LH Mikl-Leitner: Niederösterreich soll Vorreiter beim Thema Demenzprävention werden

St. Pölten (OTS/NLK) In Niederösterreich leben derzeit ca. 22.000 Menschen mit Demenz. Dem weltweiten Trend entsprechend kann man davon ausgehen, dass sich diese Anzahl bis zum Jahr 2050 in etwa verdoppeln wird. Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung rät die WHO dringend, Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Das Zentrum für Demenzstudien an der Donau-Universität Krems plant daher die Durchführung einer groß angelegten Studie zur Prävention von Demenzerkrankungen nach internationalen Standards. „Wir wollen in Niederösterreich zum Vorreiter beim Thema Demenzprävention werden. Diese Studie und die Erkenntnisse, die daraus entstehen, werden dafür eine wichtige wissenschaftliche Grundlage schaffen“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Das Land Niederösterreich fördert daher diese Studie mit 266.000 Euro.

Ziel dieser Studie ist es, eine nachhaltige Struktur zur praktischen Umsetzung von Präventionsmaßnahmen für ältere Menschen in Niederösterreich aufzubauen und damit das Risiko, an Demenz zu erkranken, stark zu senken. Die Studie ist in zwei Phasen gegliedert und dauert insgesamt fünf Jahre. In der ersten Phase, die eineinhalb Jahre dauern wird, sollen die Vorbereitungen für eine Untersuchung nach dem Modell der FINGER-Studie (The Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability) durchgeführt werden. Die FINGER-Studie konnte zeigen, dass Personen mit einem erhöhten Demenzrisiko dieses Risiko durch eine Optimierung des Lebensstils signifikant senken können. Ähnliche Initiativen gibt es – ausgehend vom international bekannten schwedischen Karolinska-Institut –bereits weltweit (http://wwfingers.com), beispielsweise auch in Deutschland.

An der Donau-Universität Krems wird schon seit einigen Jahren wichtige Forschung im Bereich der Demenz betrieben. So wird am Zentrum für Demenzstudien seit 2009 ein eigener Lehrgang für Demenzstudien angeboten. An diesem Zentrum wurden auch Projekte wie „Einsatz Demenz“, ein Lernprogramm, das Polizistinnen und Polizisten bei der Entschärfung von Situationen, die mit Demenz in Zusammenhang stehen, helfen soll, oder das Lernprogramm „Demenz.Aktivgemeinde“, das österreichische Behörden beim Umgang sowie bei der Integration von Menschen mit Demenz unterstützen soll, initiiert und wissenschaftlich begleitet.

„Nur wenn wir als Gesellschaft insgesamt ‚demenzkompetenter‘ werden und das Bewusstsein für die Krankheit aktiv kultiviert wird, können wir betroffene Menschen und deren Angehörigen optimal unterstützen und die Bereitschaft für Prävention in der Bevölkerung fördern. Ein Paradigmenwechsel von der ‚Reaktion auf die Krankheit‘ hin zur zeitgerechten ‚Aktion‘ ist, auch aufgrund der sonst zu erwarteten Kostenexplosion im Gesundheitssystem, dringend nötig“, so Studienleiterin Stefanie Auer von der Donau-Universität Krems.

Dass Niederösterreich neben COVID-19 auch andere Gesundheitsthemen, wie eben auch Demenzerkrankungen, nicht außer Acht lässt, zeigt die erste Bilanz des „Demenz-Service NÖ“. Dieses niederösterreichweit verfügbare Angebot soll für die Betroffenen und die Familien eine bestmögliche Hilfe darstellen und sie in ihrer Tagesarbeit entlasten. Allein heuer wurden bereits über 700 Einzelberatungen durchgeführt. „Demenz verändert das Leben der Menschen und ihrer Angehörigen nachhaltig. Umso wichtiger ist es, sowohl beim Thema Prävention als auch beim Thema Information und Beratung von Betroffenen und Angehörigen Akzente zu setzen und ihnen zu helfen. Daher ist es wichtig, dass wir einerseits die Wissenschaft dabei unterstützen, wichtige Forschung zu betreiben, und andererseits selbst Aktivitäten setzen“, zeigt sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner von Maßnahmen des Landes Niederösterreich überzeugt.

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