Danach: „Mode, Models und Muslima – Die Islamische Revolution der Frauen“

Wien (OTS) Nicht erst in den 1960er Jahren, sondern bereits zu Beginn der Neuzeit erschütterte eine sexuelle Revolution die westliche Gesellschaft. Dies dokumentiert der zweite Teil des BBC-Dreiteilers „Das Christentum und die Sexualität“, den „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 12. Juni 2018, um 22.35 Uhr in ORF 2 zeigt. Der dritte Teil der von Diarmaid MacCulloch präsentierten Dokureihe – „Sex und Co in der Moderne“ – folgt am 19. Juni.
Anita Lackenbergers Film „Mode, Models und Muslima – Die Islamische Revolution der Frauen“ wirft um 23.25 Uhr einen Blick in die Vergangenheit des 20. Jahrhunderts und zeichnet ein gänzlich anderes Bild der Rechte der Frauen im Nahen Osten, als wir es heutzutage gewohnt sind.

„Das Christentum und die Sexualität“ – Teil 2: „Die sexuelle Revolution“

Ab dem 11. Jahrhundert gewinnt die Kirche zunehmend Einfluss auf verschiedene Bereiche der Lebensgestaltung. Bei ihrer Machtausübung auch auf intime Bereiche des Lebens ist die Ehe ist ein zentrales Instrument. „Bis dahin konnte ein Paar heiraten, wann immer es wollte. Das mündliche Eheversprechen musste lediglich durch den Geschlechtsakt besiegelt werden“, erklärt Kirchenhistoriker Diarmaid MacCulloch: „Doch im Jahre 1073 wurde Gregor der Siebte zum Papst gewählt. Er hatte seine eigenen Vorstellungen von christlicher Moral. Die Ehe spielte darin eine zentrale Rolle.“ Ab Ende des 12. Jahrhunderts wird die kirchlich-sakramentale Ehe zur verpflichtenden Norm, die nicht zuletzt dem Papst großen Einfluss auf den Adel und seine Heiratspolitik ermöglicht.

Doch mehr und mehr wird selbst der eheliche Geschlechtsverkehr als sündig gebrandmarkt, der seine Legitimation einzig zur Zeugung von Nachkommenschaft habe. Diese negative Sicht der Sexualität führt dazu, dass die mönchische Enthaltsamkeit zum Ideal auch für den gesamten Weltklerus erklärt wird: Zur zölibatären Lebensform müssen sich fortan alle Priester verpflichten.

Martin Luther und die Reformation stellen dem schließlich eine ganz andere Botschaft gegenüber: Sex ist keine Sünde, Sex ist vielmehr und gerade in der Ehe erstrebenswert und positiv. Doch die radikale Antwort der Kirche lässt nicht lange auf sich warten. Die Gegenreformation sorgt dafür, dass gute Katholiken den Geschlechtsverkehr wieder als Sünde wahrnehmen. Und Europa versinkt schließlich im katastrophalen Strudel der Hexenverfolgung.

„Mode, Models und Muslima – Die Islamische Revolution der Frauen“ – Ein Film von Anita Lackenberger

Die erste Station der „kreuz und quer“-Reise durch die Geschichte führt in die 1920er Jahre Ägyptens. Huda Shaarwai, die Jahre in einem Harem zugebracht hat, gründet die Ägyptische Feministische Union und legt als eine der ersten Frauen öffentlich den Schleier ab. Es ist überhaupt eine Zeit des Wandels, denn nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs wird die Macht neu verteilt. Doch auch im Libanon und in Palästina finden sich mutige Frauen, die sich mit ihrer untergeordneten Stellung in der Gesellschaft nicht abfinden wollen. In den 1940er und 1950ern kommt es in Ägypten erneut zu großen politischen Umwälzungen. Die Religion spielt dabei wenig bis gar keine Rolle. Die Sängerin und Schauspielerin Umm Kulthum ist so populär, dass vor ihrer wöchentlichen Sendung die wichtigsten politischen Nachrichten verlesen werden – nicht nur für Ägypten, sondern für den gesamten arabischen Raum. Auch wenn man heutzutage Bilder aus dem Iran der 1960er sieht, fällt auf, wie liberal man sich zu dieser Zeit gab: Von Kopftüchern keine Spur – Frauen und Männer badeten gemeinsam, man feierte gemeinsam.

Doch dann bricht in den 1970ern die Iranische Revolution aus und viele der hart erkämpften Rechte werden wieder aufgehoben. Auch in den Nachbarländern wird der Islam immer mehr zum Politikum. Plötzlich wird wieder ein Absolutheitsanspruch vertreten, die Lebenswelt der Menschen und vor allem der Frauen vereinnahmt. Anita Lackenberger (Regie und Drehbuch) und Gerhard Mader (Produktion, Kamera, Schnitt) begeben sich auf eine spannende Spurensuche im Nahen Osten, um ein Kapitel der Frauenrechtsbewegung aufzudecken, das so nur den wenigsten bekannt ist.

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