Innsbruck (OTS) Der zweite harte Corona-Lockdown ist in Kraft. Wie Österreich die momentan äußerst kritische und gefährliche Lage übersteht und wie es nach diesen knapp drei Wochen weitergeht, liegt an der Disziplin und Solidarität von uns allen.

Vor einem Jahr hätte sich wohl niemand vorstellen können, in welche Ausnahmesituationen uns dieses langsam dem Ende zugehende Jahr 2020 bringen wird. Mit dem Lockdown im März wurde Österreich wie viele andere Länder im Kampf gegen die Corona-Pandemie in einen absoluten Notbetrieb heruntergedrosselt. Ganze Wirtschaftsbereiche wurden einfach zugesperrt, persönliche Freiheiten plötzlich massiv eingeschränkt und riesige öffentliche Hilfspakete auf Pump gestartet. Alles, um einen drohenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern.
Das darf nicht noch einmal passieren, heißt es allenthaben in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Nach Monaten der Rückkehr zu so etwas wie relativer Normalität ließen die explodierten Infektionszahlen letztlich der Politik keine Alternative. Die Spitäler steuerten schnurstracks auf einen schon in wenigen Wochen bevorstehenden Kollaps zu. Mit Folgen, die sich (siehe Bergamo) lieber niemand ausmalen sollte.
Egal ob jetzt Türkis und Grün oder sonst Rot, Pink oder Blau:
Letztlich hätten alle, so ihnen zu rettende Menschenleben nicht egal sind, ähnlich hart reagieren müssen. Absolut niemand in diesem Land wollte einen zweiten harten Lockdown, letztlich war er aber als Notmaßnahme, mit Blick auf die jetzt fast schon vollen Intensivstationen in einigen Bundesländern, unausweichlich – und hoffentlich nicht zu spät.
Wie gut wird Österreich diese Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialkrise bewältigen? Braucht es dann im Winter noch einen weiteren Lockdown, und wann wird dieser unzumutbare Zustand, der für viele ein Albtraum ist, ein Ende haben? Das Virus macht keine sozialen Unterschiede, die Ausbreitung der Pandemie und auch sämtliche Folgen hängen davon ab, wie das „Team Österreich“ damit umgeht. Es braucht von möglichst allen die Disziplin, sich an die Einschränkungen und Verhaltensregeln zu halten. Und es braucht, auch wenn es vielen verständlicherweise längst schwerfällt, Solidarität statt Eigensinn. Nur dann gerät das Gesundheitssystem nicht über seine Grenzen hinaus mit der Folge, dass ein Teil der Patienten gar nicht mehr behandelt werden könnte. Es geht um Solidarität mit allen, die in soziale Nöte geraten. Auch etwa mit dem Tiroler Handel, der ausgerechnet in der umsatzstärksten Zeit zugesperrt wird, mit dem Tourismus, der bei so hohen Infektionszahlen keine Chance auf eine Saison hat. Es geht um die Gesundheit und Zehntausende Arbeitsplätze, vielfach von Bekannten, Verwandten oder einem selbst. Die Rechnung muss die Gesellschaft als Ganzes zahlen.

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