Außerdem: Dokumentation „Gustav Peichl: Der Doppeltäter – Am Anfang war der Strich“ zum 90. Geburtstag des Architekten und Zeichners

Wien (OTS) Der „kulturMontag“ am 26. Februar 2018, um 22.30 Uhr in ORF 2 widmet sich anlässlich des 100. Todestags von Egon Schiele der Jubiläumsschau im Leopold Museum sowie dem visionären Werk des Kunstprovokateurs und seinem spannenden Seelenleben. Weitere Themen der von Clarissa Stadler präsentierten Sendung sind u. a. das Spannungsfeld zwischen Kunst und politischer Korrektheit sowie die bevorstehende Uraufführung von „jedermann (stirbt)“ am Burgtheater – die Neuinterpretation des berühmten Spiels vom Sterben des reichen Mannes von Bachmann-Preisträger Ferdinand Schmalz. Der Dramatiker ist live zu Gast im Studio. Anschließend an das Magazin zeigt ORF 2 die Dokumentation „Gustav Peichl: Der Doppeltäter – Am Anfang war der Strich“ (23.30 Uhr) von Rudi Dolezal anlässlich des 90. Geburtstags des Stararchitekten und Karikaturisten.

Die Psyche des Provokateurs Egon Schiele

Egon Schiele wagte um 1900, was auch heute noch für Aufregung sorgt. Zum 100. Todesjahr feiert das Wiener Leopold Museum das Enfant terrible des österreichischen Expressionismus mit einer opulenten Schau. Ob in seinen Selbstporträts oder in den Frauendarstellungen – mit ästhetischer Schönheit, wie sie seine Kollegen des Jugendstils zelebrierten, hatte Egon Schiele nichts am Hut. Es sind intensive Porträts, oft von doppelbödiger Erotik, in denen Schiele die Wahrheit zu entblößen suchte. In der bigotten Wiener Gesellschaft erntete er für diese Zurschaustellung von nackten Körpern, insbesondere von Minderjährigen, offene Ablehnung. Wegen seines anstößigen Lebensstils landete der Maler sogar im Gefängnis. Wie sehr seine Kunst die Gemüter erregte, das beweisen ganz neue kunsthistorische Untersuchungen. War Egon Schiele ein genialer Getriebener, ein Pornograf oder Pädophiler oder doch ein zeichnender Moralist? Leopold-Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger, Künstler Günter Brus und der Wiener Psychoanalytiker und Kunsthistoriker Hans-Otto Thomashoff sprechen über den visionären Künstler und sein Seelenleben.

Streitfall Kunst – Eine neopuritanische Debatte

Die Freiheit der Kunst wie auch politische Korrektheit sind als zivilisatorische Errungenschaften zu werten. Was aber, wenn die zwei in Konflikt miteinander geraten? Kann die Freiheit der Kunst Exzesse treiben? Und wie steht es mit den Exzessen der Political Correctness? Die immerwährende Debatte wird ständig mit Anlassfällen befeuert – wie u. a. mit dem Fall eines als sexistisch gewerteten Gedichts des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer an einer Berliner Hochschulfassade, das nun übermalt werden soll. Oder mit einer Klage, die ein Lehrer in Frankreich gegen Facebook führt, weil der Konzern sein Nutzerkonto wegen eines Posts des Gemäldes von Gustave Coubert gesperrt hatte. Das im Pariser Musée d’Orsay gezeigte Ölbild „Der Ursprung der Welt“ aus dem Jahr 1866 stellt eine entblößte Vulva dar und wird von Kunsthistorikern als entscheidender Schritt auf dem Weg in die Moderne gesehen. Der „kulturMontag“ bringt eine Bestandsaufnahme der Debatte. Zu Wort kommen Philosophin Isolde Charim, Schriftsteller Franzobel, Künstlerin Franziska Maderthaner und Kunsthistoriker und -kritiker Christian Kravagna.

Ferdinand Schmalz’ Neuadaption des „Jedermann“ – Der Dramatiker live im Studio

Der vielfach preisgekrönte österreichische Dramatiker und aktuelle Bachmann-Preisträger Ferdinand Schmalz hat Hugo von Hofmannsthals legendäres Spiel vom Sterben des reichen Mannes für das 21. Jahrhundert über-, fort-, und neu geschrieben. Ein riskantes wie radikales Unterfangen, ist doch das Stück, an dem sich schon Größen wie Bertolt Brecht oder Peter Handke versucht haben, Mythos und Bürde zugleich. Heute, am 23. Februar, feiert die von Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann beauftragte Produktion unter dem Titel „jedermann (stirbt)“ im Haus am Ring ihre Uraufführung. Wer ist der Jedermann von heute, wer seine Frau und kann er am Ende die Lebensschuld noch abstottern? Über Glaube, Liebe und den Tod und das Ende des letzten Kapitalisten erzählt Ferdinand Schmalz, der mit bürgerlichem Namen Matthias Schweiger heißt, live im „kulturMontag“-Studio.

Dokumentation „Gustav Peichl: Der Doppeltäter – Am Anfang war der Strich“ (ab 23.30 Uhr)

Österreichs Stararchitekt und Karikaturist Gustav Peichl wird am 18. März 90 Jahre alt. Nicht nur in seinem Hauptberuf als Baukünstler, auch in seiner Tätigkeit als Karikaturist hat der Wiener überregionale Berühmtheit erlangt. Über seine „Ironimus“-Zeichnungen lachte und lacht noch immer eine große Fangemeinde. Der ORF würdigt den Jubilar mit einem von Rudi Dolezal gestalteten Film, der sich dem schon so oft Porträtierten auf ungewöhnliche Weise nähert. Es beginnt dort, wo auch Gustav Peichl selbst einst angefangen hat, denn: „Am Anfang war der Strich …“

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