Vier E-Busse im Vorarlberger Oberland und in Feldkirch kommen in den Linieneinsatz

Wolfurt (OTS) Nach umfangreichen Vorararbeiten ist es soweit: Vier elektrisch angetriebene Linienbusse gehen im Dezember 2018 im Oberen Rheintal, im Walgau und in Feldkirch in den Linienbetrieb. „Weitere Fahrzeuge werden folgen, denn E-Linienbusse leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Energieautonomie 2050“, kündigte Landesrat Johannes Rauch beim heutigen (Freitag) Pressegespräch in Wolfurt an. „Der weitere Ausbau der Elektromobilität ist für die Ziele der Energieautonomie, aber auch für die Ziele des Mobilitätskonzepts von entscheidender Bedeutung“, erklärte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser.
Die E-Linienbusse werden vom ÖBB-Postbus-Standort Feldkirch aus im Oberen Rheintal und im Walgau auf den Linien 56, 59, 60, 68 und 73 im Einsatz sein. Pro Fahrzeug wird eine jährliche Laufleistung von mindestens 90.000 km angestrebt. „Weitere Fahrzeuge werden folgen, denn E-Linienbusse leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Energieautonomie 2050“, so Landesrat Rauch. „Es freut uns daher besonders, dass Verkehrsverbund und Land nach intensiver Vorarbeit ÖBB und ÖBB-Postbus dafür gewinnen konnten, auf Basis der bewährten Partnerschaft die ersten batterieelektrisch angetriebenen Linienbusse in dieser Größenordnung zu betreiben.“

Das Land Vorarlberg setzt seine Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität konsequent fort, betonte Landesstatthalter Rüdisser. Aktuell sind in Vorarlberg rund 1.500 Elektroautos unterwegs. Im ganzen Land gibt es weiters rund 420 öffentliche Ladepunkte. “Damit sind wir österreichweit an der Spitze”, sagte Rüdisser.

ÖBB: Größter Mobilitätsdienstleister nimmt Klima-Verantwortung wahr

Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, zu der die ÖBB-Postbus GmbH gehört, begrüßte das Vorhaben sehr: „Wer Bahn fährt, ist dank Strom aus erneuerbaren Quellen sehr klimaschonend unterwegs.“ Elektrisch angetriebene Linienbusse sind daher ein logischer nächster Schritt: „ÖBB und ÖBB-Postbus sind DER Mobilitätspartner im ländlichen Raum und nehmen auch entsprechende Verantwortung in Sachen umweltfreundlichem Unterwegssein wahr“, bekräftigte Matthä.

Umfangreiche Vorarbeiten und beträchtliche Investitionen

„Dem Einsatz der E-Busse geht eine aufwändige Vorbereitungsarbeit über mehrere Jahre voraus“, berichtete Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV). „Gute Lösungen etwa für Fahrzeug-Umlauf, Ladung, Energielieferung und einiges mehr haben viel Nachdenkarbeit gebraucht.“ Der heute vorgestellte E-Linienbus ist damit neben der neuen Bus-Schnell-Ladestation an Feldkirch der sichtbarste Teil eines großen Gesamtprojekts, das der Verkehrsverbund mit verschiedenen Partnern ausgearbeitet hat. „Die Partner im VVV verfolgen das ehrgeizige Ziel, Elektro-Linienbusse auch betriebswirtschaftlich konkurrenzfähig mit Dieselbussen betreiben zu können“, brachte VVV-Geschäftsführer Hillbrand eine weitere Dimension ein. „Erfreulicherweise können wir dabei bei Betrieb und Wartung der Fahrzeuge auch auf die Erfahrung der ÖBB-Postbus GmbH setzen.“ Wie bei jeder neuen Technologie gibt es auch beim Linieneinsatz von E-Bussen noch Unbekannte wie etwa die Entwicklung der Energiepreise, den tatsächlichen Wartungsaufwand oder die Verfügbarkeit der Fahrzeuge im Alltagseinsatz. „Der Service für unsere Fahrgäste ist jedenfalls uneingeschränkt sichergestellt“, garantierte Hillbrand.

Factbox: Die technischen Daten der neuen E-Linienbusse

Fahrzeughersteller: ebe-Europa, Memmingen
Typ: 12m-Niederflurbus mit 3 Türen
Antrieb: Radnabenmotor, Direktantrieb von Ziehl-Abegg Batteriekapazität: 388 kWh Netto
Reichweite: 323 km bei zwei kurzen Zwischenladungen
Verbrauch: 0,97 – 1,25 kWh/km Durchschnitt
Ladesystem: Depotlader ABB 50-150 kW
Klima/Heizung: Wärmepumpen-Klimaanlage (20kW Kälte-/16 kW Heizleistung)

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