Wer eine Drohne in den Rucksack packt, muss einige Faktoren berücksichtigen

Wien (OTS) Einmal aus der Perspektive eines Adlers die heimische Bergwelt bewundern – dieser Wunsch lässt sich mit Drohnen leicht erfüllen. “Aus diesem Grund finden sich Drohnen immer öfter in den Rucksäcken von Wanderern”, weiß ÖAMTC-Drohnenexperte Benjamin Hetzendorfer. “Allerdings gibt es gerade im Gebirge einige Tücken, wie zum Beispiel das Gefälle oder die dünnere Luft, die besonderes Augenmerk erfordert.” Das lärmende Fluggerät kann aber auch andere Menschen, sowie Weide- und Wildtiere stören und gefährden. In jedem Fall muss man auch in den Bergen immer mit Sichtverbindung fliegen, damit man die Lage der Drohne erkennen und im Ernstfall schnell eingreifen kann. Wichtig ist auch, genügend Abstand zu unbeteiligten Personen zu halten, um diese nicht zu belästigen.

Für den sicheren Umgang mit Drohnen und um nicht gegen gesetzliche Bestimmungen zu verstoßen, hat der ÖAMTC-Experte die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

* Wind und Wetter beachten: In großen Höhen wird die Luft dünner und die Leistung der Drohne dementsprechend geringer. Dazu kann noch kräftiger Wind kommen, was die Steuerung der Drohne zusätzlich erschwert. “Man sollte daher jedenfalls nur bei Schönwetter seine Drohnen fliegen lassen”, empfiehlt Hetzendorfer.

* Mit Luftfahrtteilnehmern rechnen: Hubschrauber können in den Bergen überraschend auftauchen, ebenso andere Luftfahrtteilnehmer wie Paragleiter oder Segelflieger – hier ist besondere Vorsicht geboten.

* Auf Tiere Rücksicht nehmen: Weidevieh oder Wildtiere können durch Drohnen aufgeschreckt werden. Besonders sensibel reagieren Vögel auf herannahende Drohnen während der Brutzeit, in Vogelschutzgebieten sollte man daher gänzlich auf Drohnenflüge verzichten. “Greifvögel beispielsweise fühlen sich durch Drohnen irritiert und können kleinere Fluggeräte im Extremfall sogar angreifen”, so Hetzendorfer.

* Regionale Flugverbotszonen einhalten: In Naturschutzgebieten, Nationalparks und Vogelschutzgebieten gilt oft ein Flugverbot für Drohnen, sofern sie einen Eingriff in die Natur und Landschaft darstellen. “Über entsprechende regionale Flugverbote informiert man sich am besten vorab mit der ÖAMTC Drohnen-Info App, manchmal sind sie auch durch Schilder gekennzeichnet”, weiß der Drohnenexperte des Mobilitätsclubs.

* Neue Drohnenregeln beachten: Seit 31.12.2020 gilt auch in Österreich ein neues EU-weites Drohnenregulativ, das unter anderem eine Online-Registrierung und den Drohnenführerschein für die meisten Drohnen voraussetzt.

* Mit anderen Personen rechnen: Viele Naturliebhaber suchen Ruhe und Entspannung in der österreichischen Bergwelt, da ist eine Belästigung durch ein unbemanntes Fluggerät natürlich äußerst unangenehm. Generell dürfen fremde Personen niemals gegen deren Willen aufgenommen oder die Bilder veröffentlicht werden.

* Bei stark abfallendem Gelände ist die Flughöhe schwer einzuschätzen und sie kann sich auch sehr schnell ändern. Berge sind meist gleichbedeutend mit schwierigem Gelände. “Man sollte also viel trainieren und das Verhalten seiner Drohne genau kennen, bevor man im Steilgelände mit der Drohne startet und landet”, rät Hetzendorfer. Die maximal erlaubte Flughöhe für registrierungspflichtige Drohnen beträgt 120 Meter, darüber ist eine Sonderbewilligung der Luftfahrtbehörde notwendig.

* Don’t drink and Fly: Analog zum Autofahren ist auch das Steuern einer Drohne unter Alkoholeinfluss verboten. “Wer also vor hat zu fliegen sollte dies auf alle Fälle vor dem ersten Hüttenbier erledigen”, stellt der ÖAMTC-Drohnenexperte fest.

Alle wichtigen Informationen sowie hilfreiche Tipps und Tricks für ein sicheres Flugvergnügen bietet die kostenlose ÖAMTC Drohnen-Info App für Android und iOS. Nähere Infos findet man auch unter www.oeamtc.at/drohnen.

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