Anschließend: „lesArt“ mit Bachmann-Preisträger/in 2017 und Feridun Zaimoglu

Wien (OTS) Clarissa Stadler präsentiert am 10. Juli 2017, um 22.30 Uhr in ORF 2, einen abwechslungsreichen „kulturMontag“, der u. a. dem Phänomen Fake News auf den Grund geht und die Pläne, Pros und Contras zum neuen österreichischen Fotomuseum thematisiert. Außerdem berichtet die Sendung über den belgischen Kunststar Jan Fabre beim ImPulsTanz-Festival und eine ihm gewidmete Schau im Leopoldmuseum sowie über den kürzlich erschienenen Prachtband „Die Staatskanzlei – 300 Jahre Macht und Intrige am Ballhausplatz“ des ehemaligen langjährigen Präsidialchefs des Bundeskanzleramts, Manfred Matzka. Anschließend an das Kulturmagazin steht eine neue Ausgabe des Literaturformats „lesArt“ (23.25 Uhr) auf dem Programm, das den/die frischgekürte/n Bachmann-Preisträger/in 2017 präsentiert. Außerdem zu Gast bei Christian Ankowitsch: Sprach-Rebell Feridun Zaimoglu mit seinem neuen Roman.

Falsche Wahrheiten und echte Folgen – Fake News in den Medien

Kaum eine Geschichte scheint mittlerweile absurd genug, dass sie nicht im Internet geteilt, geliked und weiterempfohlen wird. Vor allem mit den neuen Medien verschwimmen die Konturen zwischen wahr und falsch. Denn der Algorithmus der Social Media fungiert als zusätzlicher Brandbeschleuniger. Dennoch sind Fake News kein neues Phänomen. Massenmedien wurden schon seit jeher für die Verbreitung von Falschmeldungen und Propaganda missbraucht – nicht nur in totalitären politischen Systemen. Neu ist jedoch der Umstand, dass Fake News demokratisiert wurden, gar maßgeschneiderte Fake-News-Kampagnen um teures Geld gekauft werden können. Oder man bastelt sie sich einfach selbst. Wie einfach das geht, zeigt das satirische Onlineangebot der ORF/ARTE/BR/SRF-Aktion „Die Weltherrschaft“ mit einem interaktiven Verschwörungstheoriebaukasten und erzählt im „kulturMontag“ ein junger Mazedonier, eines jener vielzitierten „Computerkids“, die mit ihren erfundenen Skandalen den US-Wahlkampf 2016 beeinflusst haben. Man ist sich einig: Gegen Fake News muss aktiv aufgetreten werden – dementieren allein reicht nicht mehr. Doch die Frage nach dem Wie ist noch lange nicht geklärt. Der „kulturMontag“ hat Journalisten und Social-Media-Experten getroffen und mit ihnen über die Mechanismen von Falschmeldungen gesprochen.

Neues, österreichischen Fotomuseum – Die Pläne des Kulturministers und die Reaktionen darauf

Seit Jahrzehnten wird immer wieder über die Schaffung eines Fotomuseums diskutiert. Jetzt soll Österreich eines bekommen, wenn es nach Kulturminister Thomas Drozda geht. Eine Institution solle es werden, „in der sowohl die Sammlungen der Republik als auch private Sammlungen gezeigt werden können“. Details über die Organisationsform oder Inhalte sind noch nicht bekannt, aber Drozdas Ankündigung ließ in Salzburg die Alarmglocken schrillen: Man befürchtet, dass die Fotosammlung des Bundes, die seit 1983 im Rupertinum, also im Museum der Moderne aufgebaut und betreut wird, nach Wien übersiedelt wird. Darüber hinaus gibt es in Wien weitere Bundesmuseen wie die Albertina, das Museum Moderner Kunst oder das Theatermuseum sowie die Österreichische Nationalbibliothek, die in Summe Sammlungen von mehreren Millionen Fotos aufgebaut haben. Was ist von der Idee eines eigenen Fotomuseums zu halten? Der „kulturMontag“ hat Museumsdirektoren, Fotohistoriker und -experten nach ihre Meinung gefragt. Außerdem im Interview: Kulturminister Thomas Drozda und Fotosammler Peter Coeln, der Teile seiner rund 120.000 Fotografien umfassenden Privatsammlung der Republik schenken will. Unter einer Bedingung: sie soll in einem eigenständigen Fotomuseum präsentiert werden.

Fritten, Bier und Künstler – Jan Fabres performative Hommage an Belgien beim ImPulsTanz-Festival

Der belgische Starchoreograf und Künstler Jan Fabre hat diesen Sommer Hochsaison in Österreich: das Leopoldmuseum zeigt einen Überblick seiner Performancekunst der vergangenen 40 Jahre und sein neues Stück „Belgian Rules/ Belgium rules“ – eine kritische Hommage an seine Heimat – wird beim ImPulsTanz-Festival uraufgeführt. Fabre bringt die drei Kulturen auf die Bühne, die flämische, die französische, die deutsche, ihre Gemeinsamkeiten und Widersprüche, das Bier, die Fritten, die Brieftaubenfanatiker – und die großen Maler. Dem „kulturMontag“ gab der Kunst- und Performance-Berserker ein Interview in einem sehr speziellen Atelier in seiner Heimatstadt Antwerpen. 300 Jahre Macht und Intrigen – „Die Staatskanzlei“ von Manfred Matzka

Manfred Matzka, Kulturmanager und Kunstliebhaber, war als Präsidialchef des Bundeskanzleramts lange Zeit einer der ranghöchsten Beamten Österreichs und kennt die Geschichte des Hauses am Ballhausplatz 2 wie kaum ein anderer. Jahrzehntelang sammelte er Dokumente und Skizzen, bis sein Privatarchiv zu beachtlicher Größe angewachsen war. Das Ergebnis ist der Prachtband „Die Staatskanzlei – 300 Jahre Macht und Intrige am Ballhausplatz“. Auf seiner historischen Spurensuche stieß Matzka auf bisher Unbekanntes, etwa eine Handskizze der Nazi-Putschisten von Juli 1934. Der Putschversuch hatte den Tod des autoritär regierenden Kanzlers Engelbert Dollfuß zur Folge. Das Bundeskanzleramt: das Gedächtnis der Nation und politisches Machtzentrum Österreichs. Wie hat sich die Bedeutung des Politischen über die Jahrhunderte verändert? Wie definiert sich der Ort der Macht heute in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung? Der „kulturMontag“ fragt nach bei Manfred Matzka, an seinem ehemaligen Arbeitsplatz und bei „Macht“-Expertin Christine Bauer-Jelinek.

Außerdem: „lesArt“ (23.25 Uhr)

Die neue Ausgabe von „lesArt“ kommt diesmal aus Klagenfurt, aufgezeichnet anlässlich der am Sonntag zu Ende gehenden „41. Tage der deutschsprachigen Literatur“, die in der Literaturbranche nach wie vor zu den wichtigsten Plattformen zählen. Zu Gast bei Christian Ankowitsch: der/die am Vortag frisch gekürte Bachmannpreisträger/in sowie der Sprachberserker unter den deutschsprachigen Gegenwartsautoren: Feridun Zaimoglu – auch er ist Bachmannpreis-erprobt, hat 2003 den Preis der Jury zuerkannt bekommen. Mit seinem neuen Roman „Evangelio“ legt er ein sprachgewaltiges Buch über Martin Luther vor, geschrieben in einer Kunstsprache, die dem Deutsch zu Luthers Zeiten nachempfunden ist. Widerstand gegen herkömmliche Ordnungen ist darin dominierendes Thema. Zaimoglu, Sohn türkischer Gastarbeiter, der sich als Deutscher mit türkischem Hintergrund versteht, begann seine literarische Laufbahn als eine Art Undergroundautor. Mit „Kanak Sprak“ betrat er die Literaturbühne: ein Buch, das inzwischen zum Kanon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zählt. Feridun Zaimoglus Werk durchzieht eine entschiedene Parteinahme für Unterprivilegierte, für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, außerhalb des bürgerlichen Sichtfelds, gegen das er leidenschaftlich gern polemisiert. Es ist stets der Blick „von unten“, der seine Texte prägt. Er ist überzeugt: Wenn künstlerisches Tun einen Sinn hat, dann den, die menschliche Würde immer wieder aufs Neue einzufordern, herzustellen.
Weiters präsentiert „lesArt“ in der Reihe „Kleinverlage im Porträt“ den Kärntner Wieser-Verlag, der heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiert.

Der „kulturMontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III, ORF SPORT + sowie 3sat – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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