Ausgabe vom 15. Dezember 2016

Linz (OTS) Der Ton macht die Musik, heißt es bekanntlich; und dass die Kärntner gerne und gut singen, ist auch bekannt. Warum sich ausgerechnet ein Kärntner Arzt so im Ton vergriff wie gestern der Vertreter der dortigen niedergelassenen Ärzte, ist rätselhaft. Es drohe die „Ausrottung des Hausarztes“, warnte Gert Wiegele. Da war sein steirischer Berufskollege Karlheinz Kornhäusl fast schon zurückhaltend, als er von „Lügenpolitik“ und „DDR“ sprach. Wie dem auch sei: Wer in der Tonalität so daneben liegt, darf sich nicht erwarten, dass er mit seinem Anliegen besonders ernst genommen wird. Noch dazu, wo dem Normalsterblichen auch so schon schwer zu erklären ist, warum sich Ärztevertreter über die gestern im Nationalrat gefassten Beschlüsse gar so aufregen. Umso bedauerlicher ist, dass die Standesvertretung in ihrem Disput mit der Politik die Patienten vereinnahmt. Logisch ist es jedenfalls nicht, im Streikweg Menschen vom Arztbesuch abzuhalten, um ihnen gleichzeitig zu erzählen, dass man nur zum Wohl der Patienten streike.
Der Platz der Standesvertretung ist am Verhandlungstisch, denn, so sagt auch LH Josef Pühringer: „Nichts darf auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.“ Immerhin, und das sollte man nicht vergessen, sind sie maßgebliche Finanziers des Gesundheitssystems — und damit höchst interessiert daran, dass dessen Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

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