Pensionen sind Versicherungsleistung, auf die Anspruch besteht. Soziale Maßnahmen zur Armutsbekämpfung müssen zusätzlich zur Pensionsanpassung erfolgen, z.B. über die Ausgleichszulage.

Wien (OTS) Am 18. August ist der Startschuss für die Verhandlungen zur Pensionsanpassung 2022. An diesem Tag steht nämlich die offizielle Inflationsrate für die vergangenen 12 Monate fest, welche die gesetzliche Grundlage für die Pensionsanpassung bildet.

„Mein Ziel für die kommende Pensionsanpassung ist klar: Die volle Erhöhung um die Inflationsrate muss das Minimum für alle Pensionen sein!“, hält Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec fest.

In den vergangenen zwei Jahren wurden besonders die kleinen Pensionen stärker erhöht. Das war wichtig und richtig, um die Kaufkraftverluste dieser Pensionen auszugleichen und erste wichtige Schritte gegen Altersarmut zu setzen. „Nicht zufrieden war ich jedoch damit, dass nicht alle Pensionen die volle Inflationsabgeltung bekommen haben“, so Korosec weiter.

Pensionsansprüche sind Versicherungsleistungen!”

„Wenn wir diese Ausnahmen zur Regel werden lassen, gefährden wir damit das Versicherungsprinzip der Pensionen: Wer mehr einzahlt, erhält auch mehr Pension. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, sonst verlieren sie das Vertrauen in unser Pensionssystem“, warnt die Seniorenbund-Präsidentin. Korosec betont, dass alle Pensionsbezieher Anspruch auf mindestens die Inflationsanpassung haben, weil dafür die Beiträge in die Pensionsversicherung einbezahlt wurden. „Wir dürfen Sozialpolitik nicht mit Versicherungsleistungen vermischen“, fordert sie.

Klar ist für die Seniorenbund-Präsidentin aber auch: Altersarmut darf es in Österreich nicht geben. Maßnahmen dagegen sind dringend notwendig, müssen jedoch parallel zur allgemeinen Pensionsanpassung geschehen, etwa über die Ausgleichszulage. „Das ist treffsicherer, sozialer und gerechter als Umverteilung innerhalb der Pensionsleistungen.“

Altersarmut bereits am Arbeitsmarkt bekämpfen

Außerdem beginnt laut Korosec Altersarmut bereits am Arbeitsmarkt. „Jonglieren innerhalb der Pensionen ist Symptombekämpfung statt nachhaltiger Vorsorge.“ Größtes Problem ist die Kluft zwischen tatsächlichem (60 Jahre) und gesetzlichem (65 Jahre) Pensionsantrittsalter. Diese Kluft gilt es mit folgenden Maßnahmen zu schließen:

  • Die Schaffung von altersgerechten Arbeitsplätzen.
  • Größte Anstrengungen seitens der Politik, Wirtschaft und der Berufstätigen selbst sind gefordert, dass Menschen länger im Arbeitsleben bleiben können und wollen.
  • Flexiblere Pensionsprogramme wie einen sanfteren Übergang in Altersteilzeit statt Blockzeiten.
  • Umfassende Gesundheitsprävention und breitere (Um-) Schulungsangebote.

„Die nächsten Wochen werden für die Anpassung 2022 entscheidend sein. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, wie wir nachhaltig Altersarmut bekämpfen und dabei gleichzeitig das Versicherungsprinzip und die Pensionsleistungen für alle Seniorinnen und Senioren stärken“, so Korosec abschließend.

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