Martina Künsberg Sarre: “NEOS sehen ihr Vermächtnis als Auftrag, festere Basis für Kinderbetreuung und Elementarbildung zu schaffen.”

Wien (OTS) Heidemarie Lex-Nalis, die Vorkämpferin der Elementarpädagogik in Österreich, hätte am 28.05.2020 ihren 70. Geburtstag gefeiert. “Das postume Jubiläum nehmen wir zum Anlass, ihre Leistungen zu würdigen,” sagt NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre, “und gleichzeitig auch auf den Auftrag an die Politik hinzuweisen, den ihr Vermächtnis darstellt. Im Bereich der Kindertagesstätten ist von der Ausbildung über die Arbeitsbedingungen bis zur Qualitätsentwicklung vieles im Interesse unserer Kinder zu verbessern.”

Die Schwachstellen in der Elementarpädagogik sind im Zuge der Coronakrise ganz besonders virulent geworden. Doch gerade in dieser Phase machten Regierende in Bund und Ländern den Eindruck, als sähen sie die pädagogische Arbeit in Kindergärten als belanglose Nebensache an, die jederzeit​ folgenlos ins Private verschoben werden könne, so die NEOS-Bildungssprecherin.

Als Lehrende und Führungskraft in der Elementarpädagogik war Heidemarie Lex-Nalis eine Vorkämpferin für die Aufwertung des Berufsbildes und der Arbeitsbedingungen in der vorschulischen Bildung und Betreuung. Aus Sicht der NEOS sind es vor allem drei Felder, in denen vonseiten der Politik dringend mehr getan werden muss:

Ausbildung aufwerten
Kindergartenpädagog_in ist in Österreich – und fast nur in Österreich – immer noch ein Beruf, der im Rahmen einer berufsbildenden Schule erlernt wird, für die man sich im Alter von 14 Jahren entscheidet. Nur die Minderheit der so ausgebildeten Pädagog_innen ergreift auch tatsächlich diesen Beruf. “Wir fordern ergänzend zu den BAfEPs ein flächendeckendes Angebot an elementarpädagogischen Bachelorstudien sowie an Kollegs für Elementarpädagogik. Mehr Forschung und eine bessere Ausbildung sind die Basis für mehr Qualität in der Praxis. Ein wesentlicher Aspekt der Ausbildung muss auch die Sprachförderung sein, zu der wir heute einen Antrag im Nationalrat einbringen werden”, berichtet Künsberg Sarre.

Arbeitsbedingungen verbessern
Große Gruppen, große Verantwortung, mäßige Bezahlung – so lässt sich das Arbeitsumfeld der Elementarpädagog_innen in Österreich beschreiben. “Es gibt hier vieles zu verbessern, wir hinken im internationalen Vergleich weit hinterher. Im Kern muss ein Stufenplan für kleinere Gruppen und ein besseres Betreuungsverhältnis stehen. Auch dazu bringen wir im Parlament einen Antrag ein,” kündigt die NEOS-Bildungssprecherin an.

Verantwortung klären, Verwaltung vereinfachen
Den Grund für viele politische Versäumnisse und Blockaden rund um die Elementarbildung und Kinderbetreuung sehen die NEOS in der ineffizienten Verwaltungsstruktur: “Alle sind zuständig, aber niemand verantwortlich” fasst Künsberg Sarre das föderale Kompetenz-Wirrwarr zusammen. “Wir wünschen uns einen Schulterschluss über alle Ebenen und Parteigrenzen hinweg, um gemeinsam neue, einfachere Strukturen zu beschließen. Dazu gehört auch eine transparente, einheitliche Finanzierung der Kindergärten, die nach dem Motto ‘mehr Geld für größere Herausforderungen’ auch soziale Kriterien berücksichtigt.”

Heidemarie Lex-Nalis hat sich Zeit ihres Lebens dafür eingesetzt, die vielen Mängel im Bereich der Betreuung und Bildung der 0-6jährigen zu beheben, Rückschritte hinter die Errungenschaften der Frauenbewegung zu bekämpfen und der Elementarpädagogik jene Wertschätzung und politische Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihrer wichtigen gesellschaftlichen Verantwortung entspricht. “Nehmen wir ihren postumen Geburtstag zum Anlass, hier Fortschritte auf den Weg zu bringen”, appelliert Künsberg Sarre abschließend.

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