LK warnt: Wer nachhaltige Landwirtschaft stilllegt, wird von Billigimporten abhängig

Wien (OTS)

“Biodiversität entsteht nicht durch Stilllegung und Außer-Nutzung-Stellung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen, sondern ausschließlich durch nachhaltige Bewirtschaftung. Die Erfolgsstrategie lautet ‘Schützen durch nützen’. Eine Vielzahl an Lebens- und Rückzugsräumen für Tiere und Pflanzen sind erst durch die Landwirtschaft entstanden. Stilllegung würde bedeuten, dass Nahrungsquellen und Lebensräume für Insekten und Kleintiere verschwinden. Und wird der Wald nicht mehr nachhaltig genützt, kann der aktive CO2-Speicher Holz nicht mehr immer wieder nachwachsen, wodurch der Wald seine Wirkung als CO2-Senke verliert. Schließlich ist es völlig widersinnig, wenn wir unsere Produktion unter dem Aspekt ‘mehr Biodiversität’ immer stärker einschränken und dann über klimaschädliche Lebensmittelimporte von einer Landwirtschaft abhängig werden, die bei uns niemand haben will”, betonte heute Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, zur Biodiversitätsstrategie 2030.

“Wir verlangen, dass für die neue Biodiversitätsstrategie alle Akteure in einem breiten Dialog eingebunden werden. Die Zielsetzungen sollen durchaus ambitioniert, aber realistisch gesetzt sein. Darüber hinaus sind bereits erbrachte Vorleistungen der Land- und Forstwirtschaft anzuerkennen”, forderte Moosbrugger und ergänzte: “Alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche, vom Hausgarten bis zur Industrie, sind gefordert. Biodiversität ist nicht allein eine Aufgabe der Land- und Forstwirtschaft.”

Als “einigermaßen eigenartig” empfindet Moosbrugger die Vorgangsweise des Klimaschutzministeriums. So wurden die mehr als 100 Seiten umfassenden Unterlagen erst kurz vor der Sitzung an die Teilnehmer gesandt, und unmittelbar vor dem Termin fand eine Pressekonferenz statt, in der noch vor den Beratungen Inhalte verkündet wurden: “Das ist eine mehr als seltsame Vorgangsweise den Expertinnen und Experten der Kommission gegenüber”, so der LK-Präsident.

Land- und Forstwirtschaft: Teil der Lösung

“Die Land- und Forstwirtschaft ist und bleibt mit ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung ein zentraler Partner zur Erhaltung der Biodiversität. Wir sind Teil der Lösung und haben bereits aktiv Schritte zu noch mehr Biodiversität gesetzt. Um die Vielfalt zu erhalten und weiter auszubauen, braucht es Anreize und nicht Verbote oder Außer-Nutzung-Stellungen. Das Umweltprogramm ÖPUL, an dem 80% der Betriebe mit 80% der Fläche teilnehmen, ist das geeignete Instrument dafür”, informierte Moosbrugger. “Bereits jetzt werden rund 7% der landwirtschaftlich genutzten Flächen ohne Almen als Biodiversitäts- oder Naturschutzflächen bewirtschaftet. Auf rund 130.000 ha, also rund 10% der Ackerfläche, wird eine reduzierte Bodenbearbeitung durchgeführt, auf 460.000 ha finden Begrünungsmaßnahmen statt. Und auch in der nächsten GAP-Periode wird ein starkes Agrarumweltprogramm für eine artenreiche, vielfältige Kulturlandschaft sorgen”, unterstrich der LK-Präsident.

Ökonomie und Ökologie Hand in Hand

“Der Weg zu noch mehr Biodiversität führt über eine verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung in Land- und Forstwirtschaft. Das Ziel ist jedoch nicht erreichbar mit einer massiven Ausweitung von Schutzgebieten oder mit einer Außer-Nutzung-Stellung der Wälder. Es kann auch nicht mit Totaleinschränkungen von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln erreicht werden, da dadurch die nachhaltige Bewirtschaftung nicht mehr möglich ist. Eindimensionale Forderungen und Verpflichtungen sind kein Lösungsansatz für das so bedeutende Thema Biodiversität und konterkarieren den Klimaschutz sowie viele andere Schutz- und Nutzleistungen. Wir brauchen eine Politik der Chancen, der standortorientierten Lösungen, der Innovationen und des Möglichmachens statt des Verbietens. Wir brauchen Ideen für eine zukunftsfitte Land- und Forstwirtschaft, die ihren Beitrag zur Stärkung der Biodiversität leisten kann und die gleichzeitig ihre Bevölkerung sicher und gesund ernährt”, so Moosbrugger. (Schluss)

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