Erneut Demonstration gegen Missstände bei der MA 35

Wien (OTS) Am Samstag, den 11.09.2021 wird von 15 bis 17 Uhr am Platz der Menschenrechte für eine Reformierung der MA 35 demonstriert. Berichte Betroffener und die letzte Kundgebung am 7. August haben die Missstände innerhalb der Wiener Einwanderungsbehörde in die öffentliche Diskussion gebracht. Der Leidensdruck ist groß. Binnen kürzester Zeit ist die Facebookgruppe „Demonstration MA 35“ von 100 auf 1300 Mitglieder angewachsen. Sie dient Betroffenen zum Erfahrungsaustausch, nicht selten hoffen diese durch die Gruppe auch emotionale Unterstützung zu erhalten. Sigal Dvir, Initiatorin und eine der Sprecher*innen der Gruppe dazu: „Die politisch Verantwortlichen sollen wissen: Wir sind jetzt nicht mehr nur einzelne Antragsteller*innen, mit denen man machen kann was man will, sondern eine Gruppe, die Kraft und Mut besitzt etwas zu verändern.“

Die Mitgliederliste der Facebook-Gruppe und Medienberichte der letzten Wochen machen deutlich, dass die Probleme mit der MA35 viele Menschen betreffen. EU-Bürger*innen, Drittstaatangehörige und ihre Partner*innen, genauso wie Österreicher*innen, die mit Partner*innen aus dem nichteuropäischen Wirtschaftsraum verheiratet sind, leiden unter dem Versagen der Behörde. Selbes gilt für hochqualifizierte Arbeitskräfte, Forscher*Innen, Künstler*Innen und Incoming-Studierende. Die MA 35 stellt etwa Forderungen, die in anderen vergleichbaren Einwanderungsbehörden nicht üblich sind.
Inzwischen werden die Aktivist*innen von der ÖH Uni Wien sowie dem Zusammenschluss der “Non-EU International Students” unterstützt.

Konkret fordern die Demonstrant*innen:

  • Die Anerkennung des Handlungsbedarfs und die Bereitschaft, eine nicht funktionierende Behörde wie die MA 35 von Grund auf zu reformieren
  • Eine Erhöhung des Budgets, um mehr und gut ausgebildete Referent*innen einstellen zu können
  • Die Digitalisierung der Verfahren
  • Die transparente, effiziente und service-orientierte Bearbeitung von Anträgen
  • Sensibilisierungstrainings für Angestellte der MA 3
  • Perspektivisch und auf Bundesebene: Eine Neugestaltung und Liberalisierung des Fremdenrechts insgesamt

„Wir sind bereit unsere oft jahrelangen Erfahrungen in den Reformprozess einzubringen“, teilt die Aktivistin Ana Montalvo stellvertretend mit. „Wir fordern den zuständigen Stadtrat Wiederkehr auf, sich mit uns – den Betroffenen – zusammenzusetzen. Unsere Kritik ist weder überzogen noch kann sie einfach vom Tisch gewischt werden.“

Rückfragen & Kontakt:

info@migrantsinvienna.org oder Sigal Dvir unter +43 670 703 74 61
Webauftritt: https://www.migrantsinvienna.org/



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.