Staatssekretärin Mayer im Studio; außerdem: Doku-Premiere „Die Hexen von Hollywood“

Wien (OTS) Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ am 26. April 2021, um 22.30 Uhr in ORF 2, berichtet zunächst über die in der Nacht davor verliehenen Oscars. Die Sendung gibt weiters Einblicke in Frank Castorfs „Faust“-Inszenierung an der Wiener Staatsoper, die dort am 9. Mai Premiere feiert, und widmet sich u. a. den dringend notwendigen Perspektiven für die Kunst- und Kulturszene. Dazu ist Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer live zu Gast im Studio. Anschließend steht anlässlich der Oscar-Verleihung die Premiere des Dokumentarfilms „Die Hexen von Hollywood“ (23.15 Uhr) über die Darstellung von Hexen im Film seit 1930 auf dem Programm.

And the Oscar goes to … – Das waren die 93. Academy Awards

In der Nacht zum 26. April geht trotz Corona die 93. Oscar-Verleihung in Hollywood über die Bühne. Live, aber doch locked, dafür lässig und leidenschaftlich soll die u. a. von Stars wie Brad Pitt, Halle Berry und Harrison Ford präsentierte Show werden, versprechen die Produzenten rund um Regiemeister Steven Soderbergh. Trotz starker Impffortschritte in den USA gibt es immer noch jede Menge Corona-Hürden und -Maßnahmen. Kritiker/innen sind sich jetzt schon einig: Es wird eine historische Gala, ist doch eine Rekordzahl an nicht-weißen und weiblichen Filmschaffenden nominiert. Stand in den Vorjahren oftmals die Debatte um die geringe Zahl dunkelhäutiger Darsteller/innen oder Filmemacher/innen auf der Nominierungsliste im Fokus, ist das Feld heuer breiter und divers aufgestellt, außerdem sind 70 Frauen mit 76 Nominierungen diesmal dabei. Die Favoritenliste mit zehn Nennungen allerdings führt mit David Finchers Drama „Mank“ ein klassisches Hollywood-Biopic an. Als bester fremdsprachiger Film ist u. a. die bosnisch-österreichische, vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Koproduktion „Quo vadis, Aida?“ von Jasmila Žbanić nominiert. Wie schon bei den Golden Globes sind auch die Academy Awards in diesem Jahr von Filmen der Streaming-Plattformen Netflix und Amazon dominiert. Wie die Oscar-Gala 2021 trotz Beschränkungen über die Bühne gegangen ist, über Sieger/innen, vertane Chancen und spannende Produktionen erzählt ORF-Filmressort-Chef Christian Konrad in einer Live-Schaltung aus L.A.

Frank Castorfs „Faust“ an der Wiener Staatsoper

Regie-Berserker Frank Castorf inszeniert an der Wiener Staatsoper Charles Gounods „Faust“ als Ode an den Trieb, die Sexualität und das Lotterleben. In der Produktion, die schon 2016 in der Oper in Stuttgart umjubelt wurde, verlegt er Gounods reißerischen, lebens-und liebeshungrigen „Boulevard-Faust“ an die Pariser Metro-Station „Stalingrad“, die es wirklich gibt. Marguerite ist die heimliche Hauptfigur im französischen „Faust“, den Gounod 1859 komponierte, zunächst noch mit gesprochenen Dialogen, ohne Ballett. Erst später wuchs sich das Werk aus zu jener hinreißenden Grand Opéra, die zum Kassenschlager wurde. Marguerite ist auch keine kleinkarierte Unschuld vom Lande, vielmehr ein promiskes, modernes Girl, das glaubt, die große Liebe zu finden und daran kaputtgeht. Einmal mehr geht es Castorf um Kritik an Konsum, Kapitalismus und Kolonialismus. Die australische Sopranistin Nicole Car gibt als Marguerite ihr Staatsoperndebüt. Startenor Juan Diego Flórez verkörpert erstmals auch szenisch den Faust. Am Pult ist Stardirigent Bertrand de Billy. Der „kulturMontag“ berichtet, wie Frank Castorf seine Wiener Inszenierung anlegt, die am 9. Mai in ORF III zu sehen sein wird.

Pläne für Kulturperspektiven

Seit mehr als einem Jahr ist es Pandemie-bedingt still rund um die Kunst- und Kulturbranche geworden. Seit November sind die Kulturinstitutionen mehr oder weniger wieder geschlossen. Seit Mitte April zeigt sich ein Fünkchen Hoffnung: Bei einer Regierungsklausur, die ganz im Zeichen der Wirtschaft stand, wurden weitere Schritte besprochen. Ab Mitte Mai sollen alle bisher geschlossenen Bereiche öffnen dürfen – mit strengen Auflagen auch die Kultur. Vorsichtiger Optimismus macht sich in der Szene breit. Doch wie kann und soll der weitere Kulturfahrplan aussehen? Werden auch dieses Mal die Theater als Letzte öffnen dürfen, wie kritisiert wird? Von der seit einem Jahr stillgelegten Club-Szene ganz zu schweigen. Der Kulturbereich brauche Perspektiven für die Zukunft, betonten die Kultursprecher/innen aller Fraktionen im Ausschuss. Das Kulturleben werde durch die Krise deutlich verändert, war sich Staatssekretärin Andrea Mayer mit den Abgeordneten einig. Bei der Entwicklung einer neuen Kulturstrategie will sie relevanten Akteuren die Mitsprache ermöglichen, denn die Einschränkungen im kulturellen Angebot könnten auch durch zahlreiche Maßnahmen nicht kompensiert werden. Aus der Branche wurde einmal mehr der Ruf nach Planungssicherheit und nach konkreten Öffnungsperspektiven laut. Welche Bilanz ziehen die Kultursprecher/innen aller Lager für das Jahr der Pandemie? Was ist der Regierung gelungen, was gilt es in Zukunft dringend umsetzen? Maria Großbauer (ÖVP), Eva Blimlinger (Die Grünen), Sepp Schellhorn (NEOS), Volker Reifenberger (FPÖ) und Neo-SPÖ-Kultursprecherin Gabriele Heinisch-Hosek resümieren und blicken in die Zukunft. Live zu Gast im Studio ist Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer im Gespräch mit Peter Schneeberger.

Dokumentation „Die Hexen von Hollywood“

Wir begegnen ihnen in der Bibel, im Märchen, in uralten Mythen indigener Völker – und auf der großen Leinwand wie auf dem Fernsehschirm: Hexen, mit metaphysischen Kräften ausgestattet, verfemt, verfolgt, von der Gesellschaft ausgestoßen – oder auch kultisch verehrt. An der Darstellung von Hexen im Film lassen sich der Wandel von Geschlechterstereotypen, aber auch eine Geschichte weiblicher Emanzipation ablesen. Berückend schön oder abstoßend hässlich, allenfalls aber abgrundtief böse – so kam eine der ersten Hexen in der Hollywood-Geschichte daher: die böse Stiefmutter, die Walt Disneys Schneewittchen den vergifteten Apfel reicht. Sich nach irdischer Liebe verzehrend oder hausfraulich-bieder waren die Hexen der 1950er und 1960er Jahre. Sinnliche Sirenen, die jeden Vorstadt-Puritanismus sprengen, die Hexen von Eastwick. Strebsam-nerdig, aber mutig und selbstbestimmt ist die junge Hermine aus den Harry Potter-Filmen. Und Angelina Jolie gab zuletzt in Maleficent den gefallenen Engel.
Regisseurin Sophie Peyrard beschäftigt sich in ihrem Dokumentarfilm mit der Entwicklung der Hexen-Rolle im Hollywoodfilm seit 1930. Zu Wort kommen Filmkritikerinnen, Hexenforscherinnen und Autorinnen, die das Thema vor dem Hintergrund des soziopolitischen Klimas der jeweiligen Ära betrachten. Anhand der unterschiedlichen filmischen Darstellungen der Hexe reflektieren sie die Rolle der Frau in der Gesellschaft über die Jahrzehnte hinweg. Ihre Analysen und historische Fakten untermalt die Filmemacherin mit ausgewählten Ausschnitten aus der Filmgeschichte.

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