„Österreich Bild“ am Sonntag, 21. Februar 2021, 18.25 Uhr, ORF 2

St. Pölten (OTS) Niederösterreichs Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind ein wichtiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Motor. Handwerk bewahrt aber auch wesentliches Kulturgut und Wissen. Die Betriebe bauen auf großer Tradition auf und verlieren diese auch nicht aus dem Blick, wenn es darum geht sich auf die Arbeitsprozesse der Zukunft vorzubereiten. Auch in coronabedingt schwierigen Zeiten stellen sich die Betriebe erfolgreich den veränderten Rahmenbedingungen am Markt. Ein Österreich-Bild aus dem Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung:
Andreas Leitner, Kamera: Johann Steinkogler) zeigt anhand ausgewählter Beispiele, welche Qualität und welches enorme Innovationspotenzial in diesen Betrieben steckt.

In Raabs an der Thaya befindet sich die Mühle der Familie Dyk. Anfang der 1970er Jahre entwickelte Bio-Pionier Peter Dyk ein Mahlverfahren, welches das gesamte Korn schonend vermahlt und das Mehl zugleich monatelang haltbar macht. Die sogenannte Sortierung während des Mahlverfahrens ermöglicht es, dass aus einem Korn sowohl dunkles als auch helles Mehl entsteht. Aus dieser Innovation heraus entwickelte sich das Konzept der CMS-Mühle (Compact Milling Systems), die schlüsselfertig in Container eingebaut wird. Durch die Mobilität und die niedrigen Investitionskosten eignet sich diese Mühle besonders für Entwicklungsländer.

2020 überzeugte Martin Kirschbichler die Jury der Wirtschaftskammer Niederösterreich beim „Kreativ in die Zukunft“-Preis in der Kategorie „Design“ mit seinem Massivholzhocker „der Franz“. Er wurde nach dem Konzept eines Bauernsessels aus dem 19. Jahrhundert entworfen, aus regionalem Eichenholz aus dem Innviertel gefertigt und besticht durch zeitloses Design sowie die traditionelle Verarbeitung ohne Schrauben.

Die Tiroler Damenkleidermacherin Gertraud Gerst erhielt 2018 einen Sonderpreis für ihr Slow Fashion-Konzept, das auf bewussteren Konsum setzt. In der Manufaktur in St. Andrä-Wördern werden etwa kleine Serien rein handwerklich gefertigt. Vom Flachs, der auf Feldern im Mühlviertel wächst, bis zur fertigen Latzhose in Leinen-Denim aus der Modemanufaktur Gerst sind es nur wenige hundert Kilometer. Das garantiert Fairness und Nachhaltigkeit.

In Österreich wird die sogenannte duale Ausbildung praktiziert. Dieses System basiert auf der betrieblichen Ausbildung in Verbindung mit der beruflichen Ausbildung in den betreffenden Berufsschulen. Ein weiterer Ausbildungsort ist die New Design University in St. Pölten, die 2004 als Tochterunternehmen der Wirtschaftskammer Niederösterreich gegründet wurde. Das Studium hier verbindet wirtschaftliche Praxis mit der akademischen Ausbildung einer Universität.

Die Firma Fonatsch mit Sitz in Melk begann vor 50 Jahren Lichtmaste mit Design und Funktion zu fertigen. Das Unternehmen schafft den Spagat zwischen traditionellem Handwerksbetrieb und digitaler Welt, wofür es bereits zweimal den „Kreativ in die Zukunft“-Preis in der Kategorie „Produktentwicklung und Dienstleistung“ gewonnen hat.

Im Unternehmen Elektro Kerschbaumer, wo der Chef persönlich repariert, steht der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund:
Reparieren statt wegwerfen! So werden auch für sehr alte Geräte passende Ersatzteile gesucht, damit auch diese Schätze wieder funktionsfähig gemacht werden können.

Strategien und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind gefragt: Dazu zählen Fassadenbegrünungen und Gründächer. Jörg Fricke, Landschaftsökologe und Lektor an der BOKU Wien, spezialisiert sich seit 1998 mit seiner Firma auf Dachbegrünungen. Zusammen mit Partnerfirmen wird objektbezogen ein optimales Begrünungskonzept entwickelt.

Redaktion: Mag. Sabine Daxberger-Edenhofer

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