NOx-Ausstoß auch bei 1,2-Liter-Motoren teilweise erhöht, aber unterhalb des EU-Grenzwertes

Wien (OTS) Nach vier Fahrzeugen im April bzw. Mai 2016 hat der ÖAMTC nun gemeinsam mit seinen Partnern drei weitere Autos einem Vorher-Nachher-Test unterzogen, um etwaige Veränderungen durch die Umrüstung im Zuge des VW-Abgasskandals festzustellen. Diesmal war neben den 2,0-Liter-Autos VW Tiguan und VW Passat mit einem VW Polo erstmals ein Fahrzeug mit 1,2-Liter-Dieselmotor dabei. “Nach wie vor kommt es durch das Update zu keinerlei Nachteilen im Hinblick auf Verbrauch und Leistung”, fasst Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung zusammen. “Der Verbrauch geht durch das Update sogar etwas zurück, wobei der Unterschied so gering ist, dass er kaum vom Fahrer merkbar sein dürfte.”

Der aktuelle Test bestätigt auch, dass der NOx-Ausstoß, der ja Auslöser für den “Abgasskandal” war, nach dem Software-Update weiterhin über dem Typisierungswert, aber unter dem vorgeschriebenen EU-Grenzwert liegt – wenn auch knapper als vor der Umrüstung. “Für die Typisierung eines Fahrzeuges ist der NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) maßgeblich. Hier wurden nach dem Update beim Passat 168 mg/km, beim Tiguan 162 mg/km und beim Polo 132 mg/km gemessen. Der Grenzwert liegt bei 180 mg/km”, fasst Wiesinger die Ergebnisse der Tests auf dem Rollenprüfstand zusammen.

Verbrauch und Leistung leiden nicht unter dem Software-Update

Die Testergebnisse bestätigen damit erneut, dass die Software-Umrüstung ohne Bedenken durchgeführt werden kann. “Die Abweichungen nach dem Update unterscheiden sich von Auto zu Auto, liegen aber immer innerhalb der Messtoleranz und – wo es solche gibt – auch unterhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte”, so der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Es bleibt daher auch nach den aktuellen Tests dabei, dass der Club nach derzeitigem Stand von individuellen Klagen hinsichtlich Schadenersatz, Gewährleistung oder Rückabwicklung abrät. “Weiterhin unbedenklich und risikolos ist es für den Konsumenten allerdings, sich der VKI-Sammelklage anzuschließen, die einen möglichen Wertverlust zum Gegenstand hat”, stellt Wiesinger klar

So wurde getestet – Testaufwand bis zu 30.000 Euro pro
Fahrzeug

Der ÖAMTC hat die Tests in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik (IFA) der TU Wien durchgeführt. Schadstoffausstoß, Verbrauch und Leistung wurden auf dem Prüfstand untersucht. Auf der Straße kam dafür ein mobiles Labor zum Einsatz (RDE). “Der Aufwand für den Test beträgt bis zu 30.000 Euro pro Fahrzeug”, erklärt Wiesinger. “Darin sind beispielsweise Kaufüberprüfung, Fahrwerkskontrolle, Partikelfilterregeneration, Austauschen der Luftfilter, das Betanken mit Testkraftstoff und der Einbau von Messgeräten enthalten.”

Zuerst wurde der technische Zustand der Fahrzeuge eingehend geprüft. Dann erfolgten die ersten Tests auf Prüfstand und Straße. “Anschließend wurden die Autos von den Werkstätten umgerüstet, die natürlich nicht über den ÖAMTC-Test informiert waren”, erläutert der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Unmittelbar nach der Umrüstung folgte der zweite Testlauf, wieder am Prüfstand und auf der Straße.

Vom ÖAMTC wurden bisher zwei Audi A4 Avant 2.0 TDI sowie ein VW Tiguan 2.0 TDI getestet. Diese Autos mit einer Laufleistung zwischen 25.000 und 55.000 Kilometern haben Club-Mitglieder nach einem Aufruf des ÖAMTC zur Verfügung gestellt. Die Partnerclubs ADAC (Deutschland) und TCS (Schweiz) haben bisher einen VW Golf 2.0 TDI BMT sowie einen VW Polo 1.2 TDI bzw. einen weiteren Audi A4 Avant 2.0 TDI sowie einen VW Passat 2.0 TDI überprüft. Allein in Österreich sind rund 388.000 Dieselfahrzeuge vom “VW-Abgasskandal” betroffen.

Alle Infos zu diesem Thema gibt es unter www.oeamtc.at/abgasmanipulation.

Grafik: ÖAMTC

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