Ausgabe vom 11. November 2016

Linz (OTS) Es ist angeblich die Wut auf das sogenannte Establishment, die Trump & Co. beflügelt. Aber was ist das Establishment? Der Du-
den definiert es als „Oberschicht der politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich einflussreichen Personen“ und als „(abwertend) etablierte bürgerliche Gesellschaft, die auf Erhaltung des Status quo bedacht ist“.
„Die da oben“ sind es also. Und die, die nichts ändern wollen. Wenn diese beiden Feindbilder tatsächlich eine hinreichende Erklärung für einen populistischen Megatrend sein sollen, dann wäre an den Gesetzen der Logik zu zweifeln. Denn das zentrale Angebot populistischer Bewegungen ist ungeachtet ihrer verbalen Kritik an Reformdefiziten das der Beibehaltung des Status quo. Ihr Bauchladen enthält viel von der „guten alten Zeit“, als es weder Euro noch Globalisierung und auch nicht unerwünschte Nebenwirkungen offener Grenzen gab. Am linken wie am rechten Rand hat sich in Wahrheit ein Strukturkonservativismus etabliert, der die Sehnsucht nach dem Veränderungsstopp bedient. Weil sich die Welt tatsächlich in atemberaubendem Tempo verändert, wird diese Sehnsucht und mit ihr logischerweise die darauf spekulierende Internationale der Populisten immer stärker.
Das sogenannte Establishment wird daher erwägen müssen, ob jede Veränderung so und in diesem Tempo sein muss. Die Frage ist allerdings, ob das Tempo überhaupt beeinflussbar ist und ob Bremser nicht erst recht unter die Räder kommen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at



Source link

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at

(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender.