Lisa Gadenstätter geht den Schattenseiten der heimischen Milchproduktion auf den Grund

Wien (OTS) Weiß, rein, Quell des Lebens. Eines der archaischsten Lebensmittel überhaupt: die Milch. Sie hat in der österreichischen Gesellschaft eine hohe, beinahe mythische Bedeutung. Lisa Gadenstätter beleuchtet in „Dok 1: Die dunkle Seite der Milch“ am Mittwoch, dem 8. September 2021, um 20.15 Uhr in ORF 1 die Schattenseiten der Produktion. Auf dem globalen Lebensmittelmarkt ist Milch ein gefragter Rohstoff, mit dem knallhart gehandelt wird. Von dem bis heute romantisch verklärten Bild der idyllischen Milchviehwirtschaft ist nicht mehr viel übrig geblieben – sie ist längst eine milliardenschwere Industrie, die dafür sorgt, dass der Milchkonsum weltweit konstant ansteigt.

Das System setzt Bauern unter Druck, schadet der Umwelt und führt die Viehzucht ad absurdum. Jedes Jahr wird mehr und mehr produziert. Und doch könnten viele Bauern ohne öffentliche Förderungen nicht überleben. Das weiß auch Johann Konrad, er gilt als der größte Milchbauer Österreichs. Wachsen oder weichen heißt das Prinzip, das Landwirte dazu zwingt, ihren Hof zu vergrößern und immense Summen zu investieren. Doch funktioniert das Prinzip? Nach eigenen Angaben bleiben dem Großbauern drei Cent pro Liter als Gewinn übrig.

Seit 1995 ist die Zahl der heimischen Milcherzeuger um etwa zwei Drittel gesunken, die übriggebliebenen werden aber immer größer. Und damit dieses Mehr an Milch erzeugt werden kann, muss vor allem eine mehr arbeiten: die Kuh. Thomas Ruthner besitzt einen Hof mit Holsteinrindern, die für ihre hohe Milchleistung bekannt sind. Ihn stört, dass die Gesellschaft seine Hochleistungsrinder als negativ bewertet. Dass es auch anders geht, zeigt Familie Aschauer aus Oberösterreich: Sie stellte ihren Betrieb vor zwei Jahren auf Heumilch um. Landwirtin Elisabeth Aschauer meint, dass die Bauern sich selbst in diese schlechte Lage bringen. Denn je mehr produziert wird, desto billiger werde alles und mehr Kühe würden auch mehr Probleme bedeuten. Am Ende bringe dieser Aufwand nicht einmal mehr Geld. Jene Bauern, die es nicht schaffen sich dem Strukturwandel anzupassen, müssen eben umdenken und sich Nischen suchen, um zu überleben – dazu rät Werner Zollitsch von der Universität für Bodenkultur in Wien.

Der deutsche Mediziner Bodo Melnik erforscht Milch seit 15 Jahren. Sie sei nur für Säuglinge bestimmt und schädlich für Erwachsene, so lauten seine Schlüsse. Eine Patientin kreiert der hohe Milchkonsum auf jeden Fall: die Natur. Klima und Umwelt bezahlen für jeden Liter. Etwa wegen des enormen Ausstoßes von Treibhausgas.

Weitere „Dok 1“-Ausgaben im September:

15. September: „Dok 1: Die Straße gehört mir!“
Auf den Straßen der österreichischen Städte herrscht eine aufgeheizte Stimmung. Es gibt nicht nur immer mehr Autos und Lastwägen, sondern auch Fahrräder und E-Roller. Stau ist Teil des Alltags. Fahrverbote für PKWs werden in urbanen Räumen diskutiert – ein Verdrängungskampf scheint zu toben. Lisa Gadenstätter und Hanno Settele starten einen Selbstversuch und stellen sich den Problemen der österreichischen Verkehrspolitik.

22. September: „Dok 1: Endstation Impfpflicht?“
Steht uns eine Corona-Impfpflicht bevor und ist sie als letzter Ausweg aus der Dauerkrise zulässig? In einer Sache ist sich das Land einig: Es soll keine Lockdowns mehr geben. Abgesehen davon zeigt sich Österreich allerdings tief gespalten. Die Geimpften fordern wie versprochen ihre Normalität zurück, die Ungeimpften fühlen sich diskriminiert von Maßnahmen, die nur sie betreffen sollen. Lisa Gadenstätter und Hanno Settele sprechen mit Vertretern beider Lager.

29. September: „Dok 1: Wölfe: Schießen oder Schützen?“
Er ist wieder da! Der Wolf ist seit 150 Jahren wieder zurück in Österreich und nun entzweit er das ganze Land. Die einen wollen ihn schützen, die anderen wollen ihn schießen. Wird er uns tatsächlich gefährlich oder bringt er sogar mehr Nutzen als Schaden? Zwischen Gewehren, Herdenschutz-Lamas und echten Wölfen erlebt Lisa Gadenstätter das Aufreger-Thema hautnah mit betroffenen Bäuerinnen und Bauern, Tierschützerinnen und Tierschützern und Expertinnen und Experten.

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