Ausgabe vom 16. November 2016

Linz (OTS) „Eine wertorientierte Zukunftsbewältigung braucht ein grundsätzliches Bekenntnis zur österreichischen Leitkultur von allen, die in Österreich leben wollen“, sagt ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka. Und, so Lopatka im Vorfeld der heutigen Klub-Enquete zum Thema Leitkultur: „Wir leben unsere Traditionen und erwarten, dass Zuwanderer unsere Traditionen als Teil des öffentlichen Lebens akzeptieren“.
Gerade damit spricht er einen heiklen Punkt an, über den man sich hierzulande solange hinwegturnen konnte, als man Arbeitsmigranten als „Gastarbeiter“ titulieren konnte, weil man annahm, dass sie das Land wieder verlassen werden. Doch die Flüchtlingsbewegung hat die Dinge auf den Kopf gestellt. Die Auseinandersetzung mit dem Zusammenleben von Menschen, die in überaus unterschiedlichen Kulturen sozialisiert wurden, ist höchst spät, aber eben doch begonnen worden. Sozialromantische Rezepte haben sich innerhalb kurzer Zeit ebenso als untauglich erwiesen wie Versuche der Ghettoisierung — wobei schon jetzt bestehende Parallelwelten eine besondere Mahnung sein müssen. Das Spezifische einer österreichischen Leitkultur muss schon deswegen herausgearbeitet werden, damit alle Menschen wissen, in welchem Soziotop sie sich bewegen, das gilt für Österreicher ebenso wie für Neuankömmlinge. Miteinander geht es nur, wenn ein gesellschaftspolitischer Konsens gelebt wird.

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