Ausgabe vom 22. Juli 2017

Linz (OTS) Der Sturm der verbalen Entrüstung, der Außenminister Sebastian Kurz gerade aus Italien entgegen weht, ist natürlich völlig deplatziert. Weder dem Inhalt noch dem Stil nach sind diese Äußerungen zu akzeptieren.
Man muss kein großer Prophet sein um vorauszusagen, dass Anwürfe in dieser Tonart auf Kurz bald auch von der inländischen Polit-Konkurrenz niederprasseln werden. In der Mutter aller Wahlschlachten wird, so viel ist gewiss, kein Versuch ausbleiben, am ausgezeichneten Image des 30-Jährigen zu kratzen. Wie sehr der Außenminister unter „Feindbeobachtung“ steht, zeigt seine am Wiener Flughafen getätigte Ansage, die Verfahrensdauern von Großprojekten müssten spürbar gekürzt werden. Sowohl die SPÖ als auch die Grünen glaubten, an der Aussage kratzen zu müssen. Von „vollmundigen Ankündigungen“ sprachen die Roten, die Grünen wiederum glaubten, Kurz beim Schummeln erwischt zu haben. Das Verfahren für die dritte Flughafenpiste in Schwechat dauere noch gar nicht 17, sondern „erst“ sechs Jahre. Dass das wiederum Flughafen-Chef Ofner nicht unwidersprochen stehen ließ — das Projekt sei im 18. Jahr, es sei „pure Polemik“, diese Jahresanzahl zu verkürzen —, zeigt vor allem eines: Das Wort von Kurz gilt, man steht für ihn ein, wenn er angegangen wird. Glaubwürdigkeit ist zentrales Asset eines Politikers. Dass man ihm diese absprechen will, zeigt nur, dass man Kurz für glaubwürdig hält.

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