LH Mikl-Leitner: „Meilenstein in der Diagnostik und Therapie von schweren Erkrankungen“

St. Pölten (OTS/NLK) Zur besseren Behandlung von Krebserkrankungen wird in Wiener Neustadt ein neues Zukunftsprojekt umgesetzt. Dieses Forschungs- und Gesundheitsprojekt „Zyklotron“ wird in der Diagnostik und Therapie von schweren Erkrankungen „Meilensteine setzen“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute bei einer Pressekonferenz mit Klaus Schneeberger, dem Aufsichtsrat von MedAustron und der FH Wiener Neustadt sowie Konrad Weiss, Nuklearmediziner am LK Wiener Neustadt.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte zu Beginn der Pressekonferenz, dass „Wissenschaft nicht Selbstzweck ist, sondern soll und muss den Menschen dienen. Dafür gibt es sehr viele Beispiele. Gerade die Pandemie hat das unter Beweis gestellt. Mithilfe der Wissenschaft stehen wir heute da, wo wir sind und mit Hilfe der Wissenschaft gibt es einen Impfstoff gegen Corona. Impfstoffe gegen Corona sind das Instrumentarium Richtung Normalität und jeder von uns wünscht sich wieder in Normalität leben zu können.“ Sie sei stolz, dass sich jeder Niederösterreicher bis zum 10. Mai für eine persönliche Schutzimpfung anmelden könne. „Das macht eine positive Stimmung Richtung Zukunft“, so die Landeshauptfrau.

Wissenschaft sei wichtig, deshalb brauche es Investitionen in die Wissenschaft und Niederösterreich tue das seit vielen Jahren. „Ein besonderes Augenmerk legen wir auf den medizinischen und gesundheitlichen Bereich“, sagte sie und verwies unter anderem auf MedAustron in Wiener Neustadt, die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems, die Aktivitäten der Landesgesundheitsagentur und die Technopole mit ihren Gesundheitsschwerpunkten. „Und heute dürfen wir ein neues Zukunftsprojekt in diesem Bereich vorstellen: das Forschungs- und Gesundheits-Projekt Zyklotron in Wiener Neustadt. Mit Zyklotron setzen wir einen Meilenstein in der Diagnostik und Therapie von schweren Erkrankungen und können besonders für Krebspatientinnen und Patienten eine raschere, bessere und präzisere Behandlung ermöglichen. Es wird auch möglich sein, schneller feststellen zu können, ob gewisse Therapien greifen.“ Damit erhöhen sich die Heilungschancen und reduzieren sich die Nebenwirkungen. Ganz konkret gehe es beim Projekt Zyklotron um einen Teilchenbeschleuniger zur Produktion von Radionukliden, unter anderem werden diese in der Krebs-Diagnostik eingesetzt. „Dadurch ist es möglich, Tumore und Metastasen sichtbar zu machen“, so die Landeshauptfrau. „Im wahrsten Sinne des Wortes ein Meilenstein.“

Die große Herausforderung liege in diesem Zusammenhang nicht nur in der Verfügbarkeit der Radionuklide, sondern vor allem auch in der Haltbarkeit. Auf Basis von Experten-Einschätzungen sei es klar gewesen, dass man in diesem Bereich einen Schwerpunkt setzen wolle. „Deswegen gibt es ein Konsortium, bestehend aus der Landesgesundheitsagentur, dem MedAustron und der Fachhochschule Wiener Neustadt. Dieses Konsortium wird eine eigene Gesellschaft gründen, die die Investitionen und die Errichtung vornehmen und den operativen Betrieb führen wird“, erklärte Landeshauptfrau Mikl-Leitner. Das Betriebsmodell für das Zyklotron beruhe auf den Säulen Forschung, Eigenproduktion sowie Produktion und Vertrieb von Radionukliden an Dritte. „Ein Zukunftsprojekt“, sagte sie.

„Für dieses Projekt haben wir heute in der Regierungssitzung einen Eigenkapitalzuschuss in Höhe von 500.000 Euro sowie eine Haftungsübernahme in Höhe von 13,3 Millionen Euro beschlossen“, gab die Landeshauptfrau bekannt. Bis Ende 2021 soll die Planung erfolgen, 2022 soll mit der Errichtung des Zyklotron begonnen werden. Der Produktionsstart ist für 2025 geplant.

MedAustron und FH Wiener Neustadt Aufsichtsrat Klaus Schneeberger sagte, der „heutige Tag ist wieder ein perfektes Beispiel, dass wir in Niederösterreich Chancen erkennen und nützen. Das ist in vielen Themenfeldern so, aber ganz speziell im Bereich Forschung, Wissenschaft und Gesundheit. Wir setzen einen weiteren Meilenstein, wenn es darum geht, medizinische Forschung umzusetzen und die Ergebnisse für die Menschen einzusetzen. Und wir wissen, dass über 9.000 Landsleute im Jahr die niederschmetternde Diagnose Krebs erhalten. Daher ist klar, je zieltreffender die Diagnose ist, desto effizienter kann die Behandlung sein.“ Im MedAustron werden jährlich 1.000 Patienten behandelt, 2021 waren es bereits 400.

Oberarzt Konrad Weiss vom Landesklinikum Wiener Neustadt führte aus, dass man derzeit schon radioaktive Isotope bei Tumorpatienten verwende. „Durch die Radionuklide aus dem Teilchenbeschleuniger Zyklotron haben wir Versorgungssicherheit und die Logistik wird massiv vereinfacht. Zudem können wir eine raschere Diagnose für die Patienten stellen, eine bessere Prognose abgeben und eine bessere Behandlung anbieten.“

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