P09) für die Primarstufe und die Sekundarstufe I. Mit dem Projekt soll ein Brückenschlag zwischen Gesundheitsbewusstsein und Robotik/Coding gelingen, indem Unterrichtsmaterialien für Educational Robotik und Coding genutzt werden, um Gesundheitsaspekte zu thematisieren. Durch fächerübergreifende, kreative Vermittlung und Einbettung in einen konkreten Kontext werden dadurch nachhaltige Lernergebnisse für das Gesundheitsbewusstsein und die digitalen Fähigkeiten sowie eine kritische Sicht auf die zunehmende Robotisierung unserer Gesellschaft erreicht.
    • Pädagogische Hochschule Wien: Projekt „ÖHA! Sensibilisierung zum ökologisch-verantwortlichen Medienhandeln in Schule und darüber hinaus“
  • Universität Innsbruck: Projekt „Enter Bionics! Das Mixed Reality Bionik-Labor“
  • Johannes Kepler Universität Linz: Projekt „COOL Informatics. Informatik und digitale Grundbildung leicht gemacht“
  • Akademie der bildenden Künste Wien: Projekt „Reflecting Desires. Interaktive Lehr- und Lernmittel zur Sexual- und Medienpädagogik“
  • FH Campus Wien – Verein zur Förderung des Fachhochschul-, Entwicklungs- und Forschungszentrums im Süden Wiens: Projekt „Geschichten, die bewegen. Partizipative Erstellung eines interaktiven E-Books zur Gesundheitsförderung in der Volksschule“
  • Education Group GmbH (OÖ): Projekt „WERTvolle Wimmelgeschichten. Wimmelbilder zur Wertebildung als mehrsprachige eBooks für dialogisches Lesen“
  • Universität Wien: Projekt „Phy Lab Ein Virtual Reality-Labor für Experimente im Physikunterricht“
  • Verein MadebyKids – Bildung im 21. Jahrhundert (Wien): Projekt „Game-Design, App-Design und digitale Grundbildung. Youth Hackathon: Neuentwicklung von Lehr- und Lernmaterialien für Game-Design, App-Design und digitale Grundbildung in der Sekundarstufe I“
  • Amlogy GmbH (Wien): Projekt „PC-BuildAR. Entdecke und baue deinen virtuellen 3D-Computer“

Informationen zum aktuellen Fördercall „Digitale Lehr- und Lernmittel (2)“ inkl. Übersicht zu den von der Jury und der Community ausgewählten 12 Projekten aus insgesamt 73 Einreichungen: https://innovationsstiftung-bildung.at/voting/#

Innovationstool „Substiftung“: Mit gemeinsamer Bildungsförderung durch Private, öffentliche Institutionen und Unternehmen mehr bewirken

Die gebündelte Kompetenz der Innovationsstiftung für Bildung steht der österreichischen Gesellschaft künftig insbesondere durch das Modell von Substiftungen als Motor für Innovationen in der Bildung zur Verfügung. Damit gelingt ein wirksamer Brückenschlag zwischen Akteuren im Bildungsbetrieb und privaten Initiativen, um gemeinsam Innovationsprojekte umzusetzen und so relevante Veränderungen im Bildungsbereich zu bewirken. Die „Sinnbildungsstiftung“ und die Stiftung „motion4kids“ sind zwei schlagkräftige Beispiele an denen die Innovationsstiftung für Bildung bereits beteiligt ist. Durch sie werden Bildungsinnovationen in einem Schulterschluss tatkräftiger Akteure möglich. Das Modell ist denkbar einfach und wirksam: Private Initiativen und Stifter werden bei einer gemeinsamen Gründung von Substiftungen durch eine Co-Finanzierung im Umfang von bis zu 30 Prozent durch die Innovationsstiftung für Bildung beflügelt. Darüber hinaus sind Substiftungen mit einer steuerlichen Begünstigung der Zuwendungen ausgestattet und werden durch Expertinnen der Innovationsstiftung bei ihren Projekten unterstützt. Auch Nach- und Zustiftungen sind möglich. Die Qualitätssicherung des Gründungskonzepts erfolgt durch den Wissenschaftlichen Beirat der Innovationsstiftung.

„Konkret bedeutet dies für den österreichischen Bildungsbetrieb: Private Initiativen gestalten mit ihren innovativen Ideen und Konzepten verstärkt gemeinsam mit der Innovationsstiftung und der öffentlichen Hand Bildung in Österreich mit. Dadurch profitiert der Bildungsstandort insgesamt, denn Innovationen entstehen im Sinne dieses Open Innovation Ansatzes immer dann, wenn unterschiedliche Perspektiven gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Dass das Modell der Substiftung funktioniert zeigt sich an bereits 14 geförderten Projekten und einem Gesamtvolumen von rund 600.000,- Euro durch die Sinnbildungsstiftung und motion4kids.“ Die „Sinnbildungsstiftung“ setzt dabei darauf das Innovationspotenzial im heimischen Bildungsbetrieb zu stärken. „motion4kids“ motiviert Kinder mit maßgeschneiderten Projekten zu mehr Bewegung. „Bei Initiativen sind beispielgebend dafür, wie wir gesamtgesellschaftliche Anliegen mit vereinten Kräften stützen und systemverändernd in die Tat umsetzen“, stellt Jakob Calice fest.

Für die Zukunft unseres Bildungssystems arbeitet das Team der Innovationsstiftung für Bildung intensiv daran, dass das Modell der Substiftungen in Österreich Schule macht und sich die Förderarbeit durch weitere Gründungen von privater ebenso wie von Wirtschafts-Seite künftig auf zusätzliche Gesellschaftsbereiche ausweitet. „Es gibt massiven Handlungsbedarf in der Bildung, aber auch jede Menge Motivation von vielen Seiten, engagierte Taten zu setzen. Die zielgerichteten Tools dafür sind auf Seiten der Innovationsstiftung für Bildung vorhanden und stehen für die Umsetzung bereit – inklusive umfassender Expertise, gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Beirat und der Erfahrung aus den zwei bereits gegründeten Substiftungen“, so Jakob Calice abschließend.

Weitere Informationen zu Substiftungen: www.innovationsstiftung-bildung.at/substiftungen

Über die Innovationstiftung für Bildung

Die Innovationsstiftung für Bildung wurde mit 1.1.2017 durch ein Bundesgesetz, das Innovationsstiftungsgesetz, gegründet. Sie hat den Auftrag, einen Beitrag zur Anhebung des Bildungsniveaus und der Innovationskompetenz aller Altersgruppen in Österreich durch Förderung von innovativen Projekten in der österreichischen Bildungslandschaft zu leisten.

Die Innovationsstiftung für Bildung fungiert dabei als Intermediär, Unterstützer und Ermöglicher durch gezielte Vernetzung mit allen relevanten österreichischen Bildungsinstitutionen. Den Innovationsaspekt im Bildungsbetrieb setzt die Stiftung mit dem Ansatz der Einbindung möglichst breiter Gruppen um: „Wir leben das Bottom-up-Prinzip und hören unsere Community“ –, ein Ansatz, der den internationalen Standards in der Bildungsinnovation entspricht.

www.innovationsstiftung-bildung.at