Ausgabe vom 17. Dezember 2016

Linz (OTS) Papst Franziskus trägt zwar nicht den Beinamen „der erste“. Derlei Ordinalia gibt es erst ab dem zweiten Mal, da derselbe päpstliche Name gewählt wird. Dennoch ist Franziskus in vielerlei Hinsicht der erste: So ist er der erste aus Lateinamerika stammende Papst. Und er ist der erste Pontifex aus dem Kreis der Jesuiten. Er ist darüber hinaus der erste Papst seit Langem, der ungewöhnlich volksnah auftritt: Er wohnt nicht in den für das Oberhaupt der katholischen Kirche vorgesehenen Gemächern, sondern im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Er überraschte schon mehrmals damit, dass er selbst ein Auto lenkte und seine Aktentasche selbst trug. Unkonventionell ist er auch beim Ansprechen von Problemen. Er bezieht unmissverständlich Stellung gegen den „neuen Götzen“ Geld und wettert gegen „Klerikalismus“. Er fordert mit Nachdruck mehr Solidarität mit den Ärmsten und lebt dies auf vor. In Bezug auf wiederverheiratete Geschiedene oder auf Homosexuelle hat er Verständnis signalisiert, wenngleich er keine Abkehr von der bisher geltende Linie der Kirche begonnen hat und das wohl auch nicht tun wird.
Franziskus ist damit jedenfalls ein Papst, der auch innerhalb der Kirche polarisiert — und einer, der durch seine unkonventionelle Art die Kirche „heutiger“ und näher an den realen Sorgen der Menschen erscheinen lässt. In diesem Sinne ist er seinem heutigen 80. Geburtstag zum Trotz ein junger Papst. Alles Gute!

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