Ausgabe vom 6. Februar 2017

Linz (OTS) Die einen wollen sie abschaffen, die anderen wollen sie stärken, wieder andere halten sie für demokratiepolitisch bedenklich oder sogar für eine Grundvoraussetzung, um Demokratie überhaupt erst lebbar zu machen – die Rede ist von der Briefwahl.
Die Briefwähler sind eine Spezies Mensch – viel umstrittenen, aber auch umgarnt –, die für den Ausgang einer Wahl entscheidend sein können oder dieselbe zumindest spannen machen.
Wir erinnern uns: Bei der ersten Hofburg-Stichwahl stellten die Briefwähler zuerst das Ergebnis auf den Kopf. Der vermeintliche Sieger wurde zum Verlierer und befasste sogar den Verfassungsgerichtshof mit der Briefwahl, weil er mit der Auszählung unzufrieden war und Lücken im System zu erkennen glaubte, obwohl diese das Ergebnis gar nicht beeinflusst hatten.
Bei der daraufhin gerichtlich angeordneten Bundespräsidenten-Stichwahl-Wiederholung spielten die Briefwähler eine untergeordnete Rolle. Da stand das Ergebnis frühzeitig fest, weil schon die Urnenwähler mit ihrem Votum alles klar gemacht hatten. In Graz werden die Stimmen der Briefwähler erst heute ausgezählt, den Sieg von Bürgermeister Nagl werden sie nicht mehr gefährden. Das sprichwörtliche Zünglein an der Waage sind die Briefwähler aber allemal, weil ihre Stimmen noch prozentuale Verschiebungen bringen und so mögliche spätere Koalitionsbildungen beeinflussen können. Mal sehen, was passiert …

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at



Quelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.