Außerdem: Finale des Dokuzweiteilers „Der Traum vom Gesamtkunstwerk – Gegenwartskunst und Oper“

Wien (OTS) Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 12. Juli 2021 um 22.30 Uhr in ORF 2 befasst sich mit dem Sehnsuchtsort Semmering, der mit neuen künstlerischen wie baulichen Projekten wiederbelebt werden soll. Weiters wirft die Sendung einen Blick auf die bereits laufenden Internationalen Filmfestspiele in Cannes, die nach Pandemie-bedingter Pause heuer wieder stattfinden. Außerdem beschäftigt sich die Sendung anlässlich des anhängigen Prozesses rund um Arnulf-Rainer-Arbeiten mit dem Thema Kunstfälschungen. Anschließend an das Magazin steht der zweite Film des Dokuzweiteilers „Der Traum vom Gesamtkunstwerk – Gegenwartskunst und Oper“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Zukunftsmusik für Nostalgiker – Neue Projekte am Semmering

Ob Stefan Zweig, Alma Mahler-Werfel oder gar die Kaiserfamilie – sie alle hat es einst an den Semmering gezogen. Wiens Sehnsuchtsort für die exzentrische Künstlerschaft wie die Hautevolee wurde zur Elitemarke des mitteleuropäischen Tourismus. Der Glanzzeit um 1900 folgten Krisen und Comebacks. Heute stellt sich jedoch die Frage nach Zukunftschancen jenseits der Nostalgie, die sich über die Region gelegt hat. Historiker Wolfgang Kos erzählt in seinem neuen Buch „Der Semmering – Eine exzentrische Landschaft“ von deren abwechslungsreicher Geschichte. Der umtriebige Grazer Hotelier Florian Weitzer will die Region mit ihrer einzigartigen Naturkulisse, deren Hotels leer stehen, aus dem Dornröschenschlaf wecken. Vor zwei Jahren hat er das altehrwürdige Kurhotel, einen Monumentalbau aus dem Jahr 1909, gekauft und investiert rund 40 Millionen Euro in sein spektakuläres Projekt „Grand Semmering“. Ein aufwendiger Werbespot für das Modelabel Gucci mit Dutzenden Komparsen wurde hier schon gedreht. Auch Kunst im öffentlichen Raum dient neuerdings als Medium, um die Schaulust am Semmering zu sensibilisieren.

Großes Kino an der Côte d’Azur – Internationale Filmfestspiele Cannes

Die Vorfreude auf die Filmfestspiele in Cannes ist groß, konnte doch im vergangenen Jahr das weltweit wichtigste Filmfestival wegen der Pandemie nicht stattfinden. Nun finden sich Stars und Filmemacher wieder an der Croisette ein. Wird alles wie immer? Auf den ersten Blick scheint es so zu sein, der rote Teppich wird wie gewohnt zum Laufsteg für internationale Stars. Im Wettbewerb konkurrieren Regiegrößen wie Wes Anderson oder Paul Verhoeven um die Preise. Auch drei österreichische Beiträge sind in Cannes vertreten. In der Reihe „Un Certain Regard“ laufen Sebastian Meises Film „Große Freiheit“ und das Drama „Moneyboys“ des chinesischen Filmemachers Yilin Chen Bo. Peter Tscherkassky ist der dritte im Bunde. „Train Again“ heißt der neue Kurzfilm des renommierten Experimentalfilmemachers und ist eine Ode an die Eisenbahn und die Beschleunigung der Wahrnehmung im Kino. Und auch die Jury unter dem Vorsitz von Spike Lee bekommt mit Jessica Hausner Verstärkung aus Österreich. Der „kulturMontag“ bringt erste Highlights.

Irrtum ausgeschlossen? Original oder Fälschung

Sex sells, dachte sich vielleicht „Übermaler“ Arnulf Rainer, als er auf seiner geliebten Insel Teneriffa zwischen 2010 und 2014 einen durchaus erotischen Zyklus geschaffen hat. Der niederländische Fotokünstler Rene Rietmeyer lieferte ihm dafür die Vorlagen. Jahre später ist aus dieser Aktion ein veritabler Streit entbrannt. Ein Fälschungsverdacht ist im Raum gestanden, als ein ganzes Konvolut dieser Arbeiten von einer Sammlerin von Rietmeyer gekauft wurde. Der Fotograf will sie als Gegenleistung für seine Mitarbeit vom Meister höchstpersönlich bekommen haben. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Der Verdacht der Fälschung wurde zwar entkräftet, ein Prozess, den die Sammlerin angestrebt hat, ist jedoch im Laufen. Das Thema Kunst, der Markt und die Fälschungen sind ein heikles Terrain. Was ist also echt? Was ist ein Original, was eine Fälschung? Oder eine fehlende Authentifizierung? Darf ein Künstler sein eigenes Werk für falsch erklären? Was sagt das Urheberrechtsgesetz?

Dokumentation „Der Traum vom Gesamtkunstwerk – Gegenwartskunst und Oper“, Teil 2 (23.30 Uhr)

Nach der Machtergreifung 1933 bestimmen die Nationalsozialisten, welche Künstler Opern ausstatten dürfen. Als der Krieg vorbei ist, kann sich die Kunst wieder frei entfalten und in den 1950er Jahren entstehen neue Opernhäuser. Bildende Künstler und Architekten arbeiten gemeinsam daran, Wagners Traum vom Gesamtkunstwerk Wirklichkeit werden zu lassen. Teil zwei der Dokumentation von Axel Fuhrmann erzählt davon, wie sich die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Opernbühnen neu ausrichtet. Der Film spannt den Bogen von der Minimal Art der 1960er Jahre über die avantgardistischen Raumvisionen des italienischen Stararchitekten Renzo Piano und die Lichtskulpturen James Turrells bis hin zu den polarisierenden Wagner-Inszenierungen von Christoph Schlingensief Anfang des 21. Jahrhunderts.

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