Präsident des österreichischen Buchhandels Benedikt Föger live im Studio – am 19. Oktober um 23.10 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) Der „kulturMontag“ mit Clarissa Stadler am 19. Oktober 2020 – aufgrund der „Promi-Millionenshow“ zugunsten der Österreichischen Sporthilfe erst um 23.10 Uhr in ORF 2 – befasst sich u. a. mit dem Bühnen-Comeback von Opernstar Plácido Domingo, der nach „MeToo“-Vorwürfen und überstandener Corona-Erkrankung wieder voll da ist. Weiters zeigt das Magazin ein Stimmungsbild US-amerikanischer Künstler/innen vor der bevorstehenden Präsidentenwahl und widmet sich der erstmals online stattfindenden Frankfurter Buchmesse sowie weiteren Themen der Branche. Dazu live im Studio ist der Präsident des österreichischen Buchhandels, Benedikt Föger.

Unverwüstlicher Opernheld – Comeback des Plácido Domingo

In seiner fast 60-jährigen Karriere hat er rund 4.000 Opernvorstellungen gegeben, 145 verschiedene Rollen gesungen und mehr als 550-mal dirigiert. Plácido Domingo ist auch mit mutmaßlichen fast 80 Jahren ein temperamentvolles Energiebündel, das zwischen London, Los Angeles, New York, Mailand, Berlin oder Wien dem Stress des Jetset-Zeitalters mühelos standhält. Als im Vorjahr im Zuge der weltweiten „MeToo“-Debatte Anschuldigungen wegen bis zu 30 Jahre zurückreichender sexueller Übergriffe laut geworden waren, bekam das Image des Lieblings der Opernwelt Kratzer. Während man in den USA empört reagierte und Domingo, der alle Vorwürfe entschieden zurückwies, seinen Chefposten an der Oper in Los Angeles aufgeben musste, zeigte sich Europa erst einmal abwartend. Im September feierte der Jahrhundertsänger an der Wiener Staatsoper in Verdis „Simon Boccanegra“ sein Comeback und triumphierte. Nach wie vor stehen seine Fans an seiner Seite. Doch die Ereignisse des Vorjahres lasten seither auf seinem Namen. Erst vor kurzem hat Domingo die Vorwürfe der sexuellen Belästigung erneut zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert. Nach seiner überstandenen COVID-19-Krankheit, nach einer Zeit der totalen Isolation und großer Angst trifft der „kulturMontag“ den Opernstar in Florenz zum Interview, wohin er nach 50 Jahren Anfang Oktober mit Verdis „Nabucco“ zurückgekehrt ist.

Make America great again? – Künstler/innen zur US-Wahl

Während die zweite Corona-Welle über die USA hinwegrollt, inszeniert Amerikas wohl berühmtestes Corona-Opfer seine kürzliche Rückkehr ins Weiße Haus als filmreife Show. Donald Trump schlittert von einer Kontroverse in die nächste, und aus jeder einzelnen geht er schwer lädiert hervor – zumindest scheinbar. Seine Gegner nennen ihn „Agent Orange“, wie der Filmemacher Spike Lee. Als einen gefährlichen Clown sieht ihn Hollywood-Star Richard Gere. Während Bestseller-Autor T. C. Boyle Donald Trump als schlimmste Naturkatastrophe bezeichnet, der die Umweltpolitik um 100 Jahre zurückwirft, ist er für Malerstar Gottfried Helnwein der amerikanischste Präsident dieses Jahrhunderts, der Präsident, den dieses Land verdient hat. Welchen Einfluss haben Pandemie, Börsen-Crash und die „Black Lives Matter“ Bewegung auf die kommende US-Wahl? Wie sehen Künstler/innen und Intellektuelle Trumps Chancen auf eine Wiederwahl? Und kann der moderate Demokrat Joe Biden, der von seinen Befürwortern oft als der Retter der amerikanischen Seele gesehen wird, das Match gewinnen? Der „kulturMontag“ zeichnet ein Stimmungsbild aus den USA, mit Interviews des Schriftsteller-Ehepaars Siri Hustvedt und Paul Auster, des austro-amerikanischen Psychoanalytikers Otto Kernberg, des Rappers Saul Williams, der Mezzosopranistin J`Nai Bidges und des New Yorker Dramatikers Ayad Akthar.

Signale der Hoffnung – Frankfurter Buchmesse in der Datenwolke

Auch die am Mittwoch eröffnete traditionsreiche Frankfurter Buchmesse, die weltweit größte ihrer Art, ist ein Corona-Opfer und findet heuer angesichts der steigenden Infektionszahlen erstmals digital statt. „Es ist ein großes Experiment“, sagt Direktor Juergen Boos. Er sieht die Onlineausgabe als Chance, durch die mehr Menschen als bisher teilnehmen könnten. Angemeldet sind 4.400 digitale Aussteller aus 110 Ländern. 260 Stunden Programm mit 750 Sprechern werden online angeboten. Die Buchbranche ist ein Riese im Kulturbetrieb. Im vergangenen Jahr erreichte sie einen Umsatz von 9,29 Milliarden Euro, nach wie vor mehr als Filmwirtschaft, Musikindustrie und Computerspielbranche zusammen. Die jüngst veröffentlichten Buchmarktzahlen zeigen, dass sich das Kerngeschäft seit dem Lockdown im März stabilisiert hat. Auch die Grande Dame des Feminismus, Alice Schwarzer, trotzt der Krise und präsentiert ihr „Lebenswerk“ live in Frankfurt. Sie befürchtet, dass Frauen als große Verliererinnen aus der Pandemie hervorgehen, erkennt sie doch eine „Retraditionalisierung der Geschlechterrollen“. Nicht nur virologische Fragen hat die Corona-Krise aufgeworfen, sondern auch soziale, politische und kulturelle, sind die beiden Autoren Michel Friedman und Harald Welzer überzeugt, die ihr aktuelles Buch „Zeitenwende“ mit Gedanken zur Modernisierung der Gesellschaft vorstellen. Wie soziale Ungerechtigkeit bekämpft werden kann, gerade in Zeiten einer neuen Krise – damit beschäftigt sich der indische Wirtschaftswissenschafter und Philosoph Amartya Sen, der heuer mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird.

Der „kulturMontag“ thematisiert auch die Auswirkungen der Absage der Buch Wien für heimische Verlage und Autoren bzw. fragt, welche Chancen die Leipziger Buchmesse bietet, bei der sich Österreich 2021 als Gastland präsentieren wird. Ist Online das neue Normal auch in der Buchbranche und welche Strategien sind in Zukunft notwendig? Darüber diskutiert der Präsident des österreichischen Buchhandels, Benedikt Föger, mit Clarissa Stadler live im Studio.

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