Gerald Loacker: „Das Sparen der Kassen bei den Ärztinnen und Ärzten ist letztlich auch ein Sparen bei den Patientinnen und Patienten!“

Wien (OTS) Mit einem Lösungsvorschlag meldet sich NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker zur erneut aufgekommenen Diskussion zum zunehmenden Mangel an Hausärzt_innen. „Dass die Übernahme einer Kassenordination aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen und Honorierung extrem unattraktiv ist, zeigt nur eine weitere Verknappungspolitik der Krankenkassen im Hauptverband“, äußert sich der pinke Abgeordnete besorgt über die aktuelle Situation der Kassenärzte. Laut Hauptverband kann ein Arzt mit den Kassenleistungen einen Verlust oder maximal Kostendeckung erwirtschaften. Die wirre Logik der Vergütung zeige sich auch in der aktuellen Honorarordnung: Beispielsweise vergütet die KGKK einem Allgemeinmediziner eine “Tagvisite während der Ordinationszeit bei dringender Hilfeleistung” 34,58 Euro. Die WGKK vergütet dieselbe Leistung mit 60,00 Euro. Wieso sich in der Vergütung dieser Leistung derart große Unterschiede ergeben, will Loacker in der Beantwortung seiner parlamentarischen Anfrage dazu Ende der Woche herausfinden.

„Wir wissen bereits, dass der Hauptverband beim Patienten spart und sich mit Reformen gerne Zeit lässt – auf einen tiefgreifenden Strukturwandel warten wir bis heute. Aber dass nun die Versorgung der Bevölkerung durch Hausärzte in Gefahr gerät, ist unverantwortlich und zeigt, dass der Hauptverband seiner Aufgabe nicht gerecht wird“, so Loacker. Auch wisse man, dass einige Sozialversicherungsträger auf Wertpapiervermögen in dreistelliger Millionenhöhe sitzen. Gleichzeitig zahlen die SV-Träger weiterhin rund 330 Millionen Euro Sonderpensionen an eigene Ex-Mitarbeiter aus. „Das ist himmelschreiend ungerecht – mit diesen Geldern ließen sich leicht 1.500 neue Kassenärzte einstellen oder die jetzige Honorierung verbessern, denn oftmals kann ein Kassenarzt mit Kassenleistungen maximal kostendeckend arbeiten“, zeigt Loacker auf.

Auch sieht der NEOS-Gesundheitssprecher den Plan Rendi-Wagners, Ärzte mit einer Gründungsinitiative bei der Übernahme eines Primärversorgungszentrums zu unterstützen, nicht aufgehen. „Wir sehen, dass Ärzte bereits jetzt keine Kassenordination übernehmen wollen. Ein Primärversorgungszentrum stellt personell, rechtlich und wirtschaftlich ein noch viel größeres Risiko dar – wie sollen hier Interessenten gefunden werden, wenn die Honorierung so schlecht bleibt?“ stellt er das Vorhaben der Gesundheitsministerin in Frage.

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