Im Sommer fliegen die Mauersegler auf Wien

Wien (OTS) Mauersegler leben, lieben und schlafen im Flug – die Flugkünstler verbringen beinahe ihr ganzes Leben fliegend und können Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreichen. Nur zum Brüten suchen sie sich Unterschlupf in hohlen Stuckkonsolen oder in Gebäudespalten z.B. unter Dachrinnen oder Dächern. Seit dem Jahr 2017 ist die Stadt Wien-Umweltschutz auf der Suche nach Brutplätzen dieser streng geschützten Vögel in Wien.

Bisher wurden mehr als 2.000 Mauersegler-Brutpaare in Wien nachgewiesen, nach Schätzungen dürften es aber deutlich mehr sein. Wenn Sie in Wien Mauersegler-Paare entdecken, bitte melden! Das Online-Meldeformular sowie eine Übersichtskarte mit Mauersegler-Brutplätzen in der Stadt finden Sie hier: https://bit.ly/2Ug9cGJ

Mauersegler ernähren sich von sogenanntem „Luftplankton, das sind kleine Insekten und Spinnentiere, die im Wind treibend von den Vögeln im Flug erbeutet werden. Bis zu 10.000 dieser Kleintiere verfüttert ein Brutpaar allein seinen Jungvögeln pro Tag. Besonders gut können die Vögel in der Abenddämmerung beobachtet werden, wenn sie spielerisch um die Brutplätze konkurrieren. Ende Juli beginnt für die Vögel wieder der Aufbruch ins Winterquartier.

Mauersegler sind Schönwetter-Flieger

Mauersegler ähneln mit ihren sichelförmigen Flügeln den Schwalben, sind aber größer, haben einen dunkleren Bauch und einen gegabelten Schwanz. Sie sind vor allem durch ihren Markanten Rufe leicht zu erkennen. Haben sie einen passenden Brutplatz entdeckt, kehren sie auch im folgenden Frühjahr, nach dem Überwintern in Afrika, wieder an diesen Ort zurück. Da sich die Brutpaare bei dieser Gelegenheit auch oft wiedertreffen sind sie meist nicht nur für eine Saison, sondern über mehrere Jahre monogam. Mauersegler sind häufig in größeren Kolonien anzutreffen und gut an das Leben in der Stadt angepasst, sie sind typische Kulturfolger. Das Zusammenleben mit Mauerseglern unter einem Dach ist unkompliziert, sie halten die Brutplätze sauber und verschmutzen auch die Fassade nicht.

Mauersegler sind sehr wetterempfindlich und müssen bei Schlechtwetter oft weite Strecken fliegen um ausreichend Insektennahrung für die Brut zu finden. Die Jungvögel können in diesem Fall in einen Hungerschlaf verfallen, bei dem Körpertemperatur und Energieverbrauch stark reduziert werden. Das hilft ihnen eine Zeit lang über den Futtermangel bei einer Schlechtwetterperiode hinweg.

Gefahren und Schutzmaßnahmen für Mauersegler und Co

Die größte Gefahr für die Mauersegler und andere gebäudebrütende Arten, wie Mehlschwalbe oder Fledermäuse, liegt im Verlust der Brutplätze. Dies geschieht oft im Zuge von Dachbodenausbauten oder Gebäudesanierungen, wenn die bislang zur Brut genutzten Hohlräume verschlossen werden.

Da Mauersegler unter gesetzlichem Schutz stehen, müssen bekannte Brutplätze erhalten bleiben bzw. kann Ersatz in Form künstlicher Nistkästen geschaffen werden. Dazu gibt es unterschiedliche Modelle, von der hohlen Stuckkonsole, dem sogenannten Wiener Modell, über außenliegende oder in der Fassade versenkte Nistkästen. Wenn dies schon bei der Planung berücksichtigt wird, sind derartige Maßnahmen rasch und kostengünstig umsetzbar. Die Expertinnen und Experten der Stadt Wien-Umweltschutz beraten gerne schon im Vorfeld von Umbauten oder Sanierungen. Das kann das notwendige naturschutzrechtliche Bewilligungsverfahren deutlich vereinfachen und allfälligen Konflikten vorbeugen.

Mehr Informationen zu Schutzmaßnahmen für Gebäudebrüter unter www.gebaeudebrueter.wien.gv.at

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Silvia Kubu
Stadt Wien-Umweltschutz
Telefon: 01 4000-73426
E-Mail: silvia.kubu@wien.gv.at
www.umweltschutz.wien.gv.at



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