AMA will ab 2032 keine Vollspaltenschweine mehr zertifizieren, aber keine tiefe Stroheinstreu vorschreiben – 96 % der Menschen in Österreich erwarten aber, dass Schweine Stroh bekommen

Wer diese Szenen gesehen hat, wie begeistert die beiden Schweine das Stroh aufnahmen, obwohl sie es gar nicht kannten, wird nie mehr zweifeln, wie wichtig Stroh für Schweine ist. Wir appellieren daher an Tierschutzminister Mückstein, bei den Verhandlungen über das Verbot des Vollspaltenbodens auf die verpflichtende Stroheinstreu nicht zu vergessen. In Dänemark gibt es ein Verbot des Vollspaltenbodens, aber ohne Stroheinstreu. Die Aufnahmen von dort zeigen, dass das nicht ausreicht.
Österreich muss diese Zwischenstufe überspringen und gleich Mindeststandards für die Schweinehaltung festlegen, die zukunftsweisend sind und nicht in Kürze wieder nachgebessert werden müssen.

DDr. Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) 12 Stunden lang verbrachte das Schweine-Geschwisterpaar Mickey und Jackie aus der größten Vollspalten-Schweinefabrik des Burgenlands mit ca. 3.000 Tieren mit Tierschutzaktivist:innen in einem Freigehege vor dem Betrieb. Dort trafen sie zum ersten Mal im Leben auf Stroh. Sie nahmen es, ohne es zu kennen, mit großer Begeisterung an. In kürzester Zeit hatten sie die ersten Ballen zerzupft, kauten auf den Halmen und wühlten mit dem Rüssel tief darin herum. Dann schliefen sie eng zusammengekuschelt ins Stroh eingegraben. Die Aufnahmen aus dem Betrieb mit Vollspaltenboden dagegen zeigen lethargische Tiere, die in ihrem Kot auf einem steinharten Boden liegen müssen. Dass Schweinen Stroh sehr wichtig ist, wird durch das Verhalten von Mickey und Jackie total offensichtlich.

Das neue Video: Schweine brauchen Stroh!

In der Diskussion um das anstehende Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung wird von der Tierindustrie absichtlich nicht von Stroh gesprochen. Man möchte den Anschein erwecken, dass mit einem Teilspaltenboden, also mit Buchten, in denen nur ein Teil mit Spalten durchzogen ist, aber kein Stroh eingestreut wird, das Problem gelöst wäre. Bei der Ankündigung der AMA, dass sie ab 2032 keine Schweine auf Vollspaltenboden mehr zertifizieren will, wurde Stroh nicht erwähnt. Aber das Verbot des Vollspaltenbodens ist nur in Kombination mit verpflichtender Stroheinstreu sinnvoll, und ausreichend Platz, sodass alle Schweine gleichzeitig nebeneinander im Stroh liegen können. Eine Gallup-Umfrage vom August 2019 hat ergeben, dass 96 % der Menschen in Österreich wollen, dass Schweine Stroh bekommen. Die Bevölkerung liegt richtig: nur dann kann Schweinen wenigstens eine gewisse Lebensqualität geboten werden.

VGT-Obmann Martin Balluch war Augenzeuge davon, wie Mickey und Jackie erstmals Stroh bekamen: „Wer diese Szenen gesehen hat, wie begeistert die beiden Schweine das Stroh aufnahmen, obwohl sie es gar nicht kannten, wird nie mehr zweifeln, wie wichtig Stroh für Schweine ist. Wir appellieren daher an Tierschutzminister Mückstein, bei den Verhandlungen über das Verbot des Vollspaltenbodens auf die verpflichtende Stroheinstreu nicht zu vergessen. In Dänemark gibt es ein Verbot des Vollspaltenbodens, aber ohne Stroheinstreu. Die Aufnahmen von dort zeigen, dass das nicht ausreicht. Österreich muss diese Zwischenstufe überspringen und gleich Mindeststandards für die Schweinehaltung festlegen, die zukunftsweisend sind und nicht in Kürze wieder nachgebessert werden müssen.

Rückfragen & Kontakt:

VGT – Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
Kampagnenleitung
01 929 14 98
medien@vgt.at
http://vgt.at



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.