Expert*innen der Kinderliga: Regierung muss jetzt rasch handeln, um die Belastungen von Kindern und Jugendlichen zu reduzieren und die gesundheitliche Entwicklung zu sichern!

Wien (OTS) Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) begrüßt die aktuellen Initiativen des Gesundheitsministers, die akuten Belastungssymptome bei Kindern und Jugendlichen durch aufgestockte psychosoziale Angebote aufzufangen. Allerdings hätte es diese Angebote, wie vielfach auch von der Kinderliga eingemahnt, bereits ein Jahr früher gebraucht. „18 Monate sind in einem Kinder- und Jugendlichenleben eine lange Zeit. Viele Entwicklungsschritte werden in eineinhalb Jahren gemacht – oder eben nicht. Die Auswirkungen der Pandemiemaßnahmen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen waren enorm“, sagt Dr. Christoph Hackspiel, Präsident der Kinderliga. Der Appell der Kinderliga-Expert*innen, der sich neben dem Gesundheitsminister auch an alle anderen politisch Verantwortlichen richtet, lautet daher:

Wir müssen aus dem letzten Jahr lernen und rasch handeln!

Kinder und Jugendliche brauchen für eine gute Entwicklung Sozialkontakte, Bewegungsfreiraum und positive Lernerfahrungen. Die Pandemiemaßnahmen der letzten eineinhalb Jahre haben alle diese Bereiche eingeschränkt und phasenweise unterbunden. Mit dem Kindergarten-, Schul- und Unistart muss nun alles getan werden, dass trotz möglicher steigender Infektionszahlen, für alle Kinder und Jugendlichen – auch jene in einer Lehre oder ohne Arbeit –

1. Sozialkontakte erhalten bleiben: in den elementarpädagogischen Einrichtungen, in den Schulen, in den außerschulischen Angeboten

2. Lebensräume als physische Räume offen bleiben: Park- und Sportanlagen, Freizeiteinrichtungen im Notfall auch nur für Kinder (mit Betreuung) und Jugendliche, um Bewegung zu ermöglichen

3. Belastung reduziert und Erfahrungen aufarbeitet werden: aufsuchende Angebote wie psychosoziale Workshops, Anleitung von Schulen im Umgang mit Belastungsreaktionen und psychischen Erkrankungen, positive Gemeinschaftserlebnissen abseits von Leistungsdruck und Zukunftsängsten

Es geht darum, mit den Erfahrungen und Learnings der letzten eineinhalb Jahre, allen Kindern und Jugendlichen mit dem Start in den Herbst beste Entwicklungsbedingungen zu bieten, und die Herausforderungen und Bedürfnisse von jungen Menschen in Österreich in den Fokus zu rücken“, sagt Dr.in Caroline Culen, Geschäftsführerin der Kinderliga.

Psychische und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Gefahr

Zahlreiche Studien zeigen, dass sich die Zeit der Lockdowns besonders auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen negativ ausgewirkt hat: Ängste, Schlafstörungen, Motivationsverlust und depressive Verstimmung haben massiv zugenommen. Jugendpsychiatrien sind überfüllt. Jugendliche erhalten nach wie vor schwer Lehrstellen, Konflikte und Gewalt in Familien und psychische Erkrankungen sind deutlich angestiegen. Ebenso hat, abgesehen von den Gefahren einer Covid-Infektion, die körperliche Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in der Zeit der Pandemie gelitten: Mangel an Bewegung und Sport und ungesunde Ernährung oder Essen als Kompensation führen zu erhöhtem Körpergewicht.

Langzeitfolgen verhindern!

All diesen Auswirkungen der Pandemie muss rasch entgegengewirkt werden, um Langzeitfolgen, die nicht nur individuell, sondern auch volkswirtschaftlich belastend sind, zu verhindern. Die Expert*innen der Kinderliga empfehlen dringend, diese Phase jetzt zu nutzen, um die Weichen für eine bessere gesamtgesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Österreich zu stellen. „Neben dem wichtigen „schnellen Pflaster“, um die akuten Probleme in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, auch strukturell mehr Versorgungs- und Präventionsangebote auf Schiene zu bringen“, so Culen.

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