Außerdem: „Die Kulturwoche“ und „100 pieces – Salzburger Festspielgeschichte“

Wien (OTS) Die Sommerfrische zur Zeit der Jahrhundertwende und ein vielseitiger zeitgenössischer Komponist stehen in der „matinee“ am Sonntag, dem 12. Juli 2020, in ORF 2 im Mittelpunkt: Auftakt macht um 9.05 Uhr die nostalgische Doku über die beliebtesten k. u. k. Urlaubsdomizile des Fin de Siècle: „Sommerfrische – Reisen wie zu Kaisers Zeiten“ von Björn Kölz und Gernot Stadler. Danach, um 10.00 Uhr, steht mit „Nicht nur Frankenstein – Der Komponist Heinz Karl Gruber“ ein von Herbert Eisenschenk gestaltetes Porträt des humorvoll-kritischen österreichischen Komponisten, Dirigenten und unkonventionellen Interpreten auf dem Programm. Zum Abschluss des von Clarissa Stadler präsentierten ORF-Kulturvormittags bringt „Die Kulturwoche“ (10.35 Uhr) aktuelle Berichte und Tipps bzw. hebt die zweite Ausgabe der Reihe „100 pieces – Salzburger Festspielgeschichte“ (10.50 Uhr) einige informative und unterhaltsame Salzburger Festspiel-Schätze aus dem Archiv.

„Sommerfrische – Reisen wie zu Kaisers Zeiten“ (9.05 Uhr)

Die Adria, das Salzkammergut, der Garda- und der Wörthersee sowie die Dolomiten waren die beliebtesten Ziele der Sommerfrischler seit der Zeit der Habsburger Monarchie. Man reiste mit den Annehmlichkeiten der Stadt aufs Land, um dort wie in einem Freiluftsalon die Vorzüge von gepflegter Natur und urbaner Geselligkeit miteinander zu verbinden. Literaten, Schauspieler und Komponisten ließen sich von der inszenierten Naturidylle inspirieren. Bis heute sind die ehemaligen Sommerfrische-Orte geprägt von der Nostalgie einer vermeintlich „guten alten Zeit“ im kaiserlichen Österreich. Wo früher mondänes Leben und zeitgemäßer Chic dominierten, begegnet den Besucherinnen und Besuchern heute mitunter nur noch milde Patina. Aber es gibt sie noch, die Orte und Landschaften, wo trotz zeitgemäßer Technik versucht wird, das Flair vergangener Tage zu erhalten. Diese Atmosphäre gilt es zu erspüren und zu ergründen, um den Mythos der Sommerfrische erfahrbar zu machen.

„Nicht nur Frankenstein – Der Komponist Heinz Karl Gruber“ (10.00 Uhr)

Mit einer einzigen Komposition schaffte der Wiener Komponist Heinz Karl Gruber den internationalen Durchbruch: Simon Rattle dirigierte 1978 die Uraufführung seines Pandämoniums „Frankenstein“ für Chansonnier und Orchester mit Riesenerfolg in Liverpool und öffnete dem Komponisten damit das Tor zur internationalen Musikwelt. Ernsthaftigkeit wollte man dem Clown, der mit Kinderinstrumenten auftrat und die Dreistigkeit besaß, tonal zu komponieren, hierzulande lange Zeit nicht zugestehen. Als schließlich mit Boosey & Hawkes in London einer der größten und effizientesten Musikverlage die Werke HK Grubers in den internationalen Vertrieb übernahm, änderte sich die Wertschätzung gegenüber Gruber schlagartig auch in seiner Heimat. Seither ist er nicht nur der erfolgreichste lebende Komponist Österreichs, sondern ein vielbeschäftigter Musiker, der auch als Chansonnier und als Dirigent großer Orchester gefragt ist. Regisseur Herbert Eisenschenk begleitete „Nali“ Gruber, wie er von Freunden genannt wird, in den letzten Monaten der Fertigstellung seiner neuen Oper „Geschichten aus dem Wiener Wald“, die anlässlich der Bregenzer Festspiele am 23. Juli im Festspielhaus uraufgeführt wird.
In seinem paradiesischen Zuhause im niederösterreichischen Rosenburg erzählt Gruber über bisher unbekannte Zusammenhänge zwischen ihm und dem Grafenegger Musikfestival und lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer an der Einsamkeit des stillen Komponierens teilhaben. Bei Proben wiederum zeigt sich die andere Seite des Musikers, wenn er sein Gegenüber mit explosiver Energie beeindruckt.
Durch Freunde, Kollegen und Grubers Ehefrau Franka vermittelt der Film einen intensiven Einblick in die faszinierende Innenwelt des musikalischen Meisters, die Sängerin Angelika Kirchschlager so treffend als „riesiges, faszinierendes weites Land“ bezeichnet. Zu Wort kommen auch Christian Muthspiel (Jazzposaunist und Komponist), Friedrich Cerha (Komponist), Kurt Schwertsik (Komponist), Michael Sturminger (Regisseur), Franka Lechner (Ehefrau und Künstlerin) und Janis Susskind (Verlagschefin Boosey & Hawkes, London).

„100 pieces – Salzburger Festspielgeschichte (2)“ (10.50 Uhr)

„Die ganze Stadt ist Bühne“ – so formulierten die Gründerväter der Salzburger Festspiele, Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss, ihre kulturpolitische Intention. Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums vermitteln kurzweilig aneinander gereihte Archivausschnitte einen nostalgischen Blick in die Geschichte eines der bedeutendsten Festivals für Oper, Schauspiel und Konzert.

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