Mehr Frauen in Führungspositionen, aber die Schere schließt sich nicht

Wien (OTS) Weltweit wachsen Unternehmen in vielen Bereichen – abgesehen vom Anteil der Frauen in Führungspositionen. In immer mehr Unternehmen (75% im Jahr 2018 gegenüber 66% im Jahr 2017) ist immerhin mindestens eine Frau Teil der Geschäftsleitung. Grant Thornton Internationals jährlicher Bericht „Women in Business“ zeigt jedoch auch, dass der Anteil weiblich besetzter Teams von 25% auf 26% gesunken ist.

Der Frauenanteil im gehobenen Management österreichischer Unternehmen beträgt nur 27%. In 44% der österreichischen Unternehmen gibt es gar keine Frauen in leitenden Positionen. Geschlagen wird Österreich hier nur noch von Neuseeland (56%) und Japan (69%).

65% der Befragten wünschen sich daher richtungsweisende Maßnahmen von Seiten der Politik, um langsam aber doch ein Gleichgewicht auf der Geschlechterwaage zu erreichen. Sie sind auch der Meinung, dass es vor allem ein Zusammenspiel von Unternehmen und Politik sei, das hier Fortschritte bringen könnte.

„In vielen Unternehmen arbeiten zwar immer mehr Frauen, doch in der Führungsebene bleiben sie trotz des Anstiegs weiterhin unterrepräsentiert“, bedauert auch Gerda Leimer, Partnerin bei Grant Thornton Unitreu. „Nur die Stimme von Entscheidungsträgern hat letztendlich Gewicht. Wenn mehr Frauen an der Spitze Einfluss üben, wirkt sich das positiv auf die Kultur in Unternehmen und auf die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs aus“, ist Leimer überzeugt.

Die weltweite Zunahme der Unternehmen mit Frauen in der Geschäftsleitung ist in erster Linie von aufstrebenden Wirtschaftsstandorten wie Afrika (89% der Unternehmen beschäftigen mindestens eine Frau in Führungspositionen) und Osteuropa (87%) begünstigt worden, wobei Lateinamerika den größten Anstieg verbucht (von 52% auf 65%). Aber auch in Regionen wie Nordamerika (von 69% auf 81%) und der Europäischen Union (von 64% auf 73%) ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Es zeigt sich, dass Richtlinien allein nicht ausreichen, um Geschlechterdiversität zu erreichen. Eine nachhaltige Veränderung erfordert eine Interessenskultur, in der die Geschäftsleitung das Thema Diversität zu „ihrem Thema“ macht. Vor allem Führungskräfte sind gefordert, sich gezielt und nachhaltig für Gleichberechtigung einzusetzen.
Dieser Bericht ruft daher anlässlich des Internationalen Frauentags 2018 zu #PressforProgress auf.

Alexandra Winkler-Janovsky, Partnerin bei Grant Thornton Unitreu, sieht das Problem auch in den Wachstumszielen der Unternehmen. „Es wird viel vorhandenes Potential nicht genutzt, von dem Unternehmen enorm profitieren könnten. Erwiesenermaßen gibt es einen Zusammenhang, zwischen dem Frauenanteil auf Führungsebene und dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Was jeder weiß, sollte nun endlich auch im realen Wirtschaftsleben ankommen.“

Grant Thorntons Bericht untersucht auch die Rolle der Unternehmens- und Regierungspolitik. Die Daten zeigen, dass Gleichstellungsstrategien weit verbreitet sind und ausgeführt werden. So bezahlen 80% der österreichischen Unternehmen Männern und Frauen, für die gleichen Aufgaben das gleiche Gehalt.

84% setzen auf Nichtdiskriminierung bei der Einstellung neuer Arbeitskräfte, allerdings bleibt die Quote unbeliebt, sie wird nur von 10% der österreichischen Unternehmen eingesetzt. Maßnahmen zur Unterstützung erwerbstätiger Eltern sind hingegen beliebter, darunter bezahlter Elternurlaub (63%), flexible Arbeitszeiten (67%) sowie Teilzeitarbeit (73%).

Fazit: Erfolgreiche Unternehmen sind jene, deren Politik, Richtlinien und Praxis durch echte Überzeugung von Vielfalt begründet sind. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg bis zur Balance auf der Geschlechterwaage. #PressforProgress.

Der Grant Thornton International Business Report (IBR), der 1992 erstmals in neun europäischen Ländern eingeführt wurde, bietet quartalsweise Einblicke in die Ansichten und Erwartungen von mehr als 10.000 Unternehmen in 35 Ländern. Weitere Informationen finden Sie unter: www.grantthornton.global

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Mag. Sonja Raus
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