AK fordert Ausbau der Kassenleistungen für Corona-Langzeitfolgen

Wien (OTS) Die AK begrüßt die heute vorgestellten neuen Leitlinien für Long Covid. „Endlich gibt es Guidelines, die den Umgang mit dieser Krankheit regeln!“, sagt Wolfgang Panhölzl, Leiter der AK Abteilung Sozialversicherung. Nun muss rasch sichergestellt werden, dass die Krankenkassen auch ein Case-Management einrichten, das sich um zeitnahe Termine bei Fachärzten und um kurze Wartezeiten auf Rehabilitationsplätze kümmert.

„Um Betroffene bestmöglich zu unterstützen müssen einheitliche Anlaufstellen und Ressourcen für Diagnose und Therapie geschaffen werden“, sagt Panhölzl und ergänzt: „Wartezeiten müssen massiv reduziert werden. Die Long Covid Ambulanz im Wiener AKH ist bis Oktober ausgebucht. Das zeigt den Bedarf sehr eindrucksvoll! Auch die langen Wartezeiten bei den einzelnen FachärztInnen sind evident.“ Es benötigt daher niederschwellige Angebote und ein umfassendes Case-Management, das auch bei Kinderbetreuung und Alltagstätigkeiten Unterstützung vermittelt.

Panhölzl: „Es zeigt sich gerade in der Corona-Krise, dass der Sozialstaat und ein solidarisches Gesundheitssystem gut funktionieren. Long Covid zeigt aber auch Lücken und Bedarf am Ausbau der integrierten und trägerübergreifenden Versorgung auf.“ Neben den Krankenkassen sind daher auch die Pensions- und die Unfallversicherung gefordert; vor allem bei der Anerkennung von COVID als Berufskrankheit für alle Beschäftigten in allen Unternehmen. „Diejenigen, die das Rad am Laufen gehalten haben, und als „Helden der Pandemie“ betitelt wurden, sollen keinen Nachteil haben, wenn sie sich im beruflichen Kontext angesteckt haben“, betont Panhölzl einen weiteren Aspekt: „Nicht zu unterschätzen ist auch der Einkommensverlust, der mit einer langen Krankheit einhergeht.“

Neben guten und für alle Betroffenen niederschwellig zugänglichen Behandlungsangeboten in der allgemeinmedizinischen und fachärztlichen Behandlung sowie Therapien fordert die AK auch einen Rechtsanspruch auf Wiedereingliederungsteilzeit, um Betroffenen einen Einstieg in den Arbeitsmarkt nach langer Krankheit zu erleichtern.

Hintergrund:
Beim sogenannten „Long Covid“ leiden Menschen noch Wochen oder Monate nach einer überstandenen Infektion an Beschwerden – etwa dauerhafte Ermüdung, Konzentrationsschwächen oder anhaltende Atemnot. Erste Studien hierzu sind besorgniserregend: Wer aufgrund einen Corona-Infektion intensivmedizinisch behandelt wurde, benötigt mit großer Wahrscheinlichkeit langfristige Therapien. Ein Drittel dieser Corona-PatientInnen war 12 Monate nach der überstandenen Infektion arbeitsunfähig, ein weiteres Drittel hatte noch nicht ihr ursprüngliches Berufs- und damit Gehaltsniveau erreicht. Betroffen von Long Covid und dauerhaften Corona-Folgen sind nach dem aktuellen Infektionsstand in Österreich Schätzungen zufolge etwa 60.000 – 90.000 Menschen.

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