Software Engineering Conference 2020:
Workshop-Beitrag der SIS Consulting GmbH ist online

Enterprise Systems-Auswahl-, Einführungs- und Weiterentwicklungsprojekte scheitern in vielen Unternehmen aufgrund fehlender, falscher, mangelhafter oder lückenhafter Anforderungen. Häufig liegt das an falschen Erwartungshaltungen, aber auch Definitions- und Meinungsverschiedenheiten zum Anforderungsmanagement zwischen dem Unternehmen und dem Lieferanten. Genau dieser heiklen Problematik widmete man sich im Rahmen der diesjährigen 2020 Software Engineering Conference (SE’20), einer der führenden Konferenzen auf dem Gebiet von Software Engineering im deutschsprachigen Raum, mit einem speziellen Workshop zum Anforderungsmanagement für Unternehmenssysteme (AESP’20).

Basierend auf einer qualitativen Analyse bestehender Verfahrensmodelle zur Auswahl von Projektmanagement-Software wurde unter Anleitung von Christoph Weiss und Johannes Keckeis von der SIS Consulting GmbH anhand von zwei Anwenderfällen ein neues Vorgehensmodell zum Anforderungsmanagement in einem Enterprise Systems-Projekt zur Weiterentwicklung der bestehenden Systemlandschaft (KVP) entwickelt. Dieses Vorgehensmodell unterstützt Unternehmen bei der Auswahl und Implementierung und ermöglicht eine effiziente kontinuierliche Weiterentwicklung der Projektmanagement-Software.

Die von den Teilnehmern im Workshop vorgestellten Beiträge wurden nun in den
CEUR Workshop Proceedings (ceur-ws.org/Vol-2581), einem kostenlosen Open Access-Publikationsdienst, veröffentlicht.

 

Effizientes Anforderungsmanagement reduziert Fehler bei der Entwicklung komplexer Systeme

Anforderungen ermitteln: Es ist unerlässlich, vor dem Start die notwendigen Anforderungen an das System zu ermitteln. Diese Anforderungen sind Voraussetzung für Verträge, Entwicklung und Implementierung, Test- und Abnahmephase. Sie können entscheidend dafür sein, ob ein Projekt erfolgreich ist oder scheitert. Unterschiedliche Ermittlungstechniken ermöglichen das Einholen der erforderlichen Informationen, dazu zählen beispielsweise Prozessanalysen oder Interviews.

Anforderungen dokumentieren: Die gesammelten Ergebnisse der Anforderungsermittlung können sowohl in natürlicher Sprache als auch mithilfe von Anforderungsmodellen dokumentiert werden. Diese Dokumentation ermöglicht es, das gesammelte Wissen in eine strukturierte Form zu bringen und folglich für alle Projektbeteiligten in einer verständlichen Form darzustellen.

Anforderungen prüfen/ abstimmen: Nun gilt es, die dokumentierten Anforderungen auf Fehler zu prüfen und mit den vorab festgelegten Qualitätskriterien abzustimmen. Je früher Fehler festgestellt werden, desto weniger Änderungen müssen später korrigiert und nachgepflegt werden. Um diese mit den Qualitätskriterien abstimmen zu können, ist es erforderlich, auch Anforderungen möglichst objektiv messbar zu formulieren. Werden Unstimmigkeiten in den Anforderungen identifiziert, gilt es diese zu analysieren und mit den Beteiligten zu klären, ob und in welcher Form diese gelöst werden können. Auch in diesem Fall empfiehlt es sich, den Konfliktlösungsprozess entsprechend zu dokumentieren, um in anderen, ähnlichen Fällen möglichst angepasst an einer Lösung arbeiten zu können.

Anforderungen verwalten: Es ist üblich, dass sich Anforderungen im Laufe eines Projektes ändern. Damit diese von allen Beteiligten dennoch nachvollzogen und verstanden werden können, ist eine strukturierte Verwaltung sinnvoll.