Ausgabe vom 26. Juli 2017

Linz (OTS) „Ich wollte heute nicht zu sehr ins Detail gehen“, sagte Peter Pilz gestern irgendwann mittendrin in der Pressekonferenz.
Das war ein sehr bezeichnender Satz, denn tatsächlich redete Pilz zwar viel, inhaltlich blieb er aber — von großteils bekannten Stehsätzen abgesehen — auch viel schuldig. Etwas mehr sagt da die Auswahl seiner Mitstreiter aus, eine populistische Mischung aus Konsumenten- und Tierschützer, Migrantenvertreterin und Frauenrechtlerin. Die Landessprecherin der Grünen in OÖ, Maria Buchmayr, bringt das so auf den Punkt: „Peter Pilz ist Namensgeber, Alleinunterhalter und einziges Programm seiner Liste“. Und: Pilz habe offenbar mit demokratischen Grundregeln — „Akzeptieren und Respektieren von Mehrheitsentscheidungen“ — ein „so großes Problem, dass er nun Programm und Regelwerk in einer Person vereint“. Tatsächlich schafft Pilz einen beachtlichen dialektischen Spagat:
Einerseits soll es kein Parteiprogramm geben, andererseits seien es aber „gemeinsame Ziele und Grundwerte“, die seine Bewegung zusammenhalten sollen. Das klingt natürlich insbesondere für jene gut, die einen politischen Messias suchen — ein solcher zu sein hat vor fünf Jahren auch Frank Stronach vorgegaukelt. Frustrierte Grün-Wähler, Nicht-Wähler und Protestwähler aus dem FPÖ-Lager hat er im Visier, wofür wohl auch eine ziemliche ideologische Spreizung notwendig ist. Da steht ein Programm wirklich nur im Weg.

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