Ausgabe vom 6. Juli 2018

Linz (OTS) SPÖ-Gewerkschafter Wolfgang Katzian hatte um 15 Uhr das letzte Wort in der Parlamentsdebatte um die Arbeitszeitflexibilisierung, sechseinhalb Stunden zuvor hatte Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern die Redeschlacht eröffnet. „Das ist ein Angriff auf die Arbeitnehmer“, postulierte der SPÖ-Chef in offensichtlicher Selbstvergessenheit, denn aus seinem Plan A stammt noch dieser schöne Satz: „Schaffen wir Möglichkeiten zu echter Flexibilisierung, die beiden Seiten offensteht — von der Verkürzung über die Verlagerung bis hin zur Verlängerung der Arbeitszeit“. Nicht, dass man Kern als Kanzler unbedingt eine Träne nachweinen müsste, aber die Probe aufs Umsetzungsexempel für diesen Satz hätte man sich durchaus gewünscht. Davor haben ihn freilich die Wähler bewahrt, und so zeichnet nun die SPÖ wirre Schreckensszenarien an die Wand, was die neue Arbeitszeitwelt so bringt. Dass die 40-Stunden-Woche die Regel bleibt, Überstunden weiterhin bezahlt werden oder die 4-Tage-Woche leichter möglich wird, lässt man geflissentlich beiseite.
Man muss kein Prophet sein um zu behaupten: In der betrieblichen Praxis wird viel von dem widerlegt werden können, wovor die SPÖ mit ihren assoziierten Partnern in Gewerkschaften und Arbeiterkammer (und bemerkenswerterweise die roten Studentenvertreter) menetekelartig warnen: dass nämlich nun zur Versklavung der Arbeiterschaft geblasen wird.

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