Um möglichst viele Talente zu entfalten, unabhängig von der Herkunft, braucht es viele engagierte Kräfte mit innovativen Ansätzen. Die hohe Anzahl an hervorragenden Einreichungen bestätigt den dringenden Bedarf, zivilgesellschaftliche Förderungen auszubauen, um Chancen-Fairness zu stärken

Andreas Lechner, Generalsekretär der MEGA Bildungsstiftung

Der Finanzminister verdient damit an privaten Spenden, die direkt in österreichischen Schulen landen sollten und von diesen dringend gebraucht werden. Dieser Systemfehler und die Benachteiligung von Bildungsinitiativen sollte behoben werden

Norbert Zimmermann, Vorstand der MEGA Bildungsstiftung

Wien (OTS) 251 österreichische Bildungsinitiativen haben sich bei der ersten Ausschreibung der MEGA Bildungsstiftung zum Schwerpunkt „Chancen-Fairness“ um eine Förderung beworben. Die 20 nominierten Projekte stehen nun fest und erhalten in einer ersten Förderrunde bereits jetzt je 10.000 Euro: Neun der Projekte stammen aus Wien, sieben arbeiten österreichweit, zwei kommen aus Vorarlberg und je eines ist aus Niederösterreich und Tirol. Die drei Finalisten dürfen sich über je 230.000 Euro Bildungsförderung freuen.

Wien, 24. Februar 2020 – Die Initiativen fördern Chancen-Fairness auf vielfältige Art und Weise: Lehrkräfte und Schulleiter werden beispielsweise als Wegbegleiter zu mehr Chancen-Fairness gestärkt. Einige ermöglichen innovative Schulentwicklung an Schulen mit besonderen Herausforderungen. Andere fördern gezielt chancenbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Schulische und außerschulische Bildungsinitiativen konnten ebenso einreichen wie Vereine und NGOs. Ziel der MEGA Bildungsstiftung ist es, die besten bestehenden Bildungsprojekte beim Wachsen zu fördern, um erfolgreiche Projekte in ganz Österreich zu skalieren.

Das sind die 20 Projekte, die von der MEGA Jury aus allen Einreichungen gekürt worden sind:

  • biber NEWCOMER (Österreich): Die mobile biber-Redaktion motiviert während einer Schul-Projektwoche sozial benachteiligte Jugendliche, ihre Ideen, Wünsche und Probleme in Schreib-, Video- und Fotoworkshops zu artikulieren.
  • Bildungsnachbarschaft Koppstraße (Wien): Eltern werden hier dazu eingeladen Bildungsprojekte in der Nachbarschaft der Schule umzusetzen.
  • Der Wissens°raum – Wissenschaft und Technik für alle (Wien): Pendel, Mikroskope, Werkzeuge … Im Wissens°raum gibt es viel zu entdecken: eigene Lernfreude, versteckte Talente, Selbstvertrauen für Kinder und Jugendliche.
  • Digitaler Kompass (Österreich): Der Verein „Digitaler Kompass“ wurde mit dem Ziel gegründet, Jugendlichen ein Handwerkszeug zu vermitteln, mit dem sie die Qualität von Inhalten selbstständig bewerten können.
  • ChancenBildung (Vorarlberg): Ziel ist es, Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, die bei der Basisbildung anfängt und beim Pflichtschulabschluss mit abgeschlossener Lehre endet.
  • Flourishing SE (Vorarlberg): Schulen in Österreich sind zur Schulentwicklung verpflichtet – mit dem Ziel, zu mehr Chancengerechtigkeit zu gelangen. Flourishing SE bietet hier Unterstützung.
  • Kulturschultüte (Wien): Mit der Kulturschultüte setzt der Verein Kultur für Kinder mit 18 renommierten Wiener Kulturinstitutionen in 14 Volksschulen partizipative und inklusive Projekte um.
  • Life Goals – Soft Skills durch Fußball (Wien): Das Projekt Life Goals ist ein fußballbasiertes Kompetenztraining, das soziale, emotionale und mentale Fähigkeiten von Schülern stärkt.
  • OPENschool (Wien): Das Projekt fördert in der 7. – 8. Schulstufe vernachlässigte Kompetenzen und fokussiert auf Persönlichkeitsentwicklung, um größtmögliche Chancengleichheit zu ermöglichen.
  • Schule im Aufbruch (Österreich): Das Projekt setzt sich in Kooperation mit Universitäten und Hochschulen für eine „Lernkultur der Potenzialentfaltung“ an Schulen ein.
  • SchoolFox (Österreich): SchoolFox ist eine SaaS-Plattform, die alle Stakeholder des Schulsystems vernetzt und über mobile Apps die Kommunikation und Organisation in Schulen verbessert.
  • SEED (Österreich): SEED unterstützt Lehrkräfte und schulexterne Bildungsgestalter, ihre Projekte zu verwirklichen.
  • SESAM (Wien): Mit SESAM bekommen Brennpunktschulen Know-how, um das Engagement von Eltern für den Bildungsweg der Kinder zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen allen, die am Lernen beteiligt sind, zu stärken.
  • Superar (Österreich): Das Projekt wurde gegründet, um Kindern und Jugendlichen über musikalische Bildung neue Horizonte zu erschließen und über die ausschließlich kostenfreien Angebote Chancen für alle Teilnehmer zu bieten.
  • Talentify.me (Österreich): Talentify.me ist ein soziales Netzwerk exklusiv für Jugendliche, Eltern und Lehrer zu den Themen Lernen, Schule und Beruf, das Schülern hilft, ihre Talente und Stärken zu entdecken.
  • Teach for Austria (Wien): Ziel ist es, dass Kinder/Jugendliche in sozial hoch belasteten Bildungseinrichtungen (Kindergärten/Schulen) den regulären Schuleintritt mit 6 Jahren bzw. den Übertritt an weiterführende Schulen/Lehrplätze mit 15 Jahren schaffen.
  • Verein Startklar (Niederösterreich): In den Spielgruppen zur Deutschförderung wird der Spracherwerb spielerisch in Kleingruppen gefördert.
  • Vienna Hobby Lobby (Wien): Das Projekt bietet Freizeitprogramme für Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten an.
  • Wald am See – Wachsen mit allen Sinnen (Tirol): Mit speziell trainierten Tieren und einem individuellen Förderplan werden soziale, emotionale, geistige und körperliche Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen gefördert.
  • Wiener Lerntafel (Wien): Die Wiener Lerntafel gibt es, weil Kinder aus sozial benachteiligten Familien, die schlechte Schulnoten und geringe Unterstützungs- oder Lernmöglichkeiten zu Hause haben, in der Schule und danach am Arbeitsmarkt geringere Zukunftschancen haben.

Diese 20 Projekte erhalten bereits jetzt jeweils 10.000 Euro. Die Ausschreibung hält für diese Initiativen jedoch noch weitere Chancen bereit, mehr Geld für mehr Wachstum zu erhalten: Durch ein Hearing ermittelt die MEGA-Jury aus diesen die besten zehn Projekte. Als Preisgeld warten weitere 20.000 Euro. Die Entscheidung über die Stockerlplätze findet schließlich in der TV-Sendung „Die MEGA Bildungsshow – 1 Million für Österreichs Talente“ – gemeinsam mit Puls4 entwickelt – am 30. März über eine österreichweite Publikumswahl und die MEGA Jury statt. Die drei Hauptgewinner erhalten zusätzliche 200.000 Euro (alle genannten Beträge netto). „Um möglichst viele Talente zu entfalten, unabhängig von der Herkunft, braucht es viele engagierte Kräfte mit innovativen Ansätzen. Die hohe Anzahl an hervorragenden Einreichungen bestätigt den dringenden Bedarf, zivilgesellschaftliche Förderungen auszubauen, um Chancen-Fairness zu stärken“, so Andreas Lechner, Generalsekretär der MEGA Bildungsstiftung.

Steuerhürden bei Bildungsförderung
Insgesamt stellt die MEGA Bildungsstiftung 1,4 Millionen Euro zur Verfügung, damit eine Fördersumme von einer Million Euro bei den ausgewählten Projekten ankommt. Nach derzeitiger Gesetzeslage müssen Zuwendungen an Schulen und nicht spendenbegünstigte Bildungs-NGOs nämlich mit 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer (KESt) besteuert werden und sind daher wie eine Gewinnausschüttung bewertet. Aus diesem Grund hat sich die MEGA Bildungsstiftung entschieden die Ausschreibung höher zu dotieren. Fördergelder an Universitäten, Erwachsenenbildung, Entwicklungszusammenarbeit sind jedoch KESt-befreit – Schulen und Bildungs-NGOs entgehen damit wichtige Förderungen. Zuwendungen von Stiftungen an österreichische Bildungseinrichtungen würden bei einer steuerrechtlichen Gleichstellung von Spenden an Bildungs-NGOs und Schulen massiv steigen und sich insgesamt positiv auf das Bildungsbudget auswirken. „Der Finanzminister verdient damit an privaten Spenden, die direkt in österreichischen Schulen landen sollten und von diesen dringend gebraucht werden. Dieser Systemfehler und die Benachteiligung von Bildungsinitiativen sollte behoben werden“, so Norbert Zimmermann, Vorstand der MEGA Bildungsstiftung.

Talente und Stärken fördern als zentrale Aufgabe
Die gezielte Förderung von Talenten und das Sicherstellen von Chancen-Fairness ist im internationalen Wettbewerb für Talente und gut ausgebildete Facharbeiter ein wesentlicher Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung eines Landes. Die Initiatoren dieser Stiftung, die B&C Privatstiftung und die Berndorf Privatstiftung, haben im Sommer 2019 ihre Ressourcen gebündelt und bauen mit der Gründung der MEGA Bildungsstiftung ihre Förderaktivitäten im Bildungsbereich weiter aus.

Weitere Details zur Projektausschreibung finden Sie hier. Kostenlose Tickets zur TV-Show am 30. März gibt es hier. Hier sind die Mitglieder der MEGA-Jury gelistet.

Über die MEGA Bildungsstiftung
Mit der Gründung der MEGA Bildungsstiftung (www.megabildung.at) bündelten die B&C Privatstiftung und die Berndorf Privatstiftung ihre Ressourcen und Aktivitäten bei der Bildungsförderung, um bestehende innovative Bildungsprojekte im schulischen und außerschulischen Bereich zu fördern, auszubauen und allen Bildungseinrichtungen in Österreich zur Verfügung zu stellen. Die inhaltlichen Schwerpunkte der MEGA Bildungsstiftung liegen in den Bereichen „Chancenfairness in der Bildung“ und „Allgemeine Wirtschaftskompetenz“. Die MEGA Bildungsstiftung hat im September 2019 ihre operative Tätigkeit mit einem eigenen Büro in Wien aufgenommen. Als Mitglied des Expertenbeirats wirkt unter anderem Matthias Strolz mit, der sich schon in der Gründungsphase als Ideengeber eingebracht hat.

Rückfragen & Kontakt:

MEGA Bildungsstiftung, Pressestelle
Jürgen H. Gangoly, The Skills Group
gangoly@skills.at, +43 1 505 26 25



Quelle

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