Ausgabe vom 10. Dezember 2016

Linz (OTS) Auch in Politik und Gesellschaft gibt es unerwünschte Nebenwirkungen. So wird etwa durch die Verpflichtung der Hearings bei Bestellungen nicht unbedingt der Bewerber gefunden, der die Aufgaben am besten lösen kann, sondern unter Umständen jener gekürt, der diese Aufgabe am besten darstellen kann. Und auch die Politik leidet unter diesem Phänomen: Politiker müssen nicht nur durch ein Hearing, sondern durch das „Dauer-Hearing“ Wahlkampf, um gewählt zu werden. Und da wird oft vergessen, worum es eigentlich gehen sollte, nämlich um das Gestalten unserer Gesellschaft. Dadurch wird der Beschreibung des Problems bisweilen mehr Raum gegeben als der konkreten Lösung. Und Marktschreier werden mehr gehört als jene Politiker, die das Problem sachlich anpacken und lösen wollen.
Wir haben nun einen langen Wahlkampf hinter uns und manche wollen uns weißmachen, dass bereits der nächste begonnen hätte. Eine Lehre der Hofburg-Wahl sollte aber sein, den Wähler nicht aus Jux und Tollerei zur Wahl zu zwingen. Deshalb macht es durchaus Sinn, dass die Regierung sich zum Jahreswechsel hinsetzt und überlegt, was in den noch verbleibenden zwei Jahren der Legislaturperiode umgesetzt werden soll, um dies dann konkret anzupacken. Denn selbst bei Rezepten sollte man sich nicht auf die Nebenwirkung konzentrieren, sondern darauf vertrauen, dass die Medizin wie erhofft einfach wirkt.

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