Wien (OTS/SK) Am Donnerstagabend haben der SPÖ-Parlamentsklub und das Renner-Institut den Kurt-Rothschild-Preis für herausragende Leistungen in der Wirtschaftspublizistik verliehen. Der Hauptpreis ging an die britische Ökonomin Kate Raworth, die mit ihrem Buch „Die Donut-Ökonomie: Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“ weltweit für Furore gesorgt hat. SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat in ihrer Rede zunehmende Ungleichheit und die Klimakrise als die großen Herausforderungen unserer Zeit bezeichnet. Politik und Wissenschaft seien gemeinsam gefordert. Es gehe ihr darum, „die Zukunft zu begreifen, zu entscheiden und zu gestalten“. ****

Diesen Ansatz sieht Rendi-Wagner bei Kate Raworth und den elf weiteren PreisträgerInnen als das verbindende Element. Die ausgezeichneten WissenschafterInnen wollen etwas verändern, sie ziehen Lehren aus der globalen Finanzkrise von 2008, deren Auswirkungen heute noch in vielen Staaten der EU zu spüren seien, etwa in Form von hoher Jugendarbeitslosigkeit wie in Griechenland.

Die SPÖ-Vorsitzende warnte, dass Ungleichheit, Armut und Polarisierung eine Gesellschaft krankmachen können; zugleich bedeuten sie für eine Gesellschaft die Gefahr, dass man nicht mehr gemeinsam an Verbesserungen arbeitet und sich verständigt über Themen, die man gemeinsam lösen will, sondern mit dem Finger auf andere zeigt und Schuldige sucht.

Dabei sei gerade im Kampf gegen die Klimakrise Zusammenarbeit vonnöten. Kate Raworth zeige einen Weg auf, der soziale Grundrechte und Verantwortung für Umwelt und Klima zusammendenke. Für Rendi-Wagner ist gerechte Teilhabe, gerechte Verteilung und ein schonender Umgang mit unseren Ressourcen eine sozialdemokratische Antwort. Es geht ihr um ein Wirtschaftssystem, in dem wirtschaftlicher Fortschritt und Wachstum nicht im Gegensatz zu Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Ökologie stehen.

Andreas Schieder, heute SPÖ-Delegationsführer im EU-Parlament, war es, der im Jahr 2016 als Klubobmann der SPÖ den Kurt-Rothschild-Preis ins Leben gerufen hat. Der Grund: Er war, wie er sagte, „fassungslos, dass auch nach der Finanzkrise der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream sich nicht damit beschäftigt hat, was da über uns hereingebrochen ist“. Daher die Idee, in der Tradition des großen Ökonomen Kurth Rothschild, Theorie und Praxis zu verbinden und WissenschafterInnen, die abseits des Mainstreams denken, forschen, publizieren, vor den Vorhang zu holen.

Warum das Renner-Institut bei dem Preis dabei ist, erklärt seine Direktorin Maria Maltschnig so: Das Renner-Institut ist sowohl Parteiakademie als auch Think-Tank der sozialen Demokratie, es versteht sich als Transmissionsriemen von der wissenschaftlichen Welt zur Politik und zu einer breiten Öffentlichkeit. Der Rothschild-Preis zeichnet herausragende wissenschaftliche Leistung aus, es geht aber immer auch um die publizistische; also darum, Öffentlichkeit für neue Ideen herzustellen, von den traditionellen Massenmedien bis hin zu den sozialen Medien.

Jakob Kapeller, Professor an der Universität Duisburg-Essen, ist der Vorsitzende der Jury. Er berichtete von den angenehmen Seiten der Jury-Arbeit, nämlich den vielen „extrem spannenden, inspirierenden Einreichungen und den sehr guten Debatten in der Jury“. Weniger angenehm war für ihn dann, dass deutlich mehr Arbeiten dabei waren, die preiswürdig waren, als Preise zu vergeben waren. (Forts.) bj/wf

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