Grüne: Standortgenehmigungen nur mehr mit unabhängigen Expert*innen

Wien (OTS) „Die Standorterweiterung des ungarischen Atomkraftwerks Paks in einem Erdbebengebiet zeigt, dass wir internationale und unabhängige Expert*innen für Standortbewilligungen Mitten in Europa brauchen. Strahlung kennt keine Grenzen, wir alle haben ein Recht auf Schutz vor nuklearen Katastrophen vor unserer Haustüre. Laut Gutachten des Umweltbundesamtes, das heute, Montag, veröffentlicht wurde, hat die ungarische Betreiberfirma MVM wissenschaftliche Ergebnisse der paläoseismologischen Untersuchungen, die aktive Störungen und wiederholte schwere Erdbeben in den letzten 20 000 Jahren belegen, einfach ignoriert. Wären diese Ergebnisse korrekt in den Standortsicherheitsbericht eingeflossen, wäre die Erweiterung niemals durchgegangen, denn sie widerspricht sowohl einem nationalen ungarischen Dekret als auch den geltenden IAEO-Kriterien für erhöhtes Erdbebenrisiko“, gibt Martin Litschauer, Anti-Atomenergie-Sprecher der Grünen, zu bedenken.

Thomas Waitz, EU-Abgeordneter der Grünen und Ko-Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei, kritisiert: „Orbans AKW-Ausbaupläne sind so schwindelig, wie die undurchsichtigen russischen Zahlungen, die das Projekt mitfinanzieren. Dieses Atomkraftwerk hätte aus vielen Gründen niemals genehmigt werden dürfen. Hier liegt jetzt schwarz auf weiß auf dem Tisch, dass der Standort stark erdbebengefährdet ist. Das betrifft nicht nur den Neuausbau, sondern auch die schon bestehenden vier Blöcke. Ein weiterer Ausbau muss sofort gestoppt werden. Die EU-Kommission darf sich von Orbans Scharade nicht blenden lassen und muss unverzüglich handeln!“

2017 erteilte die ungarische Atomenergiebehörde die Lizenz für den Ausbau des ungarischen Atomkraftwerks Paks II auf Basis des Standortsicherheitsberichtes der ungarischen Betreiberfirma MVM Paks II. Zrt.. Das nun vorliegende detaillierte und peer-reviewte Gutachten des Umweltbundesamtes im Auftrag des Klimaministeriums belegt eindrücklich, dass im Bericht der MVM Paks II. Zrt. zentrale Ergebnisse der geologischen Untersuchungen nicht ausreichend interpretiert wurden. Entgegen Ungarns Schlussfolgerungen wurden eindeutige Belege für schwere Erdbeben in den letzten 20.000 Jahren gefunden, die das Potenzial haben, die Oberfläche zu versetzen.

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